Jo-Jo-Effekt, Schnelles

Jo-Jo-Effekt: Schnelles Abnehmen schadet nicht mehr als langsam

26.06.2026 - 01:39:45 | boerse-global.de

Norwegische Forschung zeigt: Schnelle DiĂ€ten fĂŒhren langfristig nicht zu stĂ€rkerer Gewichtszunahme als moderate Methoden.

Jo-Jo-Effekt: Neue Studie widerlegt Mythos bei schnellem Abnehmen
Jo-Jo-Effekt - Eine Nahaufnahme eines Tellers mit gesunden Lebensmitteln (GemĂŒse, mageres Protein) auf einem unscharfen Hintergrund aus wissenschaftlichen Diagrammen und medizinischen Instrumenten. 26.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Eine norwegische Studie stellt jahrelange Annahmen infrage.

Forschende prĂ€sentierten im Mai 2026 auf dem EuropĂ€ischen Kongress fĂŒr Adipositas in Istanbul ĂŒberraschende Daten. Eine Untersuchung mit 284 Erwachsenen zeigte: Wer schnell abnimmt, nimmt langfristig nicht mehr zu als Menschen mit moderater DiĂ€t.

Die Teilnehmenden einer Gruppe reduzierten ihre Kalorienzufuhr auf unter 1.000 Kilokalorien tÀglich. Nach vier Monaten hatten sie 13 Prozent ihres Ausgangsgewichts verloren. Eine Vergleichsgruppe mit rund 1.400 Kilokalorien erreichte nur 8 Prozent.

Nach einem Jahr lag die schnelle Gruppe mit 14,4 Prozent Gewichtsverlust vorn. Die langsame Gruppe kam auf 10,5 Prozent. Studienleiterin Dr. Line Kristin Johnson erklĂ€rte: „Die Daten widerlegen den Mythos eines verstĂ€rkten Jo-Jo-Effekts bei schneller Gewichtsabnahme."

Medikamente als ErgÀnzung, nicht als Wundermittel

GLP-1-Wirkstoffe – oft als Abnehmspritzen bekannt – gewinnen in der klinischen Praxis an Bedeutung. Dr. Thomas Mansfeld vom Asklepios Westklinikum Hamburg sieht darin einen deutlichen Fortschritt. Er betont jedoch: „Es handelt sich nicht um Lifestyle-Produkte."

Die Klinik betreut jĂ€hrlich ĂŒber 1.000 Patientinnen und Patienten mit Adipositas. Medikamente und chirurgische Verfahren versteht man dort als komplementĂ€re Bausteine. Bei extremem Übergewicht bleibt die Operation das wirksamste Mittel.

Doch auch ohne medikamentöse UnterstĂŒtzung sind erhebliche Gewichtsreduktionen möglich. Prominente berichten von Erfolgen durch CrossFit, SaunagĂ€nge und proteinreiche ErnĂ€hrung.

Protein-Trend: Pflanzliche Quellen im Kommen

Die Fachwelt diskutiert das Thema Eiweiß differenziert. Das Forum ErnĂ€hrung Heute (F.EH) beobachtet einen anhaltenden Trend zu High-Protein-Produkten, mahnt aber eine „Proteinwende" hin zu mehr pflanzlichen Quellen an.

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Die Kennzeichnung „proteinreich" ist erlaubt, wenn mindestens 20 Prozent des Energiewerts aus Proteinen stammen. Der Referenzwert fĂŒr Erwachsene liegt bei 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht tĂ€glich. FĂŒr Menschen ab 65 Jahren empfehlen Fachleute 1,0 Gramm.

Dr. Chris Macdonald von der University of Cambridge bestĂ€tigte im FrĂŒhjahr 2026: Eine höhere Zufuhr kann fĂŒr Aktive, Senioren und Schwangere vorteilhaft sein. Der Bedarf lasse sich rein pflanzlich decken. Experten wie Marlies Gruber warnen jedoch vor einer ÜberschĂ€tzung des tatsĂ€chlichen Bedarfs.

SpezialdiÀten und versteckte Risiken

Die Low-FODMAP-DiĂ€t rĂŒckt als Therapieoption beim Reizdarmsyndrom in den Fokus. Sie umfasst eine strenge Reduktionsphase von zwei bis acht Wochen. Danach folgt die kontrollierte WiedereinfĂŒhrung bestimmter Kohlenhydrate.

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Fachleute warnen: Diese DiÀt ist kein Lifestyle-Konzept. Risiken wie NÀhrstoffmÀngel und VerÀnderungen des Mikrobioms bestehen. Bei etwa 30 Prozent der Betroffenen zeigt die Methode zudem keine Wirkung.

Auch vermeintlich gesunde Superfoods bergen Risiken. Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) mahnt zur Vorsicht bei rohen, geschroteten Leinsamen. Sie enthalten cyanogene Glykoside, die im Körper BlausĂ€ure freisetzen können.

FĂŒr Erwachsene gilt eine Höchstmenge von 15 bis 20 Gramm pro Tag. Kleinkinder sollten keine rohen Leinsamen verzehren. Durch Erhitzen lĂ€sst sich die Freisetzung der Giftstoffe jedoch inaktivieren.

Steuerliche Entlastung fĂŒr Grundnahrungsmittel

Österreich senkt zum 1. Juli 2026 die Mehrwertsteuer auf bestimmte Grundnahrungsmittel von 10 auf 4,9 Prozent. Die Maßnahme ist jedoch komplex. Einfache Backwaren wie Semmeln oder reine Butter werden gĂŒnstiger. Veredelte Produkte wie Laugenstangen oder KrĂ€uterbutter bleiben vorerst ausgeschlossen.

Der Handel bezifferte die Investitionen fĂŒr die systemseitige Umstellung auf rund sechs Millionen Euro.

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