iPhone 17 Pro: Forensiker rekonstruieren gelöschte View-Once-Medien
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 00:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Einem am 1. September 2026 veröffentlichten Bericht der brasilianischen PolĂcia Federal (PF) zufolge ist es IT-Forensikern gelungen, als flĂŒchtig eingestufte Kommunikationsdaten auf einem iPhone 17 Pro umfassend wiederherzustellen.
Die Untersuchung konzentrierte sich auf das Mobiltelefon des ehemaligen EigentĂŒmers der Banco Master, Vorcaro, das im Rahmen der âOperation Compliance Zeroâ beschlagnahmt worden war. Die Analyse belegt, dass sogenannte View-Once-Medien sowie spezifische Betriebssystemfunktionen die dauerhafte Löschung von Daten massiv einschrĂ€nken können.
Rekonstruktion trotz View-Once-Funktion
Im Zentrum der forensischen Untersuchung standen fĂŒnf Nachrichten, die am 17. November 2025 â unmittelbar vor der Festnahme des Beschuldigten â ĂŒber die Funktion zur Einmalansicht (âView-Onceâ) an Alexandre de Moraes gesendet wurden. Entgegen der weitlĂ€ufigen Annahme, dass solche Medien nach dem Betrachten unmittelbar und rĂŒckstandslos vom GerĂ€t verschwinden, konnten die Ermittler diese Inhalte rekonstruieren.
Die Experten der PolĂcia Federal stellten fest, dass View-Once-Medien die Datei nicht sofort physisch vom DatentrĂ€ger löschen. Vielmehr verbleiben die Informationen im Speicher, bis sie durch neue Daten ĂŒberschrieben werden. Der Erfolg einer Wiederherstellung ist somit maĂgeblich vom Zeitfaktor und der nachfolgenden AktivitĂ€t auf dem GerĂ€t abhĂ€ngig.
Da Vorcaro die Nachrichten am Vorabend seiner Festnahme am 18. November 2025 verschickte und das GerĂ€t kurz darauf beschlagnahmt wurde, blieb der ursprĂŒngliche Datenzustand weitgehend erhalten.
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Einsatz spezialisierter Forensik-Werkzeuge
FĂŒr die Untersuchung griffen die Behörden auf eine Kombination aus spezialisierter Hardware und Software zurĂŒck. Zum Schutz vor Fernlöschungen oder externen Zugriffen wurde das GerĂ€t in Faraday-KĂ€figen isoliert. Mittels der Werkzeuge Cellebrite und GrayKey gelang eine Bit-fĂŒr-Bit-Extraktion des Speichers. Dabei konnte die gerĂ€teseitige VerschlĂŒsselung umgangen werden.
Die Analyse der extrahierten Daten erfolgte mit der Software IPED in der Version 4.2.2. Ein wesentlicher Befund der Forensiker war, dass Nachrichten aus verschlĂŒsselten Messenger-Apps auf dem physischen Speicher des GerĂ€ts oft in entschlĂŒsselter Form vorliegen. Insgesamt werteten die Ermittler 31.975 Logs und 43.298 Instanzen von App-Nutzungen aus, um die KommunikationsablĂ€ufe lĂŒckenlos nachzuvollziehen.
Digitale Spurensuche im temporÀren Speicher
Ein entscheidender Durchbruch gelang den Ermittlern durch die Analyse des âtmpâ-Ordners auf dem iPhone. Es zeigte sich, dass Vorcaro Inhalte in der Notizen-App verfasst, Screenshots davon erstellt und diese anschlieĂend als View-Once-Bilder versendet hatte. Das Betriebssystem erzeugte bei jedem Screenshot eine temporĂ€re PDF-Datei, welche den Inhalt der Kommunikation preisgab.
Durch den Abgleich von Zeitstempeln konnte die PF eine prĂ€zise Sequenz rekonstruieren: Zwischen der Erstellung eines Screenshots und dem Versand der Nachricht lagen Intervalle von lediglich 11 bis 32 Sekunden. Insgesamt konnten 52 Notizen identifiziert werden, die an einen Kontakt mit der Bezeichnung âAlexandre de Moraes BRASILIAâ gerichtet waren. In den Texten fanden unter anderem Namen wie GalĂpolo, Andrei und Paulo Gonet ErwĂ€hnung.
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Ein IT-Forensiker wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es oft einfacher sei, Bilddaten wiederherzustellen als die eigentlichen Chat-VerlÀufe. WÀhrend die gesendeten Inhalte des Beschuldigten nahezu vollstÀndig gesichert werden konnten, blieben die Antworten des EmpfÀngers Moraes im Dunkeln, da dessen Mobiltelefon keiner forensischen Analyse unterzogen wurde.
Die Ermittlungsergebnisse unterstreichen die technischen Grenzen von PrivatsphĂ€re-Funktionen moderner Smartphones gegenĂŒber professionellen forensischen Extraktionsverfahren.
