Japan, Erstmals

Japan: Erstmals über 100.000 Hundertjährige im Land

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Japans Zahl der Hundertjährigen steigt auf 107.677, während Bevölkerung und Geburtenzahl sinken und der Alterswandel soziale Systeme belastet.

Japan zählt erstmals über 100.000 Menschen ab 100 Jahren
Ein ruhiger japanischer Zen-Garten mit geharktem Kies und bemoosten Steinen in der Morgendämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Japan verzeichnet einen neuen Höchststand bei der Zahl seiner ältesten Bürger: Nach Angaben des japanischen Gesundheitsministeriums (Ministry of Health, Labour and Welfare) lebten zum 1. September 2026 landesweit 107.677 Menschen im Alter von 100 Jahren oder mehr. Damit überschritt das Land erstmals die Schwelle von 100.000 Hundertjährigen.

Gegenüber dem Vorjahreswert von 99.763 entspricht das einem Zuwachs um 7.914 Personen – und markiert bereits den 56. Anstieg in Folge, wie die Statistik zeigt.

Frauen dominieren die Gruppe der Höchstbetagten

Die Geschlechterverteilung unter den Hundertjährigen fällt deutlich aus: 94.298 der Betroffenen sind Frauen, das entspricht 87,6 Prozent, während 13.379 Männer sind.

Auch im Vorjahr 2025 war das Verhältnis ähnlich – damals entfielen 87.784 auf Frauen und 11.979 auf Männer. Als älteste Frau Japans gilt Fuyo Kishimoto aus Kyoto im Alter von 114 Jahren, ältester Mann ist Hikaru Kato aus Kumamoto mit 112 Jahren.

Die langfristige Entwicklung verdeutlicht, wie rasant sich die Zahl der Hundertjährigen in Japan vervielfacht hat: 1963 zählte das Land lediglich 153 Menschen dieser Altersgruppe, 1981 waren es erstmals mehr als 1.000, 1998 wurde die Marke von 10.000 überschritten. Gesundheitsminister Kenichiro Ueno führte die anhaltende Entwicklung auf Fortschritte in der Medizin sowie auf gesunde Lebensstile zurück.

Widersprüchliches Verhältnis zum eigenen Altern

Bemerkenswert ist ein Befund aus einer Umfrage, wonach Japan bei negativen Vorstellungen von einem Leben jenseits der 100 Jahre besonders hervorsticht – trotz der wachsenden Zahl an Hundertjährigen im Land. Gleichzeitig bemühen sich der Erhebung zufolge 86 Prozent der befragten Erwachsenen aktiv um ihre Gesundheit.

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Demografischer Wandel als Kehrseite

Der Anstieg der Hundertjährigen fällt in eine Phase, in der Japans Gesellschaft insgesamt deutlich altert. Fast 30 Prozent der Einwohner sind bereits 65 Jahre oder älter, bis 2070 wird ein Anteil von fast 40 Prozent prognostiziert.

Die Gesamtbevölkerung, die 2008 noch bei rund 128 Millionen lag, soll bis 2070 auf 87 Millionen zurückgehen. Im Jahr 2025 schrumpfte die Bevölkerung in 45 von 47 Präfekturen, lediglich Tokio und Okinawa verzeichneten Wachstum.

Parallel dazu bleibt die Geburtenrate niedrig: 2025 kamen in Japan nur 700.000 Kinder zur Welt, bei einer Fertilitätsrate von 1,14 – ein laut BBC-Angaben Rekordtief. Zugleich zählte das Land 2025 mehr als 800.000 Menschen im Alter von 95 Jahren oder älter, womit die Zahl der sehr alten Menschen die der Neugeborenen deutlich übertraf.

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Auch gesellschaftliche Trends dürften diese Entwicklung langfristig verstärken: Laut einer von AP zitierten Erhebung wollen mehr als 20 Prozent der Unverheirateten zwischen 18 und 34 Jahren gar nicht erst heiraten. Zuwanderung gleicht die demografische Lücke bislang kaum aus – der Ausländeranteil in Japan liegt laut BBC bei lediglich etwa 3 Prozent.

Die Kombination aus einer wachsenden Zahl extrem alter Menschen und einer schrumpfenden, alternden Gesamtbevölkerung stellt Japan vor strukturelle Herausforderungen, die weit über die Frage der Langlebigkeit hinausreichen – von der Finanzierung sozialer Sicherungssysteme bis zur Versorgung einer immer kleineren erwerbstätigen Bevölkerung.

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de | wissenschaft | 70140314 |