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Italiens Gerichte: CSM genehmigt Microsoft Copilot für Dokumente

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 09:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Italiens Justizbehörde genehmigt KI-Einsatz für Recherche und Zusammenfassungen, schließt aber Urteilsverfassen aus.

Italienische Justiz setzt Microsoft 365 Copilot für Gerichtsdokumente ein
Modernes italienisches Gerichtssaal-Interieur mit digitaler KI-Schnittstelle zur Dokumentenverarbeitung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Oberste Rat der Magistratur in Italien (CSM) hat die offizielle Nutzung von Microsoft 365 Copilot für den Zugriff auf und die Verarbeitung von Gerichtsdokumenten genehmigt. Diese Entscheidung markiert den Übergang von einer rein explorativen Phase zu einem operativen Einsatz der Technologie innerhalb der italienischen Justizbehörden. Die Freigabe folgt auf ein Pilotprojekt des Justizministeriums, in dem die Einsatzmöglichkeiten der generativen Künstlichen Intelligenz (KI) im rechtlichen Kontext erprobt wurden.

Rahmenbedingungen und Einsatzgebiete der KI-Unterstützung

Mit der Genehmigung hat der CSM aktualisierte KI-Leitlinien vorgelegt, die den rechtlichen und technischen Rahmen für die Anwendung abstecken. Zu den erlaubten Einsatzbereichen gehören insbesondere die juristische Recherche, das Erstellen von Zusammenfassungen komplexer Sachverhalte sowie Übersetzungen und die Zusammenstellung von Standarddokumenten.

Der Rat betonte in seinen Ausführungen, dass der Einsatz der Technologie notwendig sei, da die staatliche Justiz gegenüber Rechtsanwaltskanzleien, die bereits auf spezialisierte KI-Systeme zurückgreifen, zunehmend ins Hintertreffen geraten sei. Dennoch bleiben wesentliche Kernbereiche der richterlichen Tätigkeit von der Automatisierung ausgeschlossen. So untersagen die Richtlinien ausdrücklich das Verfassen von rechtlichen Maßnahmen oder den verfügenden Teilen von Urteilen durch das System. Zudem ist die Nutzung nicht autorisierter KI-Systeme außerhalb der genehmigten Infrastruktur verboten.

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Datenschutz und technologische Anforderungen

Ein zentraler Aspekt der Genehmigung betrifft die Sicherheit sensibler Justizdaten. Microsoft hat in diesem Zusammenhang zugesichert, dass die Datenspeicherung lokal in Italien erfolgt. Zudem gibt es eine vertragliche Garantie, dass die Justizdaten nicht für das Training der KI-Modelle verwendet werden. Die Leitlinien des CSM sehen vor, dass die Nutzung innerhalb einer isolierten Umgebung des Ministeriums stattfindet (Mandantenisolierung), um den unbefugten Zugriff Dritter zu verhindern.

In den aktualisierten Empfehlungen wurde zudem der Umgang mit der Anonymisierung von Daten neu bewertet. Während diese zuvor als strikt verpflichtend galt, wird sie in den jüngsten Leitlinien nun empfohlen, um die Flexibilität in der operativen Phase zu erhöhen. Dennoch bleibt die menschliche Aufsicht ein obligatorischer Bestandteil des Prozesses. Die Justizmitarbeiter sind angehalten, strukturierte Befehlsketten (Prompts) zu verwenden und an entsprechenden Schulungsprogrammen teilzunehmen, um den sachgerechten Umgang mit der Technologie sicherzustellen.

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Kritik an technologischen Unzulänglichkeiten

Trotz der offiziellen Freigabe gibt es innerhalb des Justizwesens auch kritische Stimmen bezüglich der Zuverlässigkeit von Copilot. In Berichten wurde auf Mängel hingewiesen, insbesondere im Hinblick auf sogenannte Halluzinationen der KI. Als Beispiel wurde eine Umfrage von Ende April dieses Jahres angeführt, in der das System eine nicht existierende Gemeinde erfand.

Zudem bemängelten Fachleute, dass das System teilweise ungeprüfte Daten verarbeite und die Quellenangaben nicht immer lückenlos nachvollziehbar seien. In den Beratungen des CSM wurde daher der Bedarf an einer dedizierten, speziell auf die Justiz zugeschnittenen KI-Lösung geäußert, die eine höhere Präzision und eine bessere Rückverfolgbarkeit der verwendeten Quellen bietet. Vorerst dient Microsoft 365 Copilot jedoch als Basis für die analytischen Aufgaben innerhalb der italienischen Gerichte.

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