Iranische, Banken-Infrastruktur

Iranische Banken-Infrastruktur: Black Wolves legen Zahlungssysteme lahm

23.06.2026 - 17:18:24 | boerse-global.de

Ein massiver Hackerangriff legt drei iranische Staatsbanken lahm. Die Wiederherstellung der Systeme könnte Wochen dauern.

Cyberangriff auf Irans Banken: Millionen Kunden betroffen
Iranische - A hand tries to use a credit card at a glitching ATM with digital code on the screen, symbolizing a cyberattack. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein massiver Cyberangriff hat am Dienstag das iranische Bankensystem erschüttert. Die staatliche IT-Dienstleisterin Informatics Services Corporation (ISC) meldete schwere Störungen bei kartengestützten Zahlungen. Geldautomaten, Bezahlterminals und Mobile-Banking-Apps fielen vielerorts aus. Millionen Kunden konnten keine Überweisungen tätigen oder Bargeld abheben.

Staatsbanken im Visier der Angreifer

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Die Attacke traf vor allem drei große Staatsbanken: Bank Melli, Bank Saderat und Bank Tejarat. Auch Institute wie Bank Mellat, Bank Sepah, Bank Resalat und Bank Tose’e Ta’avon meldeten Ausfälle. Die ISC bestätigte, dass kartengestützte Dienste vorübergehend gestoppt wurden, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Private Banken blieben ersten Berichten zufolge weitgehend verschont.

Die betroffenen Institute wickeln einen Großteil der täglichen Transaktionen ab – darunter Gehalts- und Rentenzahlungen. Der Schaden für die Wirtschaft dürfte enorm sein.

Infrastruktur-Angriff mit Langzeitfolgen

Bereits Mitte Juni 2026 hatte es einen ersten Angriff auf die gemeinsame Infrastruktur von vier Großbanken gegeben. Der Abgeordnete Meysam Zohourian bestätigte, dass die aktuellen Störungen auf einen Angriff auf die zentrale Kommunikationsinfrastruktur der ISC zurückgehen. Diese steuert die kritischen Interbankennetzwerke Shetab und Shaparak.

An manchen Instituten dauern die Ausfälle bereits zehn Tage an. Techniker versuchten, die Systeme durch Hardware-Austausch wieder hochzufahren – bislang ohne Erfolg. Offizielle warnen: Die vollständige Wiederherstellung aller Dienste und die Prüfung der Datensicherungen könnten mindestens zwei weitere Wochen dauern. Die ISC betont jedoch, dass keine Kundendaten gestohlen wurden.

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Wer steckt dahinter?

Die iranische Hackergruppe Black Wolves bekannte sich zu dem Angriff. Sie bezeichnet die Aktion als digitalen Protest gegen das politische System. Die iranische Regierung hingegen macht ausländische Akteure verantwortlich – einen offiziellen Schuldspruch gibt es nicht.

Der Vorfall offenbart eklatante Sicherheitslücken in der zentralisierten Banken-Infrastruktur des Landes. Während sich die Lage bei der Export Development Bank langsam normalisiert, bleibt das gesamte System in erhöhter Alarmbereitschaft. Die Techniker arbeiten unter Hochdruck daran, weitere Zugriffe auf das nationale Zahlungsnetzwerk zu verhindern.

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