Jobverlust-Trauma, Beschäftigte

Jobverlust-Trauma: Jeder zweite Beschäftigte verliert Sicherheitsgefühl

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studie zeigt: Kündigungen beeinträchtigen langfristig das Wohlbefinden vieler Betroffener. Experten raten zu neuen Bewältigungsstrategien.

Entlassungsfolgen: Jeder Zweite verliert Sicherheitsgefühl
Eine nachdenkliche Person schaut aus einem hellen Bürofenster auf eine Stadt bei Sonnenuntergang, Symbol für berufliche Neuorientierung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Jeder zweite Beschäftigte verliert nach einer Entlassung das Gefühl der Sicherheit. Rund ein Drittel der Betroffenen leidet unter sinkendem Selbstvertrauen, wie eine aktuelle Umfrage des Dienstleisters HR Works zeigt. Bei etwa 20 Prozent halten die psychischen Belastungen länger als ein Jahr an.

Wut als Antrieb nutzen

Die emotionalen Reaktionen richten sich oft gegen das frühere Arbeitsumfeld. Die Daten zeigen: 50 Prozent der Betroffenen sind wütend auf den Ex-Arbeitgeber, 49 Prozent auf die direkte Führungskraft und ein Viertel auf frühere Kollegen.

Prof. Hannes Zacher von der Universität Leipzig betont: Diese Gefühle zuzulassen sei ein notwendiger Prozess. Eine Kündigung dürfe nicht als Urteil über die eigene Person gewertet werden. Stattdessen gelte es, die Wut in Energie für den weiteren Weg umzuwandeln.

Therapeutin Mirriam Prieß rät bei Überforderung oder Tränen am Arbeitsplatz zur Ursachenanalyse. Entscheidend sei die Frage, ob die Reaktion aus Überlastung, Wut oder privaten Belastungen resultiert. Oft helfe bereits eine kurze Aussprache.

Mit Achtsamkeit aus der Krise

Sportpsychologe Sebastian Altfeld empfiehlt die MAC-Methode. Sie basiert auf den Säulen Achtsamkeit (Mindfulness), Akzeptanz (Acceptance) und Engagement (Commitment). Das Ziel: Gefühle nicht verdrängen, sondern den Fokus bewusst auf die anstehenden Aufgaben richten.

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Bei dauerhaften psychischen Belastungen wie Depressionen kommt unter Umständen eine Erwerbsminderungsrente in Frage. Voraussetzung ist die tägliche Arbeitsfähigkeit: Bei weniger als drei Stunden gibt es die volle Rente, bei drei bis sechs Stunden eine Teilrente. Entscheidend für den Erfolg ist eine lückenlose Dokumentation der Beeinträchtigungen.

Arbeitsmarkt im Wandel

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigen ein gemischtes Bild. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer stieg im Juli leicht auf 93 Punkte. Das Arbeitsmarktbarometer des IAB sank dagegen geringfügig auf 99,4 Punkte. Besonders die Industrie steht unter Druck: Monatlich gehen dort rund 15.000 Stellen verloren. Auch Führungskräfte sind zunehmend betroffen – ihre Arbeitslosenzahl stieg binnen Jahresfrist um 14 Prozent.

Gleichzeitig eröffnet der technologische Wandel neue Perspektiven. Künstliche Intelligenz steigert die Nachfrage nach Arbeitskräften in 15 von 16 Berufskategorien. Besonders im IT-Sektor übersteigt die Nachfrage nach KI-Kompetenzen das Angebot um das Dreifache. Allein im ersten Quartal 2026 wurden in Deutschland 288 neue Jobtitel mit KI-Bezug registriert.

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Rente sichern in der Arbeitslosigkeit

Bezieher von Arbeitslosengeld I profitieren von einem wichtigen detail: Die Bundesagentur für Arbeit zahlt Rentenbeiträge auf Basis von 80 Prozent des letzten Bruttogehalts. Diese Zeit wird als Pflichtbeitragszeit angerechnet.

Anders sieht es beim Bürgergeld aus: Hier fließen keine Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung, es werden lediglich Anrechnungszeiten erfasst. Um Rentenlücken zu vermeiden, können Betroffene freiwillige Beiträge leisten. Diese liegen 2026 zwischen 112,16 Euro und 1571,70 Euro pro Monat. Experten raten, solche Schritte genau zu prüfen – besonders, um die wichtigen 45 Versicherungsjahre für die Rente zu sichern.

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