Instinct MI500: AMD plant optische GPUs für 2027 gegen Nvidia
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 11:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
AMD hat auf der „Advancing AI 2026“ einen ambitionierten Fahrplan vorgestellt. Der Chip-Hersteller setzt auf optische Verbindungen und eine neue GPU-Generation – und will damit Konkurrent Nvidia überholen.
Optische Verbindungen als Gamechanger
Die neue Instinct MI500-Serie soll 2027 auf den Markt kommen. Sie basiert auf der CDNA 6-Architektur und unterstützt erstmals sowohl Kupfer- als auch optische Verbindungen. CEO Lisa Su betonte auf der Veranstaltung am 23. Juli, dass dieser Schritt nötig sei, um die physikalischen Grenzen kupferbasierter Systeme zu überwinden. Der Grund: KI-Cluster mit Hunderten von GPUs stoßen hier an ihre Grenzen.
Laut Branchenanalysten liegt AMD mit diesem Schritt rund ein Jahr vor Konkurrent Nvidia. Dessen optische Lösung mit dem Codenamen „Feynman“ wird erst 2028 erwartet. AMD ist Mitglied des OCI-MSA-Konsortiums, das Standards für optische Rechenverbindungen entwickelt. Die MI500-Serie soll im 2nm-Verfahren von TSMC gefertigt werden und eine tausendfach höhere KI-Leistung bieten als die Vorgängergeneration MI300X.
Helios: Die Brücke zur Zukunft
Bis die MI500 kommt, hat AMD eine Zwischenlösung parat: den Helios Rack-Scale Accelerator. Das System vereint 72 Instinct MI455X-GPUs und 18 Venice EPYC-CPUs und liefert rund 3 AI-Exaflops Rechenleistung.
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Die MI455X-GPU selbst ist ein Kraftpaket: 320 Milliarden Transistoren, 432 GB HBM4-Speicher und eine Speicherbandbreite von 23,3 TB/s. Die Produktion läuft bereits, die Auslieferungen sollen im Laufe des Jahres 2026 hochgefahren werden. AMD verspricht 30 Prozent mehr Tokens pro Dollar als vergleichbare Systeme und 50 Prozent mehr HBM-Kapazität als Nvidias Vera Rubin NVL72.
Langfristige Roadmap und Milliarden-Markt
Der Fahrplan reicht bis zum Ende des Jahrzehnts. Nach der MI500 im Jahr 2027 soll 2028 die Instinct MI600-Serie folgen. Auf der Prozessorseite sind der Zen 7 EPYC „Florence“ für 2028 und Zen 8 „Ravenna“ für 2030 geplant.
AMD hat bereits namhafte Kunden gewonnen. OpenAI will Helios-Systeme ab dem vierten Quartal 2026 einsetzen, Anthropic hat eine Kapazität von 2 Gigawatt gebucht. Weitere Kunden sind Meta, Microsoft, Oracle und Cerebras.
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Die Investitionen basieren auf einer optimistischen Marktprognose: AMD rechnet bis 2030 mit einem Gesamtmarkt für KI-Beschleuniger zwischen 1,4 und 2 Billionen Euro. Für die Software-Seite stellte das Unternehmen die ROCm.ai-Plattform und ROCm 7 vor, die eine 3,5-fache Leistungssteigerung gegenüber Vorgängerversionen bieten soll.
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