Joghurt senkt Darmkrebsrisiko um 50 Prozent
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 16:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die sozialen Netzwerke sind voll von einfachen Gesundheitsroutinen. Besonders das morgendliche Honigwasser und spezielle Blutzucker-Strategien stehen im Fokus. Aktuelle Einschätzungen von Medizinern zeigen: Zwischen Mythen und Fakten klafft eine große Lücke.
Honig: Gesünder als Zucker?
Honig enthält Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe. Dr. Beth Czerwony bestätigt: Die Inhaltsstoffe schützen Zellen vor oxidativem Stress und lindern Halsschmerzen. Doch die übliche Menge – ein Teelöffel im Wasser – reicht nicht für eine signifikante Wirkung gegen schwere Krankheiten.
Ein häufig genannter Vorteil: Honig soll den Körper entgiften. Der britische Gesundheitsdienst NHS stellt klar: Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Die US-Gesundheitsbehörde CDC warnt zudem vor einem Risiko: Honig gehört nicht in die Ernährung von Säuglingen unter zwölf Monaten – wegen der Gefahr von Säuglingsbotulismus.
Die Kalorienfalle
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Honig als freien Zucker ein. Ihre Empfehlung: maximal zehn Prozent der täglichen Kalorien aus freiem Zucker, idealerweise unter fünf Prozent.
Ein Esslöffel Honig liefert rund 64 Kalorien, so die American Heart Association. Wer abnehmen will, sollte also vorsichtig sein. Übermäßiger Konsum führt eher zur Gewichtszunahme.
Die richtige Temperatur ist ebenfalls wichtig: Honig nicht in kochendes Wasser geben. 40 bis 50 Grad Celsius sind ideal, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten und die Flüssigkeitsaufnahme zu fördern.
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Der Blutzucker-Trick: Bringt die Reihenfolge etwas?
Die sogenannte Glukose-Diät von Biochemikerin Jessie Inchauspé verspricht: Wer zuerst Ballaststoffe isst, dann Fette und Proteine, und Kohlenhydrate zum Schluss, vermeidet Blutzuckerspitzen.
Kritiker wie Ernährungswissenschaftler Uwe Knop mahnen zur Vorsicht. Es fehlen breite wissenschaftliche Nachweise für die langfristige Wirksamkeit dieser starren Reihenfolge. Die ständige Fokussierung auf Blutwerte könne psychischen Druck erzeugen. Eine Studie aus 2016 zeigte: Individuelle Reaktionen auf Lebensmittel variieren stark.
Joghurt senkt Darmkrebsrisiko
Eine taiwanesische Analyse von US-Gesundheitsdaten (NHANES, 2001 bis 2020) mit über 9.000 Erwachsenen untersuchte den Zusammenhang zwischen Joghurtkonsum und Darmkrebsrisiko. Das Ergebnis: Regelmäßiger Konsum korrelierte mit einer um rund 50 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs.
Die Forscher betonen: Es handelt sich um eine Querschnittsstudie, die keinen kausalen Beleg liefert. Weitere Langzeitstudien sind nötig.
Praktische Tipps für den Alltag
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Ernährungsberater empfehlen: Obst mit hohem Wassergehalt wie Wassermelonen oder Pfirsiche (bis zu 95 Prozent Wasser) bewusst in den Speiseplan integrieren. Für eine bessere Blutzuckerkontrolle und langanhaltende Sättigung Obst mit einer Eiweißquelle kombinieren.
Solche ausgewogenen Ansätze sind extremen Diättrends oder dem Fokus auf einzelne „Superfoods“ vorzuziehen. Die versprochenen schnellen Erfolge bei der Gewichtsabnahme bleiben meist aus.
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