Jalapeño-Chip: OpenAI senkt KI-Betriebskosten um 50 Prozent
04.07.2026 - 15:49:43 | boerse-global.de
OpenAI und Broadcom bringen mit „Jalapeño“ den ersten maßgeschneiderten Prozessor des KI-Pioniers auf den Markt. Der Chip soll Kosten drastisch senken und die Abhängigkeit von Standard-Hardware verringern.
Der am heutigen Samstag vorgestellte „Jalapeño“ ist ein sogenannter Application-Specific Integrated Circuit (ASIC) – speziell zugeschnitten auf die Berechnung großer Sprachmodelle (LLMs). Im Gegensatz zu den derzeit dominierenden Grafikprozessoren (GPUs) ist der neue Chip nicht für das Training, sondern für den Betrieb bereits trainierter Modelle optimiert. Die Entwicklung vom ersten Entwurf bis zur Fertigstellung (Tape-out) dauerte nur neun Monate.
50 Prozent weniger Kosten im Test
In Labortests erzielte der Chip eine Kostensenkung von 50 Prozent im Vergleich zu branchenüblichen Komponenten, wie Broadcom mitteilte. Zudem biete der Prozessor eine deutlich höhere Leistung pro Watt. Ab Ende 2026 soll die Hardware in Zusammenarbeit mit Microsoft in Rechenzentren zum Einsatz kommen.
Erst im Juni 2026 gelang OpenAI ein software-seitiger Durchbruch: Ingenieure entwickelten Optimierungen, die die Inferenzkosten halbierten. Seither reichen für bestimmte ChatGPT-Anfragen wenige hundert GPUs aus – statt der zuvor benötigten Zehntausenden.
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Milliarden-Markt und Infrastruktur-Plan
Die Partnerschaft zwischen OpenAI und Broadcom ist Teil eines 10-Gigawatt-Infrastrukturprojekts. Analysten beziffern das Umsatzpotenzial für Broadcom auf rund 200 Milliarden Euro. Das Unternehmen selbst erwartet, dass die KI-Chip-Erlöse im Geschäftsjahr 2027 die Marke von 100 Milliarden Euro überschreiten.
Zum Vergleich: Nvidia, der dominierende Anbieter von Rechenzentrums-Hardware, setzte allein in einem Quartal 75,2 Milliarden Euro um. OpenAI wiederum gab in der ersten Jahreshälfte 2025 umgerechnet rund 5,02 Milliarden Euro für Azure-Inferenzdienste aus – ein Betrag, den man mit eigener Hardware drastisch reduzieren will.
Anthropic zieht mit Samsung nach
Der Trend zur vertikalen Integration erfasst die gesamte Branche. Berichten zufolge führt Anthropic erste Verhandlungen mit Samsung über die Fertigung eines eigenen KI-Chips. Im Fokus steht dabei Samsungs 2-Nanometer-Fertigungsprozess sowie modernste Packaging-Technologien.
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Die Hardware-Ambitionen von Anthropic werden von Clive Chan vorangetrieben, einem ehemaligen Hardware-Ingenieur aus OpenAIs Chip-Programm. Bislang setzt Anthropic auf Googles Tensor Processing Units (TPUs) und Amazons Trainium-Chips – ein eigener Prozessor würde diese Strategie ergänzen.
Das Unternehmen wächst rasant: Der annualisierte Umsatz erreichte im Mai 2026 umgerechnet rund 47 Milliarden Euro, nach neun Milliarden Euro Ende 2025. Eine kürzlich abgeschlossene Series-H-Finanzierungsrunde brachte 65 Milliarden Euro ein – bei einer Bewertung von 965 Milliarden Euro. Samsung beteiligte sich als strategischer Infrastruktur-Partner.
