Computer und Informationstechnologie, ComputerkriminalitÀt

Warum persönliche Daten immer schneller im Darknet landen

21.01.2026 - 09:15:00

Jena - Ob Online-Shopping, Streaming-Abo oder App-Download: Noch nie wurden so viele persönliche Daten an so vielen Stellen gespeichert wie heute. Genau das macht digitale IdentitĂ€ten fĂŒr Cybergangster so wertvoll. Einmal kompromittiert, tauchen Passwörter, Zahlungsdaten oder ganze Nutzerprofile hĂ€ufig innerhalb kurzer Zeit in Untergrundforen und MarktplĂ€tzen im Darknet auf. Dort werden sie gehandelt, kombiniert und fĂŒr Betrug genutzt. Der europĂ€ische IT-Sicherheitshersteller ESET warnt vor den Gefahren, die hierdurch entstehen.

"Ein einzelnes Datenleck ist heute selten ein isolierter Vorfall", sagt Michael Klatte, Cybersicherheitsexperte bei ESET. "Gestohlene Zugangsdaten sind der Rohstoff fĂŒr weitere Angriffe. Sie werden gesammelt, automatisiert ausprobiert und öffnen Angreifern oft TĂŒr um TĂŒr zu weiteren Konten."

Darknet als Marktplatz fĂŒr IdentitĂ€ten

Daten geraten auf unterschiedliche Weise in kriminelle HÀnde. HÀufige Ursachen sind SicherheitsvorfÀlle bei Unternehmen, Spionage-Software, Phishing und falsch konfigurierte Cloud-Dienste. Besonders riskant ist die wachsende Professionalisierung der Angreifer. Schadsoftware und Angriffswerkzeuge werden lÀngst als Dienstleistung angeboten. Kriminelle benötigen nicht einmal mehr technisches Spezialwissen.

Warum klassische Schutzmechanismen oft nicht mehr reichen

"Wir sehen, dass Angreifer lĂ€ngst nicht mehr nur Passwörter stehlen", so Klatte weiter. "Session-Cookies oder Authentifizierungs-Tokens ermöglichen es ihnen, bestehende Logins zu ĂŒbernehmen. Das kann sogar eine Zwei-Faktor-Authentifizierung aushebeln. FĂŒr Betroffene ist das besonders tĂŒckisch, weil es zunĂ€chst völlig unauffĂ€llig bleibt."

Neben klassischen Zugangsdaten kursieren zunehmend hochsensible Informationen, darunter biometrische Merkmale wie FingerabdrĂŒcke oder Gesichtsscans. Der Unterschied ist entscheidend: Passwörter lassen sich Ă€ndern, biometrische Daten nicht. Das macht IdentitĂ€tsdiebstahl zu einem langfristigen Risiko.

Konkrete Hilfe fĂŒr den Ernstfall und danach

Wenn persönliche Daten im Darknet auftauchen, zĂ€hlt jede Stunde. FĂŒr den Ernstfall hat der ESET-Experte folgende Tipps fĂŒr Betroffene von IdentitĂ€tsdiebstahl:

* Passwörter sofort Ă€ndern , wenn ein Konto betroffen sein könnte – insbesondere, wenn dieselben Passwörter ĂŒber mehrere Konten hinweg benutzt werden * Wo möglich, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, idealerweise ĂŒber eine Authenticator-App statt SMS * Dienste meiden, die keine 2FA anbieten, da die Kombination aus Nutzernamen und Passwort allein unsicher ist * Alle aktiven Sitzungen in wichtigen Konten beenden , etwa in E-Mail- und Social-Media-Accounts * KontoaktivitĂ€ten prĂŒfen , zum Beispiel ungewöhnliche Logins, unbekannte GerĂ€te oder verdĂ€chtige Weiterleitungen im Postfach * Bank und Zahlungsanbieter informieren , wenn Zahlungsdaten betroffen sein könnten, und Konten auf verdĂ€chtige Transaktionen hin im Auge behalten * GerĂ€te auf Infostealer und andere Malware prĂŒfen , bevor neue Passwörter gesetzt werden. Hier helfen zuverlĂ€ssige IT-Sicherheitslösungen wie die von ESET ( https://www.eset.com/de/home/protection-plans/ ) * Vorsicht bei Mails und SMS mit "Sicherheitswarnungen" oder "Kontosperrungen", besonders direkt nach einem Leak * Alte, ungenutzte Online-Konten schließen , um unnötige AngriffsflĂ€chen zu reduzieren

Langfristig kommt es auf digitale Hygiene an. Dazu gehören regelmĂ€ĂŸige Updates, starke und einzigartige Passwörter, ein verantwortungsvoller Umgang mit persönlichen Daten und ein kritischer Blick auf Nachrichten, Links und AnhĂ€nge.

"Viele unterschÀtzen den Ernst der Lage oder reagieren zu spÀt", sagt Klatte. "Cyberkriminelle arbeiten hochautomatisiert und mit enormem Tempo. Wer seine Konten sichern will, muss im Ernstfall genauso schnell handeln."

Mehr HintergrĂŒnde und konkrete Schutzmaßnahmen gibt es im Blogbeitrag "Verkauft, vernetzt, verwundbar: So landen Ihre Daten im Darknet ( https://www.welivesecurity.com/de/privatsphare/verkauft-vernetzt-verwundbar-so-landen-ihre-daten-im-darknet/ )" auf WeLiveSecurity.

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Aussender: ESET Deutschland GmbH Ansprechpartner: Philipp Plum Tel.: +49 3641 3114 141 E-Mail: [email protected] Website: www.eset.de

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