Apple, KI-Offensive

iOS 27: Apple startet KI-Offensive trotz Datenschutz-Skandal

Veröffentlicht am: 08.06.2026 um 01:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apple sieht sich mit Datenschutzklagen in Illinois und versteckten Scan-Funktionen konfrontiert, während iOS 27 startet.

Apple in der Zwickmühle: Datenschutzklagen und KI-Offensive mit iOS 27
An iPhone screen shows glowing digital lines and biometric patterns, representing data privacy concerns and photo scanning. Blurred server room in background. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während in den USA eine milliardenschwere Sammelklage zur biometrischen Erkennung zugelassen wird, entdecken Sicherheitsforscher eine versteckte Scan-Funktion in iOS. Ausgerechnet am heutigen Montag startet Apple seine KI-Offensive mit iOS 27.

Illinois öffnet Tür für BIPA-Sammelklage

Ein Bundesrichter im US-Bundesstaat Illinois hat am vergangenen Freitag eine Sammelklage gegen Apple zugelassen. Der Vorwurf: Die Fotos-App des iPhones soll gegen das strengen Biometrie-Gesetz BIPA verstoßen haben. Konkret geht es um die Frage, ob Apple die biometrischen Daten der Nutzer unrechtmäßig verarbeitet hat. Die Klage betrifft iPhone-Nutzer in Illinois – einem Staat mit den schärfsten Datenschutzregeln der USA.

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Geheimer Scan-Code in iOS 18.5 entdeckt

Noch brisanter: Sicherheitsforscher haben in der Beta-Version von iOS 18.5 einen versteckten Mechanismus aufgespürt. Der als "Enhanced Visual Intelligence Protocol" getarnte Code scannt offenbar lokale Fotos für das Training von KI-Modellen. Das Problem: Die Funktion läuft ohne explizite Zustimmung der Nutzer und taucht in den Datenschutzerklärungen nicht auf. Ein Ausschaltknopf fehlt in der Beta-Software komplett.

Dabei hatte Apple noch Anfang 2025 betont, dass Apple Intelligence vor allem auf dem Gerät selbst trainiert – ohne Daten an externe Server zu senden. Nutzer konnten damals über die "Analytics & Improvements"-Einstellungen widersprechen. Ob diese Opt-out-Möglichkeit auch für die neu entdeckte Scan-Funktion gilt, ist unklar.

iOS 27: KI-Offensive mit Haken

Heute eröffnet Apple die Entwicklerkonferenz WWDC und präsentiert iOS 27. Das neue Betriebssystem soll Künstliche Intelligenz tief in die iPhone-Kernfunktionen einweben:

  • Visuelle Intelligenz: Die Kamera erkennt Objekte, scannt Kontaktdaten und liest Nährwerttabellen
  • Wallet-Integration: In den USA können Nutzer Restaurantrechnungen scannen und automatisch die Anteile inklusive Steuern und Trinkgeld berechnen
  • KI-Fotobearbeitung: Funktionen wie "Erweitern" generieren Bildinhalte jenseits des Originalrahmens

Doch nicht alle iPhones kommen in den Genuss der vollen KI-Power. Die neuen Siri-Funktionen benötigen den A17 Pro-Chip – das bedeutet: Nur das iPhone 15 Pro und neuere Modelle sind berechtigt. iOS 27 läuft zwar ab dem iPhone 12, die KI-Schmankerl bleiben den Top-Modellen vorbehalten.

Milliarden-Deals für die Rechenpower

Um die komplexen KI-Aufgaben zu stemmen, hat Apple tief in die Tasche gegriffen. Seit Januar 2025 nutzt der Konzern Googles Gemini-Modell und Nvidias Blackwell B200-Chips für anspruchsvolle Anfragen. Die Rechnung: Rund eine Milliarde Euro pro Jahr an Google. Einfache Aufgaben erledigt weiterhin das iPhone lokal, komplexe Anfragen wandern in die Cloud.

Der Druck auf Apple war enorm. Verzögerungen bei Siri-Features hatten bereits eine 250-Millionen-Euro-Sammelklage ausgelöst.

Drittanbieter-KI und Sicherheitswarnungen

Parallel öffnet Apple sein System für externe Entwickler. Ein kalifornisches Unternehmen erhielt am vergangenen Donnerstag die Freigabe für "Poke" – den ersten KI-Agenten von Drittanbietern auf der "Messages for Business"-Plattform. Der Bot, der bereits über 100 Millionen Nachrichten verarbeitet hat, kann Termine verwalten und Smart-Home-Geräte per Text steuern.

Angesichts der zunehmenden Vernetzung warnen Sicherheitsexperten vor einer unterschätzten Gefahr: AirPlay. Sie empfehlen, die Funktion auf "Nie" oder "Nachfragen" zu stellen – nicht auf "Automatisch". Denn Angreifer in der Nähe könnten Schwachstellen ausnutzen. Das Tückische: System-Updates setzen diese Sicherheitseinstellungen häufig zurück. Datenschutzbewusste Nutzer sollten also regelmäßig nachjustieren.

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