iOS 27: Siri wird zur eigenständigen App mit Chat-Interface
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 05:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Apple hat die öffentliche Beta von iOS 27 freigegeben – und verpasst Siri das größte Update seit Jahren. Der Sprachassistent wird zur eigenständigen App, die nun auf iPhone, Mac, iPad, Apple Watch und Vision Pro läuft.
Die neue Siri-App markiert einen grundlegenden Wandel. Statt nur im Hintergrund zu laufen, präsentiert sich der KI-Assistent mit einem Chat-Interface, das Datei-Uploads zur Analyse unterstützt und Gesprächsverläufe über iCloud synchronisiert. Die künstliche Intelligenz bleibt dabei bewusst dezent, erledigt komplexe Aufgaben auf Zuruf und nutzt persönlichen Kontext sowie Bildschirmanalyse, um app-übergreifend zu arbeiten.
macOS Golden Gate und neue Hardware-Anforderungen
Einen Tag später, am 17. Juli, folgte die öffentliche Beta von macOS 27 mit dem Codenamen „Golden Gate". Das Update integriert Siri tief ins System – etwa per Sprachsteuerung für Shortcuts oder On-Screen-Analysen. Auch der Safari-Browser profitiert: automatische Tab-Gruppierung und eine „Benachrichtige mich"-Funktion für Preisnachlässe sind an Bord.
Doch die neuen KI-Fähigkeiten haben ihren Preis. Auf dem iPhone sind Geräte ab dem 15 Pro nötig, bei Mac und iPad müssen M1-Chips oder neuer verbaut sein.
Lokale KI: Komprimiertes Sprachmodell mit Potenzial
Hinter den Kulissen arbeitet Apple daran, mehr KI-Prozesse direkt auf dem Gerät laufen zu lassen. Bislang stützt sich Apple Intelligence auf eine Mischung aus eigenen Modellen und Google Gemini. Ein Durchbruch könnte nun von PrismML kommen: Deren Modell Bonsai 27B mit 27 Milliarden Parametern wurde um 93 Prozent auf nur 3,9 GB komprimiert.
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Ersten Tests zufolge läuft das Modell auf High-End-Mobilhardware mit rund elf Tokens pro Sekunde – bei 90 bis 95 Prozent der ursprünglichen Leistung. Branchenbeobachter berichten von ersten Gesprächen zwischen Apple und PrismML. Sollte die Technik zum Einsatz kommen, könnte Siri künftig komplexe generative Aufgaben lokal erledigen – ein Gewinn für Geschwindigkeit und Datenschutz.
Europa wartet: Regulatorische HĂĽrden und Infrastruktur-Probleme
Der globale Rollout von Siri AI stockt. Während Apple in China grünes Licht bekam – dort kommen Alibabas Qwen-Modelle zum Einsatz, um lokale Auflagen zu erfüllen –, bleibt der Dienst in Europa blockiert. Ein Termin für die Freigabe steht nicht fest.
Hinzu kommen interne Schwierigkeiten: Der hauseigene KI-Serverchip „Baltra" wurde offenbar verschoben. Aktuelle Server mit M2-Ultra-Chips gelten als zu schwach für große generative KI-Modelle. Apple weicht daher auf Nvidia-GPUs in der Google Cloud aus, um das Siri-Upgrade zu stemmen.
Kompatibilität: Alte Apple Watches raus, neue rein
Die Beta von watchOS 27 zeigt einen deutlichen Leistungssprung zwischen der neuen Siri und der Vorgängerversion. Dafür fliegen ältere Modelle aus der Unterstützung: Die Series 6, 7 und 8, die erste Ultra-Generation sowie die SE 2 sind raus. Unterstützt werden nur noch die Series 9 bis 11, Ultra 2 und 3 sowie die SE 3.
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Rechtliche Baustellen
Der Software-Launch fällt in eine juristisch bewegte Zeit. Apple hat kürzlich eine 250-Millionen-Dollar-Sammelklage (rund 230 Millionen Euro) im Zusammenhang mit Apple Intelligence beigelegt. Parallel läuft ein Rechtsstreit mit OpenAI wegen angeblicher Verletzung von Geschäftsgeheimnissen – ein Konflikt, der die technische Partnerschaft der beiden Unternehmen zusätzlich belastet.
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