Jo-Jo-Effekt, Studie

Jo-Jo-Effekt: Neue Studie entkräftet alte Gesundheitswarnungen

15.05.2026 - 16:27:59 | boerse-global.de

Forscher entkräften Bedenken zum Jo-Jo-Effekt: Gewichtsschwankungen schaden dem Stoffwechsel nicht dauerhaft. Probiotika helfen beim Gewichtserhalt.

Jo-Jo-Effekt: Neue Studie entkräftet alte Gesundheitswarnungen - Foto: über boerse-global.de
Jo-Jo-Effekt: Neue Studie entkräftet alte Gesundheitswarnungen - Foto: über boerse-global.de

Eine aktuelle Analyse in The Lancet Diabetes & Endocrinology stellt die langjährige Warnung vor dem Jo-Jo-Effekt grundlegend infrage.

Professor Magkos von der Universität Kopenhagen und Professor Stefan vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) in Tübingen fanden keine kausalen Belege für eine dauerhafte Schädigung des Stoffwechsels oder einen nachhaltigen Muskelabbau durch wiederholte Gewichtsschwankungen.

Anzeige

Ab dem 50. Lebensjahr verliert der Körper kontinuierlich an Substanz, was weitreichende Folgen für den Stoffwechsel und die Beweglichkeit haben kann. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie mit nur 6 gezielten Übungen effektiv gegensteuern. Gratis-PDF: Übungen gegen Muskelschwund jetzt sichern

Die Botschaft der Forscher ist klar: Die Vorteile einer Gewichtsabnahme überwiegen die Risiken einer erneuten Zunahme deutlich. Wer nach einer Diät wieder zunimmt, kehrt lediglich zu seinem ursprünglichen Risikoprofil zurück – eine Verschlechterung darüber hinaus bleibt aus.

Diese Erkenntnis ist besonders relevant für Nutzer von GLP-1-Medikamenten. Bei ihnen wird nach dem Absetzen häufig eine Gewichtszunahme beobachtet. „Die Sorge vor dem Jo-Jo-Effekt sollte kein Hindernis für den Versuch einer Gewichtsreduktion sein", betonen die Autoren.

Probiotika helfen beim Gewichtserhalt

Doch wie bleibt das Gewicht nach der Diät stabil? Hier rückt das Darmmikrobiom in den Fokus. Ein zentraler Akteur ist das Bakterium Akkermansia muciniphila.

Eine herstellerfinanzierte Studie in Nature Medicine mit 90 Teilnehmern liefert vielversprechende Ergebnisse. Nach einer achtwöchigen Diät nahm die Probiotika-Gruppe durchschnittlich nur 1,2 Kilogramm wieder zu. Die Placebogruppe legte dagegen 3,2 Kilogramm zu.

Zusätzlich zeigte sich bei den Anwendern des MucT-Stammes eine verbesserte Insulinsensitivität. Das Mikrobiom beeinflusst offenbar nicht nur die Kalorienverwertung, sondern auch die hormonelle Steuerung des Stoffwechsels.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2026 in Nutrients bestätigt die Wirkung von Multispezies-Probiotika. In der doppelblinden Studie mit 39 Erwachsenen über 12 Wochen senkte die gezielte Bakterienzufuhr den Nüchternblutzucker und Entzündungsmarker wie hs-CRP signifikant.

SIBO bleibt eine therapeutische Herausforderung

Trotz der Fortschritte bei Probiotika bereiten bakterielle Fehlbesiedlungen weiterhin Probleme. Schätzungen zufolge leiden 60 bis 80 Prozent der Reizdarmpatienten an SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth).

Die Symptome reichen von Blähungen über Bauchschmerzen bis zu Verdauungsstörungen. Die Diagnose erfolgt meist über einen Atemtest. Die Behandlung umfasst Antibiotika wie Rifaximin und eine Low-FODMAP-Diät.

Die Rückfallquote bleibt mit bis zu 50 Prozent hoch. Das zeigt die Komplexität einer dauerhaften Mikrobiom-Regulierung.

Intervallfasten: Kein Wundermittel

Experten räumen auch mit Ernährungsmythen auf. Eine Cochrane-Studie vom Februar 2026 wertete 22 Einzelstudien mit rund 2.000 Teilnehmern aus. Ergebnis: Intervallfasten ermöglicht keinen größeren Gewichtsverlust als eine herkömmliche Kalorienreduktion.

Entscheidend bleibt die dauerhafte Kalorienbilanz – nicht der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. Eine Studie von ISGlobal aus dem April 2026 bestätigte zudem, dass der Verzicht auf das Frühstück keine signifikanten Vorteile bietet.

Auch bei der Fettwahl ist Differenzierung angesagt. Butter in moderaten Mengen (10 Gramm enthalten 75 kcal) enthält oft weniger entzündungsfördernde Omega-6-Fette und Transfette als viele Margarineprodukte. Bei bestehenden Fettstoffwechselstörungen raten Mediziner dennoch zu speziellen Produkten.

Krafttraining schlägt Ausdauersport

Die Kombination aus richtiger Ernährung und Bewegung bleibt für den langfristigen Erfolg entscheidend. Eine Harvard-Studie über 12 Jahre mit 10.500 Teilnehmern belegt: Krafttraining ist die effektivste Methode gegen viszerales Bauchfett.

Probanden mit täglich 20 Minuten Krafttraining hatten einen um 0,7 Zentimeter geringeren Zuwachs des Bauchumfangs als reine Ausdauersportler.

Sportwissenschaftler Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln empfiehlt moderates Training auf Geräten wie dem Crosstrainer. Bei 45 bis 60 Minuten sind bis zu 600 Kalorien pro Stunde möglich.

Doch auch Alltagsbewegungen zählen. Die sogenannte NEAT (Non-Exercise Activity Thermogenesis) macht 15 bis 30 Prozent des täglichen Energieverbrauchs aus. Eine Stunde Sport am Tag kann die negativen Effekte von 23 Stunden Sitzen nicht vollständig kompensieren.

Schlaf: Der unterschätzte Stoffwechsel-Faktor

Ein oft übersehener Faktor ist die Schlafqualität. Ehemaliger Leistungssportler Matthias Steiner weist darauf hin: Schlafmangel unter sechs Stunden erhöht den Insulinbedarf und fördert Heißhunger auf Süßigkeiten. Sieben bis acht Stunden Schlaf gelten als optimal für die metabolische Leistungsfähigkeit.

Anzeige

Während Krafttraining den Stoffwechsel ankurbelt, ist die regelmäßige Überprüfung wichtiger Gesundheitswerte die Basis für dauerhafte Vitalität. Dieser kostenlose 25-Seiten-Report hilft Ihnen, Ihre Laborwerte selbst zu verstehen und gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck hier herunterladen

Ausblick: Personalisierte Ernährungsmedizin

Die Neubewertung des Jo-Jo-Effekts hat erhebliche Auswirkungen auf den Gesundheitsmarkt. Die Erkenntnis, dass kurzzeitige Gewichtsverluste wertvoll sind, entlastet Patienten vom psychologischen Druck perfekter Gewichtsstabilität.

Für die Pharmaindustrie eröffnet die Forschung zu Akkermansia muciniphila und Multispezies-Probiotika neue Felder für begleitende Therapien. Gleichzeitig zeigen die Studien, dass pauschale Empfehlungen durch individualisierte Ansätze ersetzt werden müssen.

KI-Tools und Ernährungs-Apps werden dabei künftig eine größere Rolle spielen. Experten mahnen jedoch zur Vorsicht: Viele Tools berücksichtigen noch keine medizinischen Parameter wie Blutwerte oder Vorerkrankungen.

Die Herausforderung der kommenden Jahre wird sein, wissenschaftliche Erkenntnisse in alltagstaugliche Programme zu übersetzen – über das einfache Zählen von Kalorien hinaus.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69343105 |