Jalapeño-Chip, OpenAI

Jalapeño-Chip: OpenAI senkt KI-Kosten um 50 Prozent

26.06.2026 - 16:04:00 | boerse-global.de

OpenAI und Broadcom präsentieren den Spezialchip „Jalapeño“. Er soll KI-Kosten halbieren und die Abhängigkeit von Nvidia reduzieren.

OpenAI entwickelt mit Broadcom eigenen KI-Chip „Jalapeño“
Jalapeño-Chip - Leuchtender Mikrochip mit komplexer Schaltung, umgeben von digitalem Netzwerk-Overlay, in verschwommener Rechenzentrumsumgebung. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der ChatGPT-Entwickler baut seine Hardware-Strategie um. Ein maßgeschneiderter Chip soll Kosten senken und Abhängigkeiten reduzieren.

OpenAI setzt auf Eigenbau: Gemeinsam mit dem Chip-Spezialisten Broadcom hat das Unternehmen einen maßgeschneiderten Beschleuniger für KI-Modelle entwickelt. Der Chip mit dem Namen „Jalapeño" ist speziell für die Ausführung großer Sprachmodelle optimiert – und könnte die Kosten drastisch senken.

Das Projekt, das am 24. Juni 2026 vorgestellt wurde, ist ein zentraler Baustein in OpenAIs Strategie, sich von externen Zulieferern unabhängiger zu machen. Statt teure Grafikprozessoren auf dem freien Markt zu kaufen, setzt der ChatGPT-Erfinder künftig auf eigene Spezialhardware.

Neun Monate vom Konzept zum ersten Chip

Die Entwicklung von „Jalapeño" verlief rasant: In nur rund neun Monaten schaffte es das Team vom ersten Entwurf bis zur sogenannten „Tape-out"-Phase – dem finalen Design, das in die Produktion geht. Mehrere Partner sind an dem Projekt beteiligt: Der taiwanesische Auftragsfertiger TSMC produziert die Silizium-Chips, Broadcom steuert die Implementierung und seine „Tomahawk"-Netzwerktechnologie bei. Celestica baut die Server-Racks für die neue Hardware.

Erste Testmuster laufen bereits. Nach Informationen aus Branchenkreisen läuft auf den Engineering-Samples das Modell GPT-5.3-Codex-Spark – ein Hinweis darauf, dass OpenAI die Technologie ernsthaft erprobt.

Der Schritt kommt nicht überraschend: Ende 2025 hatte Nvidia angeblich eine 100-Milliarden-Dollar-Investition und einen Chip-Lieferdeal mit OpenAI sondiert – der jedoch nie zustande kam. Stattdessen treibt OpenAI nun die Eigenentwicklung voran.

50 Prozent weniger Kosten pro Abfrage

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Die wirtschaftlichen Vorteile sind beeindruckend. Broadcom-CEO Hock Tan erklärte, erste Tests zeigten, dass „Jalapeño" die Kosten für KI-Abfragen um rund 50 Prozent senken könne – im Vergleich zu aktuellen KI-Grafikprozessoren. Der Chip liefere zudem eine deutlich bessere Leistung pro Watt und sei kosteneffizienter als Nvidias „Blackwell"-Architektur oder Googles Tensor Processing Units (TPUs).

OpenAI-Präsident Greg Brockman betonte, die kundenspezifische Hardware solle KI schneller und günstiger für die Nutzer machen. Durch die Optimierung auf die spezifischen Anforderungen großer Sprachmodelle erwartet das Unternehmen, sich vom volatilen Spotmarkt für High-End-GPUs zu entkoppeln.

Ausbau ab Ende 2026 geplant

Der Rollout beginnt noch dieses Jahr: Ab Ende 2026 sollen die ersten „Jalapeño"-Chips in Rechenzentren zum Einsatz kommen – darunter auch in den von Microsoft betriebenen Anlagen. Die Massenproduktion soll 2027 und 2028 hochgefahren werden. Eine zweite Chip-Generation ist bereits für 2028 geplant.

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Bis 2029 will OpenAI eine Kapazität von zehn Gigawatt an eigener Chip-Leistung erreichen. Der Zeitplan ist ambitioniert – zumal das Unternehmen mit erheblichen finanziellen Belastungen kämpft: 2025 verbuchte OpenAI einen operativen Verlust von rund 20,9 Milliarden Euro bei Einnahmen von etwa 13,07 Milliarden Euro.

Analysten von Wedbush Securities sehen „Jalapeño" als ersten Schritt einer ganzen Serie eigener Chip-Lösungen. Der Börsengang, den OpenAI anstrebt, rückt damit näher.

Nvidia unter Druck

Die Ankündigung verändert die Kräfteverhältnisse im Chip-Markt. Nvidia bleibt zwar mit rund 70 Prozent Marktanteil der dominierende Anbieter – doch der Wort sinkt. Nach der „Jalapeño"-Ankündigung legten Broadcom-Aktien um über ein Prozent zu, während Nvidia-Papiere knapp zwei Prozent verloren.

Für deutsche Unternehmen und Investoren ist die Entwicklung doppelt relevant: Zum einen zeigt sie, wie stark der Wettbewerb um KI-Hardware eskaliert. Zum anderen dürften auch europäische Cloud-Anbieter und Rechenzentren von sinkenden Preisen profitieren – wenn die Technologie erst breit verfügbar ist.

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