Forschungsneubau Microverse Center Jena: Agil in der Planung und schlank in der AusfĂŒhrung
14.11.2023 - 08:41:38 | presseportal.de
Neben rund 130 BestandsgebĂ€uden tragen zahlreiche Neubauprojekte dazu bei, die UniversitĂ€t Jena weiterhin erstklassig zu entwickeln. Dabei ist der Zeitplan eng, da die Fördermittel von Bund und Land fĂŒr die Bauvorhaben an zeitliche Fristen gekoppelt sind. Jeweils rund 20 Millionen Euro investieren das Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung und der Freistaat ThĂŒringen in den Bau des neuen ForschungsgebĂ€udes MCJ: "Die groĂzĂŒgige UnterstĂŒtzung des Bundes, des Freistaats ThĂŒringen und der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t ermöglicht es uns, fĂŒr unseren Exzellenzcluster ein ForschungsgebĂ€ude zu schaffen, das Begegnungen und Synergien fördert. Dadurch wachsen UniversitĂ€t und auĂeruniversitĂ€re Institute weiter zusammen und bilden die Basis fĂŒr ein weltweit sichtbares Zentrum der Spitzenforschung", sagt Prof. Dr. Kirsten KĂŒsel, Sprecherin des Exzellenzclusters "Balance of the Microverse".
Spitzenforschung made in Jena
Das MCJ soll das rĂ€umliche HerzstĂŒck des Exzellenzclusters "Balance of the Microverse" (Gleichgewicht im Mikroversum) werden - einem Forschungsnetzwerk, das die Zusammensetzung sowie Kommunikation und Interaktion mikrobieller Gemeinschaften untereinander und mit ihrer Umwelt in den Mittelpunkt stellt. Insgesamt wird das MCJ fĂŒr 170 Wissenschaftler:innen und 30 nichtwissenschaftliche Mitarbeitende ausgelegt sein. Das von hks Architekten entworfene GebĂ€ude bietet die notwendige Infrastruktur fĂŒr neue und bestehende Professuren, mehrere Nachwuchsforschergruppen sowie das Microverse Imaging Center und die GeschĂ€ftsstelle des Exzellenzclusters. Nachhaltige Elemente wie eine Holzfassade, groĂe WĂ€rmespeicher und eine Photovoltaikanlage mit integriertem GrĂŒndach sorgen fĂŒr eine hohe Energieeffizienz.
BIMxLean in der Praxis
Die Bauverantwortlichen der UniversitĂ€t wollen Mehrwerte fĂŒr die Planung, Realisierung und den spĂ€teren GebĂ€udebetrieb erreichen. Zu diesem Zweck wird das Projekt unter Vorgaben der digitalen Projektbearbeitung als BIMxLean-Pilotprojekt mit Lean-AnsĂ€tzen geplant. Die Lean-Philosophie zielt darauf ab, alle Formen von Verschwendung, Fehlern und unnötigen Kosten zu vermeiden, indem sie sich an den BedĂŒrfnissen der Kunden orientiert und die Prozesse kontinuierlich verbessert - eine Methode, die der Erfinder des Toyota-Produktionssystems Taiichi Ohno in den 1950er Jahren entwickelte. Mit BIM werden alle relevanten Daten eines Bauobjekts digital modelliert, kombiniert und erfasst, um eine optimierte Planung, AusfĂŒhrung und Bewirtschaftung zu ermöglichen.
Neben der Projektsteuerung unterstĂŒtzt Drees & Sommer bei der Implementierung der beiden Methoden. Nacharbeiten, unnötige Wartezeiten sowie Arbeitskraft- und Materialverschwendung gehören mit BIMxLean der Vergangenheit an. Der Lean-Gedanke verfolgt den Ansatz, ĂŒber den Bauablauf hinweg das gesamte GebĂ€ude in logische Abschnitte aufzuteilen und diese auszufĂŒhren. Das Ziel ist ein optimaler Prozessplan, damit die Baustelle von sogenannten GewerkezĂŒgen - einer festen Aneinanderreihung von bestimmten Gewerken - gleichmĂ€Ăig, also im Fluss, durchlaufen werden kann. Schwachstellen und Risiken können so frĂŒhzeitig aufgedeckt und neu priorisiert werden. Anhand einer Gesamtprozessanalyse wird der Projektablauf noch vor Baustart wochengenau durchdacht - Lean Construction Management (LCM) wird dieser Ansatz genannt.
"Bei LCM kommt vor allem der ganzheitlichen Projektplanung mit allen Beteiligten ein besonderer Stellenwert zu. Ziel ist es, die Kommunikation zwischen den einzelnen Gewerken zu optimieren und frĂŒhzeitig zu starten. Mit dieser Methode sind wir auf der Baustelle um fast ein Drittel schneller in den AblĂ€ufen gegenĂŒber dem traditionellen Vorgehen", erklĂ€rt BIM- und Lean-Experte Stephan Hösemann von Drees & Sommer. So kann selbst bei Engpassressourcen, wenn beispielsweise zu wenig Baumaterial geliefert wurde, dank LCM eine Auslastung von mehr als 85 Prozent sichergestellt werden.
Alles im Takt
Um die Synergien zu heben, die sich durch eine Kombination von BIM und Lean ergeben, setzen die Planer des Uni-Neubaus auf eine separate Plattform und die passende Software: Mit LCM Digital, einer webbasierten kollaborativen Planungs- und Steuerungslösung, wird der Planungs- und Bauprozess gesamtheitlich transparent und digital planbar. Die cloudbasierte Plattform big, in der sĂ€mtliche Daten eines GebĂ€udes hinterlegt sind, ermöglicht es, die beiden Prozesslandschaften von LCM und BIM in ĂŒbergeordneten DatensĂ€tzen zusammenzufassen. Ănderungen im Terminplan können jederzeit und fĂŒr alle Projektbeteiligten transparent ĂŒber die Plattform dargestellt und kommuniziert werden.
Von Big Data zu Smart Data
Das Sammeln der taktbereichsbezogenen Ergebnisse in einem zentralen Tool war eine der wesentlichen Anforderungen fĂŒr das Bauvorhaben der UniversitĂ€t Jena, um Redundanzen zu eliminieren und keine Datensilos entstehen zu lassen. Die gesammelten Daten sollten schnell auswertbar sein und die Kommunikation im Planungs- und BauausfĂŒhrungs-Prozess transparenter, schneller und schlanker werden, um gröĂtmögliche Akzeptanz und Nutzen zu erreichen. Die Kombination von BIM und Lean ermöglicht eine hohe QualitĂ€tssicherung in der Planung und auf der Baustelle. Die gesammelten Daten sind nicht nur fĂŒr Dokumentations- und Archivierungszwecke hilfreich, sondern auch fĂŒr den spĂ€teren Lebenszyklus der Immobilie: Das ist ein groĂer Mehrwert, von dem das Facility Management des Forschungsneubaus im Betrieb profitieren wird.
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