Jo-Jo-Effekt, Schnelle

Jo-Jo-Effekt widerlegt: Schnelle Abnahme fĂĽhrt nicht zu Rebound

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 23:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Orale Version des Wirkstoffs Semaglutid zur Gewichtsreduktion erhält europäische Zulassung und soll ab Q3 2026 in Deutschland verfügbar sein.

Semaglutid-Tablette erhält EU-Zulassung für Gewichtsreduktion
Ein minimalistischer Schreibtisch in einer medizinischen Praxis mit einer digitalen Waage und einem Glas Wasser. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Die europäische Zulassung für eine orale Version des Wirkstoffs Semaglutid steht. Die Tablette zur Gewichtsreduktion soll noch im dritten Quartal 2026 in Deutschland erhältlich sein.

Die zugrunde liegende OASIS-4-Studie verspricht beeindruckende Ergebnisse: Bei korrekter Einnahme ist ein Gewichtsverlust von bis zu 16,6 Prozent möglich. Zugelassen ist das Medikament für Patienten mit einem BMI ab 30 oder ab 27 bei bestehenden Begleiterkrankungen.

Ein Haken bleibt: Die gesetzlichen Krankenkassen ĂĽbernehmen die Kosten in der Regel nicht. Patienten mĂĽssen die Behandlung voraussichtlich selbst zahlen.

Der Jo-Jo-Effekt ist ein Mythos

Parallel zu den medikamentösen Neuigkeiten liefert die Forschung überraschende Erkenntnisse zum optimalen Abnehmtempo. Eine norwegische Studie stellte im Mai 2026 auf dem Europäischen Adipositas-Kongress in Istanbul den weit verbreiteten Jo-Jo-Mythos infrage.

Die Untersuchung mit 284 Probanden zeigte: Eine Gruppe mit sehr kalorienarmer Ernährung verlor schneller Gewicht – und nahm im Einjahresverlauf auch mehr ab als die langsamere Vergleichsgruppe. Die Forscher vom Vestfold Hospital Trust erklären: Eine schnelle initiale Abnahme führt nicht zwangsläufig zu verstärkter Gewichtszunahme danach.

MIND-Diät schützt das Gehirn

Neben der Kalorienrestriktion rücken spezifische Ernährungsmuster in den Fokus. Die MIND-Diät – eine Kombination aus mediterraner Ernährung und blutdrucksenkenden Ansätzen – soll das Demenzrisiko senken.

Forscher der Universität Gießen empfehlen eine langfristige Umstellung auf Blattgemüse, Beeren, Nüsse und Vollkornprodukte. Das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen könne dadurch um 20 bis 40 Prozent sinken.

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Die norwegische Studie hat gezeigt: Schnelle Abnahme führt nicht zum Jo-Jo-Effekt. Wer jetzt die richtige Strategie kennt, kann dauerhaft abnehmen – ohne Rebound. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Vorsicht vor Social-Media-Trends

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) warnt gleichzeitig vor kurzfristigen Trends ohne wissenschaftliche Grundlage. Bulletproof Coffee – Kaffee mit Butter und Kokosöl – hat keine belegbare Abnehmwirkung. Entscheidend bleibt die negative Energiebilanz durch ausgewogene Ernährung und Bewegung.

Auch der Trend „Fibermaxxing“ birgt Risiken. Bei zu schneller Steigerung der Ballaststoffaufnahme drohen Darmprobleme. Fachleute empfehlen eine schrittweise Erhöhung auf etwa 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag.

Krafttraining in kurzer Zeit

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) zeigt: Auch zeiteffiziente Krafttrainingsstrategien können die WHO-Empfehlungen erfüllen. Entscheidend ist nicht nur das Muskeltraining, sondern auch die kontinuierliche Steigerung der Alltagsbewegung – etwa durch Gehen.

Die Relevanz nachhaltiger Gewichtsreduktion wird durch eine Analyse des DKFZ in „Cancer Communications“ unterstrichen. Demnach könnte der Anteil der durch Übergewicht verursachten Krebsfälle bei bis zu 11,5 Prozent liegen – wenn Faktoren wie der Taillenumfang präziser berücksichtigt werden.

EU-Projekt gegen Ernährungsmythen

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Social-Media-Trends wie Bulletproof Coffee oder Fibermaxxing versprechen schnelle Erfolge – doch die DGE warnt. Stattdessen zählt eine negative Energiebilanz mit wissenschaftlich belegten Methoden. Studienbasierte Diätstrategie jetzt sichern

Angesichts widersprüchlicher Informationen in sozialen Medien startete ein EU-weites Forschungsprojekt unter Beteiligung der Universität Bayreuth. Das bis Juli 2029 geförderte Projekt FOOD-FRAMES untersucht gezielt Fehl- und Desinformationen im Ernährungsbereich.

Ziel ist es, insbesondere junge Menschen vor irreführendem Marketing für ungesunde Lebensmittel zu schützen und die Medienkompetenz im Umgang mit Ernährungstrends zu stärken.

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