Japankäfer, Hannover

Japankäfer in Hannover: Invasiver Schädling breitet sich aus

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 14:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Artikel zeigt nachhaltige Methoden für Hobbygärtner: von Pflanzenjauchen über Tonbewässerung bis zu neuen EU-Regeln für genomeditiere Pflanzen.

Nachhaltig Gärtnern: Tipps zu Dünger, Bewässerung & Schädlingen
Nahaufnahme einer Hand, die einen Lavendelsteckling in einen Tontopf pflanzt, in einem gepflegten, naturnahen Garten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gärtnern wird grüner – und das betrifft Hobbygärtner wie Profis gleichermaßen. Immer mehr setzen auf nachhaltige Methoden, pflanzliche Dünger und clevere Bewässerung. Gleichzeitig machen invasive Schädlinge den Pflanzen zu schaffen.

Stecklinge statt Neukauf: So vermehrt ihr Lavendel selbst

Wer Geld sparen will, vermehrt seine Pflanzen einfach selbst. Am Beispiel Lavendel zeigt sich, wie einfach das geht. Schneidet im Frühjahr oder Spätsommer etwa zehn Zentimeter lange Triebe ab und steckt sie in ein Gemisch aus nährstoffarmer Anzuchterde und Sand. Frühjahrsstecklinge könnt ihr oft noch im selben Jahr auspflanzen. Spätsommer-Kulturen brauchen dagegen einen frostfreien Winter.

Beinwelljauche: Der natürliche Power-Dünger

Pflanzliche Jauchen werden zur echten Alternative zu chemischen Düngern. Besonders Beinwelljauche ist wertvoll: Sie steckt voller Stickstoff und Kalium – ideal für Starkzehrer wie Tomaten oder Paprika. Mischt zwei Drittel Pflanzenmaterial mit Regenwasser, lasst das Ganze zwei Wochen gären und verdünnt das Konzentrat im Verhältnis 1:10. Auch Brennnesseln, Giersch oder Löwenzahn eignen sich als Basis.

4000 Jahre alte Bewässerungsidee: Die Olla

Trockenperioden nehmen zu – und damit die Nachfrage nach wassersparenden Methoden. Eine uralte Technik nutzt unglasierte Tontöpfe, sogenannte Ollas. Vergrabt im Boden geben sie Feuchtigkeit direkt an die Wurzeln ab. Ein Drei-Liter-Gefäß versorgt einen Radius von etwa 90 Zentimetern. Der Haken: Für Flachwurzler wie Salat oder Erdbeeren taugt die Methode weniger, und in der Keimphase von Samen reicht sie nicht aus.

Zimt gegen Schädlinge? Klingt verrückt, hilft aber

Zimt ist ein echtes Multitalent im Garten. Die ätherischen Öle vertreiben Ameisen, Spinnen und Trauermücken. Das Öl wirkt zudem pilzhemmend – gut gegen Schimmel auf der Erde oder Keimlingssterben. Für Kresse oder Tomaten solltet ihr Zimt aber nicht einsetzen. Ergänzend schützen feinmaschige Netze vor Schädlingen wie dem Erdfloh und reduzieren gleichzeitig die Wasserverdunstung.

Japankäfer in Niedersachsen: Alarmstufe für Gärtner

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Der Japankäfer wurde am Flughafen Hannover nachgewiesen – ein meldepflichtiger Quarantäneschädling, der über 400 Pflanzenarten befällt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihren Garten mit natürlichen Methoden schützen. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

Invasive Insekten bereiten der Landwirtschaft zunehmend Probleme. Im Juli 2026 wurde am Flughafen Hannover erstmals ein Japankäfer in Niedersachsen nachgewiesen. Der meldepflichtige Quarantäneschädling befällt über 400 Pflanzenarten. Auch in Nordrhein-Westfalen steigt die Zahl der Nester der Asiatischen Hornisse – 2026 auf 125, eine Verfünffachung zum Vorjahr. Glasflügelzikaden schädigen zudem vermehrt Kartoffel- und Zuckerrübenkulturen.

Blühstreifen gegen das Insektensterben

Die Gegenmaßnahmen setzen auf Artenvielfalt und Pheromone. In Garbsen haben Privatpersonen und Vereine rund 5.000 Quadratmeter Blühstreifen mit Sonnenblumen, Buchweizen und Alexandrinerklee angelegt. Solche Initiativen wirken dem drastischen Rückgang der Insektenbiomasse entgegen – seit 1989 sind es etwa 76 Prozent.

Drohnen und Roboter: Hightech im Gemüsebeet

Die Digitalisierung hält Einzug in die Pflanzenpflege. In Werther konnten Landwirte durch Drohnen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um bis zu 90 Prozent reduzieren. Am Bodensee testen Forscher Ernteroboter mit Künstlicher Intelligenz: Sie analysieren den Reifegrad von Obst und prognostizieren Erntezeitpunkte. Damit die Roboter effizient arbeiten, müssen Obstbäume in schlanken Formen gezogen werden.

Neue EU-Regeln für genomeditiere Pflanzen

Im Juni 2026 hat die EU neue Vorschriften für genomeditiere Pflanzen (NGT) beschlossen. Die Regelung teilt sie in zwei Kategorien:

Kategorie 1 (NGT-1): Pflanzen mit begrenzten genetischen Veränderungen werden künftig ähnlich reguliert wie konventionell gezüchtete.

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Neben dem Japankäfer breiten sich auch Asiatische Hornisse und Glasflügelzikade aus – die Insektenbiomasse ist seit 1989 um 76 % gesunken. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit Blühstreifen und Pheromonfallen gegensteuern. Ratgeber für Artenvielfalt jetzt sichern

Kategorie 2 (NGT-2): Hier gelten weiterhin die strengen Regeln für gentechnisch veränderte Organismen (GVO).

Die neuen Regeln schreiben eine Kennzeichnungspflicht für Samen und eine öffentliche Datenbank vor. NGT-1-Pflanzen bleiben in der ökologischen Landwirtschaft verboten. Für die Umsetzung gilt eine Übergangsfrist von zwei Jahren.

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