Demenz, Experten

Jede zweite Demenz vermeidbar: Experten fordern Lebensstil-Wende

24.05.2026 - 03:53:07 | boerse-global.de

Studien zeigen: Gesunder Lebensstil kann jede zweite Demenz verhindern. Neue Immunzellen im Gehirn entdeckt.

Jede zweite Demenz vermeidbar: Experten fordern Lebensstil-Wende - Foto: über boerse-global.de
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000 Neudiagnosen hinzu. Doch ein großer Teil dieser Erkrankungen wäre vermeidbar. Der Mediziner Dietrich Grönemeyer verweist auf Daten einer Lancet-Kommission: Demann ließe sich etwa jede zweite Demenzerkrankung verhindern.

Die Kommission identifizierte 14 beeinflussbare Risikofaktoren. Dazu zählen regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung sowie der Verzicht auf Rauchen und Übergewicht. Auch die Korrektur von Hörverlusten und die Verarbeitung psychischer Traumata spielen eine entscheidende Rolle.

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Rauchstopp senkt Risiko – aber nur mit Maß

Eine Langzeitstudie der Zhejiang University School of Medicine untermauert die Bedeutung des Rauchstopps. Die Forschungsgruppe um Dr. Hui Chen wertete im Fachmagazin Nature Neuroscience Daten von 32.802 Personen über zehn Jahre aus. Ergebnis: Der Verzicht auf Tabak senkt das Demenzrisiko um durchschnittlich 16 Prozent.

Allerdings gibt es einen Haken: Der kognitive Vorteil bleibt nur bestehen, wenn die Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp maximal fünf Kilogramm beträgt. Bei einer Zunahme von mehr als zehn Kilogramm neutralisiert sich der positive Effekt.

Kultur senkt biologisches Alter

Auch kulturelle Teilhabe hat messbare Auswirkungen. Eine Studie mit über 3.500 Erwachsenen zeigt: Wöchentliche Theater- oder Konzertbesuche senken das biologische Alter um etwa ein Jahr. Der Effekt ist besonders bei Menschen über 40 Jahren ausgeprägt und mit regelmäßigem Sport vergleichbar.

Neue Immunzellen im Alzheimer-Gehirn entdeckt

Parallel zur Präventionsforschung machen Wissenschaftler Fortschritte beim Verständnis der Alzheimer-Erkrankung selbst. Ein Forschungskonsortium unter Beteiligung der Universitäten Augsburg und Leipzig entdeckte mithilfe der neuartigen CODEX-CNS-Mikroskopie eine bisher unbekannte Population von Immunzellen.

Die als „human plaque-associated microglia“ (HPAM) bezeichneten Zellen sammeln sich bevorzugt an dichten Amyloid-Beta-Ablagerungen an. Sie machen etwa 40 Prozent der Immunzellen in der Umgebung solcher Plaques aus. Die Wissenschaftler vermuten, dass sie eine Schlüsselrolle bei Entzündungsprozessen spielen, die mit dem kognitiven Verfall einhergehen.

Stress killt Gedächtnis

Akuter Stress beeinträchtigt die Gedächtnisleistung direkt. Eine internationale Studie belegt durch fMRT-Aufnahmen, dass Stress die Aktivität im Hippocampus reduziert. Das erschwert sowohl die Reaktivierung gespeicherter Informationen als auch die Integration neuer Lerninhalte. Die Forscher empfehlen einfache Atemtechniken zur kurzfristigen Stressreduktion.

Kakao-Inhaltsstoff verbessert Gedächtnis

Die Kyushu University in Japan liefert neue Erkenntnisse zu natürlichen Substanzen. Procyanidin C1 (PC1), ein Inhaltsstoff in Kakao, Zimt und Weintrauben, verbessert das räumliche Arbeitsgedächtnis. Der Stoff moduliert einen speziellen Signalweg über die Hochregulation von miR-181a-5p.

Medikamente enttäuschen

Ernüchternd fallen dagegen die Ergebnisse bei der medikamentösen Behandlung aus. Phase-3-Studien zu Semaglutid (14 mg) bei früher Alzheimer-Erkrankung zeigten keine klinisch relevante Verlangsamung des kognitiven Abbaus. Auch Omega-3-Präparate werden kritisch hinterfragt: Eine chinesische Studie deutet darauf hin, dass sie bei Trägern des APOE4-Gens den kognitiven Abbau sogar beschleunigen könnten.

Pflegeversicherung droht Milliardendefizit

Die steigende Zahl Demenzkranker stellt die sozialen Sicherungssysteme vor massive Herausforderungen. Der GKV-Spitzenverband warnt vor einem Defizit von 4,2 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung für 2026. Die Ausgaben steigen um 9,1 Prozent, die Einnahmen nur um 7,7 Prozent. Für 2027 beziffert Verbandschef Blatt den zusätzlichen Finanzbedarf auf rund 10 Milliarden Euro.

Berlin verabschiedet erstes Altenhilfestrukturgesetz

Das Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedete das bundesweit erste Altenhilfestrukturgesetz. Senatorin Ina Czyborra betont: Es schafft verbindliche Vorgaben für die Altenhilfe in den Bezirken. Ziele sind unter anderem der Zugang zu Information und Begegnung, die Förderung digitaler Befähigung sowie einkommensabhängige Leistungen für Hausnotrufe oder Umzüge.

Fußball weckt Erinnerungen

Innovative Projekte verbessern die Lebensqualität von Betroffenen. Seit zwei Jahren besuchen Freiwillige der Fanabteilung von Mainz 05 und der BeKo Demenz Pflegeeinrichtungen mit „Erinnerungskoffern“ voller Sportutensilien. Durch emotionale Bezüge zum Fußball werden Erinnerungen bei Demenzpatienten geweckt und die Kommunikation gefördert.

KI hilft beim Verständnis des Gehirns

Ein Forschungsteam der TU Berlin und der University of Pennsylvania stellte ein KI-Modell vor, das die menschliche visuelle Aufmerksamkeit nachbildet. Solche Modelle könnten helfen, neurophysiologische Effekte wie Aufmerksamkeitsblindheit besser zu verstehen und neue diagnostische Werkzeuge zu entwickeln.

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Auf dem Work Health Day in Thüringen wurde empfohlen, regelmäßige kognitive Belastungstests in das betriebliche Gesundheitsmanagement zu integrieren. Ziel: die digitale Berufsfähigkeit sichern und die mentale Gesundheit schützen.

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