Cybersicherheit ja, Herkunft egal?
02.06.2025 - 14:15:00Mit Blick auf die Ergebnisse zeigt sich: Vor allem Umfrageteilnehmer mit höherem Haushaltseinkommen und Bildungsabschluss achten auf die Herkunft ihrer Software und setzen auf einen europÀischen Hersteller. Zudem sind sie eher im Rahmen der aktuellen geopolitischen Lage zu einem Anbieterwechsel bereit.
"Vier von fĂŒnf Nutzern in Deutschland haben eine IT-Sicherheitslösung installiert. Diese Entwicklung ist sehr erfreulich â denn: Die Bedrohung durch Cyberangriffe hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen", sagt Thorsten Urbanski, Leiter der TeleTrust Initiative "IT Security made in EU" und Director of Marketing DACH bei ESET. "Wenn Verbraucher zudem sichergehen wollen, dass EU-Datenschutz und IT-Sicherheit Hand in Hand gehen, sollten sie klar auf europĂ€ische Anbieter setzen."
Die Umfrageergebnisse stehen in starkem Kontrast zu einer anderen aktuellen ESET-Umfrage ( https://www.eset.com/de/about/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen/eset-umfrage-mehrheit-deutscher-unternehmen-setzt-bei-der-it-sicherheit-auf-made-in-eu/? ) unter deutschen Unternehmensentscheidern: Hier dominierten europĂ€ische Hersteller im Vergleich zu anderen Regionen deutlich. Drei von vier deutschen Unternehmen nutzen IT-Sicherheitslösungen aus der EU. Bei Endnutzern hingegen sind es nur 14 Prozent, womit europĂ€ische Lösungen ein wenig hinter US-Anbietern (16 Prozent) zurĂŒckfallen.
Fast die HĂ€lfte aller Privatanwender kennen nicht das Herkunftsland ihrer Sicherheitssoftware
Knapp die HĂ€lfte der Befragten (46 Prozent) konnte nicht auf Anhieb sagen, aus welchem Land ihre Sicherheitssoftware stammt.
Unter den Befragten mit abgeschlossenem Studium bevorzugen 20 Prozent europĂ€ische Lösungen, 38 Prozent kennen die Wurzeln des IT-Sicherheitsherstellers nicht. Auch bei den Studierenden setzen mehr als ein Viertel (26 Prozent) auf Produkte aus Europa, 40 Prozent wissen nichts ĂŒber die Herkunft ihres Virenschutzes.
UniversitĂ€tsabsolventen sind mit 44 Prozent auch stĂ€rker bereit, aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage den eigenen Security-Anbieter zu wechseln â genauso wie Höchstverdiener mit einem Monatseinkommen von ĂŒber 10.000 Euro. Insgesamt neigen nur 36 Prozent aller Befragten zu einem Umstieg.
"Generell mĂŒssen wir in Deutschland in puncto IT-Awareness noch einiges tun und zugleich Verbraucher besser ĂŒber die Vorteile statt ĂŒber die Hemmnisse europĂ€ischer Datenschutzrichtlinien informieren", ergĂ€nzt Urbanski.
Warum IT-Sicherheit "Made in EU" so wichtig ist
In einer zunehmend digitalisierten Welt ist IT-Sicherheit nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern auch eine Frage von Vertrauen, Datenschutz und SouverĂ€nitĂ€t. Gerade europĂ€ische Lösungen nehmen dabei aus mehreren GrĂŒnden eine besondere Rolle ein:
1. Strenger Datenschutz durch die DSGVO
Die EuropĂ€ische Union hat mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) weltweit einen der strengsten Datenschutzrahmen geschaffen. IT-Sicherheitslösungen aus Europa unterliegen diesen Vorgaben â sie dĂŒrfen personenbezogene Daten nur im eng definierten Rahmen verarbeiten und speichern. Das schafft Transparenz und Kontrolle fĂŒr Nutzer.
2. Keine versteckten HintertĂŒren
EuropĂ€ische Hersteller sind nicht denselben gesetzlichen Zugriffspflichten unterworfen wie Anbieter aus den USA, China oder Russland (z.?B. Cloud Act, nationale Geheimdienstgesetze). Wer europĂ€ische Lösungen nutzt, reduziert das Risiko, dass Regierungen auĂerhalb der EU auf sensible Daten zugreifen können.
3. Digitale SouverÀnitÀt
Europa will seine digitale UnabhĂ€ngigkeit stĂ€rken â dazu gehört auch, bei kritischer IT-Infrastruktur nicht vollstĂ€ndig auf auĂereuropĂ€ische Anbieter angewiesen zu sein. EuropĂ€ische IT-Sicherheitslösungen sind ein Baustein fĂŒr eine souverĂ€ne digitale Infrastruktur, die wirtschaftliche und politische Interessen der EU schĂŒtzt.
Ăber die Umfrage Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. FĂŒr diese Befragung wurden im Zeitraum vom 12. bis zum 14.3.2025 insgesamt 2043 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschlieĂend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind reprĂ€sentativ fĂŒr die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
(Ende)
Aussender: ESET Deutschland GmbH Ansprechpartner: Michael Klatte Tel.: +49 3641 3114 257 E-Mail: michael.klatte@eset.de Website: www.eset.de

