Instagram-Übernahmen: Meta-KI-Chatbot durch Prompt Injection gehackt
Veröffentlicht: 04.06.2026 um 11:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Angreifer nutzten den KI-gestützten Chatbot, um die Kontrolle über Instagram-Profile zu übernehmen – und das trotz eines angekündigten Sicherheitsupdates.
Angriff per Prompt Injection
Die Methode der Hacker basiert auf einem sogenannten Prompt-Injection-Angriff. Dabei brachten sie den Meta-KI-Support-Chatbot durch gezielte Textanweisungen dazu, die hinterlegte Wiederherstellungs-E-Mail-Adresse eines Instagram-Kontos zu ändern – ohne weitere Identitätsprüfung. Anschließend ließen sie sich einen Passwort-Reset-Code an die neue Adresse senden.
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Um die Standortprüfung des Systems zu umgehen, setzten die Angreifer VPN-Dienste ein. Besonders brisant: Der Chatbot verfügte offenbar über weitreichende Berechtigungen zur Änderung von Kontoinformationen, während eine ausreichende Nutzerverifikation fehlte. In Fachkreisen spricht man vom „Confused-Deputy-Problem“ – ein privilegiertes System führt unautorisierte Befehle aus.
Anleitungen für diese Übernahmemethode kursierten laut Beobachtern bereits seit Ende März in Telegram-Gruppen.
Prominente und Mitarbeiter betroffen
Die Liste der kompromittierten Accounts liest sich wie ein Who's Who sensibler Profile. Darunter: ein mit dem Weißen Haus unter Barack Obama verbundenes Konto, das Profil einer Kosmetikkette sowie der Account eines Angehörigen der US Space Force. Meta bestritt den Zugriff auf das White-House-Konto, räumte aber generelle Probleme ein.
Auch Sicherheitsexperten und eigene Mitarbeiter des Konzerns wurden Opfer der Kampagne. Die Forscherin Jane Manchun Wong berichtete, dass eines ihrer Konten trotz aktivierter Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) kompromittiert wurde. Ebenso war eine Meta-Mitarbeiterin betroffen. Herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen zeigten gegen diese spezifische Ausnutzung der KI-Logik kaum Wirkung.
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Meta reagiert – aber reicht das?
Meta-Sprecher erklärten, die Sicherheitslücke sei am 1. Juni geschlossen worden. Dennoch gab es Berichte über weitere Angriffe noch einen Tag nach dem vermeintlichen Fix. Derzeit versendet das Unternehmen Warn-E-Mails an potenziell betroffene Nutzer, weist auf verdächtige Aktivitäten hin und fordert zu einem Passwort-Reset auf. Man arbeite intensiv daran, den rechtmäßigen Besitzern den Zugriff zurückzugeben.
Die Sicherheitskrise zeigte auch am Kapitalmarkt Wirkung: Die Meta-Aktie verzeichnete einen Rückgang von mehr als fünf Prozent. Branchenanalysten sehen darin ein erhebliches Risiko für die Automatisierungsstrategie des Konzerns. Meta plant Investitionen von bis zu 145 Milliarden US-Dollar in Künstliche Intelligenz. Kritiker bemängeln, dass die Einführung von KI-Agenten im Kundensupport überhastet und ohne ausreichende Sicherheitsprüfungen erfolgt sei.
Experten warnen zudem: Das Problem sei nicht auf Meta begrenzt. KI-Agenten würden branchenübergreifend zunehmend zum Ziel für Betrugsversuche.
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