Jo-Jo-Effekt: Neue Studien widerlegen Schaden-Mythos
27.06.2026 - 02:51:30 | boerse-global.de
Aktuelle Studien aus dem ersten Halbjahr 2026 stellen zentrale Annahmen der DiÀtforschung infrage. Entgegen der verbreiteten Sorge verschlechtert eine erneute Gewichtszunahme nach einer DiÀt die Stoffwechselwerte nicht dauerhaft. Zudem ist schnelles Abnehmen nicht riskanter als langsames.
Stoffwechselwerte: Keine dauerhaften SchÀden durch Gewichtsschwankungen
Forscher der UniversitĂ€t Kopenhagen und des Deutschen Zentrums fĂŒr Diabetesforschung (DZD) haben die Auswirkungen von Gewichtsschwankungen unter die Lupe genommen. Ihre im Juni in The Lancet Diabetes & Endocrinology veröffentlichte Studie widerlegt eine weit verbreitete BefĂŒrchtung: Der Jo-Jo-Effekt fĂŒhrt nicht zu schlechteren Stoffwechselwerten als vor der DiĂ€t.
Die gesundheitlichen Vorteile einer zwischenzeitlichen Gewichtsabnahme ĂŒberwiegen die Risiken einer spĂ€teren Wiederzunahme. Das ist relevant â schĂ€tzungsweise die HĂ€lfte der Weltbevölkerung möchte ihr Gewicht reduzieren.
Abnehmgeschwindigkeit: Schnell ist nicht schlechter
Auf dem EuropĂ€ischen Adipositas-Kongress im Mai in Istanbul prĂ€sentierte das Team um Dr. Line Kristin Johnson ĂŒberraschende Ergebnisse. Die norwegische Studie mit 284 Erwachsenen verglich zwei Gruppen ĂŒber zwölf Monate: Eine Gruppe reduzierte ihre Kalorienzufuhr in den ersten acht Wochen drastisch auf unter 1.000 Kilokalorien tĂ€glich, die andere moderat auf etwa 1.400.
Nach vier Monaten hatten die Schnellabnehmer 13 Prozent verloren, die langsame Gruppe acht Prozent. Nach einem Jahr lag der Verlust bei 14,4 gegenĂŒber 10,5 Prozent. Einen verstĂ€rkten Jo-Jo-Effekt bei den Schnellabnehmern? Fehlanzeige.
Die neuesten Studien aus Kopenhagen und Oslo zeigen: Der Jo-Jo-Effekt ist weniger schĂ€dlich als gedacht. Schnelles Abnehmen fĂŒhrt nicht zu stĂ€rkerer Gewichtszunahme. Erfahren Sie, wie Sie mit den richtigen Methoden dauerhaft abnehmen â ohne Angst vor dem Jo-Jo. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Bauchfett als SchlĂŒsselfaktor fĂŒr die Gesundheit
Eine weitere Untersuchung mit 366 Teilnehmenden zeigt: Schon eine Reduktion des viszeralen Fetts um zehn Prozent senkt das Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes um 28 Prozent â unabhĂ€ngig vom Gesamtgewicht. Als wirksame Methode erwies sich das 14:10-Intervallfasten, das EntzĂŒndungswerte verbessert und die InsulinsensitivitĂ€t erhöht.
Die Normalisierung der Blutzuckerwerte bringt zusĂ€tzliche Vorteile: Das Risiko fĂŒr Herzinfarkte oder SchlaganfĂ€lle sinkt um 42 Prozent, fĂŒr kardiovaskulĂ€r bedingte TodesfĂ€lle sogar um 58 Prozent. Daten des US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) deuten zudem darauf hin, dass SGLT2-Hemmer und GLP-1-Agonisten mit einem geringeren Alzheimer-Risiko verbunden sein könnten.
Pharmaindustrie investiert Milliarden â Bewegung bleibt entscheidend
Schon eine Reduktion des Bauchfetts um zehn Prozent senkt Ihr Diabetes-Risiko um 28 Prozent â unabhĂ€ngig vom Gesamtgewicht. Der Report zeigt Ihnen, wie Sie mit 14:10-Intervallfasten und Bewegung gezielt viszerales Fett abbauen. Report mit Schritt-fĂŒr-Schritt-Plan sichern
Eli Lilly steckt 1,9 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung von Bimagrumab. Der Wirkstoff soll gezielt Fett abbauen und gleichzeitig die Muskelmasse erhalten. AstraZeneca investiert rund 300 Millionen US-Dollar in Àhnliche Forschungsbereiche. Ein Durchbruch gelang mit dem Antikörper Apitegromab: In Kombination mit Tirzepatid reduzierte er den Verlust an magerer Körpermasse deutlich, wie eine Studie in Nature Medicine im Juni zeigt.
Doch Medikamente allein reichen nicht. Die S-LiTE-Studie, ebenfalls im Juni in Nature Metabolism erschienen, belegt die Grenzen reiner Pharmakologie. Bei 130 Teilnehmern verbesserte erst die Kombination aus mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche und Wirkstoffen wie Liraglutid die GefĂ€Ăgesundheit signifikant. Ohne begleitendes Training blieb dieser Effekt aus.
