Disney, Josh D'Amaro

Freizeitpark-Chef soll Disney in die Zukunft fĂŒhren

03.02.2026 - 17:44:15

Josh D'Amaro wird erst der neunte Chef von Disney in mehr als 100 Jahren. Der Manager leitete jahrelang den zuletzt gewinntrÀchtigsten GeschÀftszweig.

Micky Maus und Co haben einen neuen Boss: Der bisherige Freizeitpark-Spartenchef Josh D'Amaro ĂŒbernimmt die FĂŒhrung beim Unterhaltungsriesen Disney. Der 54-JĂ€hrige steht vor vielen Herausforderungen: Konkurrenz mit Netflix im Streaming, unklare Zukunft der Filmtheather, sinkende Erlöse im einst lukrativen TV-KabelgeschĂ€ft - und ĂŒber allem der Schatten von KI-Software, die Texte und Videos generieren kann. 

Zugleich hat Disney mit seinen klassischen Zeichentrick-Figuren, «Star Wars», dem Marvel-Superhelden-Universum, dem Animationsstudio Pixar - und den Freizeitparks - ein Kapital wie kein anderer Entertainment-Konzern. 

D'Amaro wird erst der neunte Chef von Disney in der mehr als 100-jĂ€hrigen Geschichte des Konzerns. Er ĂŒbernimmt den Staffelstab von Dauerchef Bob Iger mit der Hauptversammlung am 18. MĂ€rz, wie Disney mitteilte. D'Amaro leitete mit den Themenparks seit 2020 den zuletzt gewinntrĂ€chtigsten GeschĂ€ftszweig, zu dem auch die Kreuzfahrten gehören. Iger wird bis zum Auslaufen seines Vertrages am Jahresende noch beratend fĂŒr Disney aktiv sein.

Über 100 Kandidaten 

In der rund drei Jahre langen Nachfolgersuche setzte sich D'Amaro gegen mehr als 100 Kandidaten durch, wie Verwaltungsratschef James Gorman im TV-Sender CNBC sagte. Darunter waren externe AnwÀrter sowie interne Konkurrenten wie die Co-Chefin des Studio-GeschÀfts, Dana Walden. Sie wird auf einen neu geschaffenen Posten als Kreativchefin aufsteigen. 

Den Großteil seiner 28 Jahre bei Disney verbrachte D'Amaro im Freizeitpark-GeschĂ€ft. Als Chef war er fĂŒr 12 Parks und 57 Hotels verantwortlich. Zu seinen Parade-Projekten gehörten unter anderem die «Star-Wars»-Welten in den Parks in Kalifornien und Florida. Disney ist gerade dabei, den Bereich mit Investitionen von 60 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2033 auszubauen. Dabei soll unter anderem die Zahl der Kreuzfahrtschiffe von 7 auf 13 erhöht werden. Im vergangenen GeschĂ€ftsjahr fuhr die Sparte mehr als die HĂ€lfte des operativen Gewinns von Disney ein. 

Fehlgriff mit vorherigem Iger-Ersatz 

Iger fĂŒhrte Disney zunĂ€chst von 2005 bis 2020 - und gilt mit dem Kauf von Pixar, «Star Wars», Marvel und des StudiogeschĂ€fts des Hollywood-Rivalen 20th Century Fox als Architekt des heutigen Disney-Konzerns. In dieser Zeit wurde auch der Grundstein fĂŒr das Streaming-GeschĂ€ft mit Disney+ gelegt. 2020 ĂŒbergab Iger dann die FĂŒhrung ebenfalls an den damaligen Freizeitpark-Chef ab, Bob Chapek. Doch der neue Bob an der Spitze agierte glĂŒcklos - und wurde rund zwei Jahre spĂ€ter wieder mit Iger ersetzt. «Wir werden nicht so ein Drama wie vergangenes Mal haben, das kann ich ihnen versichern», zeigte sich der frĂŒhere Morgan-Stanley-Chef Gorman nach der Nachfolgesuche ĂŒberzeugt.

@ dpa.de