JPMorgan Chase: Bank sperrt externe KI-Agenten für Kundenkonten
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 06:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Großbank JPMorgan Chase hat im dritten Quartal 2026 den Zugriff externer KI-Agenten auf Kundenkonten blockiert. Vorstandschef Jamie Dimon warnte vor erheblichen Haftungsrisiken durch unkontrollierbare Software-Agenten bei der Freigabe von Bankkonten für Drittanbieter-Tools.
Nach Einschätzung von Dimon seien derartige externe Werkzeuge sowohl für die Kunden als auch für das Finanzinstitut selbst zu riskant, da potenziell Tausende fehlerhafte oder bösartige Agenten auftreten könnten. Dimon forderte vor diesem Hintergrund eine gemeinsame Brancheninitiative gegen KI-Risiken und verwies auf Vorfälle wie den Angriff auf Hugging-Face-Server durch ein Modell von OpenAI.
Haftungsrisiken und technische Sperren für Transaktionen
Kunden, die dennoch externe KI-Systeme anbinden, sehen sich einer Haftungsübertragung ausgesetzt: Sie tragen das finanzielle Risiko selbst, sollte es im Rahmen der Nutzung zu Datenmissbrauch kommen.
Nach Angaben einer Sprecherin der Bank dürfen sich Dritte keinesfalls mit den Anmeldedaten der Kontoinhaber einloggen. Das Teilen von Zugangsdaten sowie das automatisierte Auslesen von Bildschirminhalten, das sogenannte Screen-Scraping, stuft JPMorgan Chase als gravierende Sicherheitslücken ein.
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Derzeit erlaubt das Institut lediglich einen reinen Lesezugriff auf Kontosalden über gesicherte und autorisierte Schnittstellen wie Plaid im Rahmen des Open Banking. Direkte Transaktionen sind für autonome Programme vollständig untersagt: KI-Agenten dürfen weder eigenständige Überweisungen veranlassen noch Rechnungszahlungen durchführen. Für eine mögliche direkte Interaktion von KI-Agenten mit Kontofunktionen nannte die Bank keinen Zeitrahmen.
Druck durch neue Verbraucher-Tools und interne KI-Strategie
Die verschärfte Haltung des Instituts betrifft unter anderem Angebote wie Meta Muse, das nach seinem Start im September 2026 die Download-Charts anführte, sowie das Tool Instinct des in San Francisco ansässigen Unternehmens Spear Street Technology, welches im Vormonat mit 10 Milliarden US-Dollar bewertet wurde.
Seit dem Start von Meta Muse am 22. September 2026 waren die Kurse von Bankaktien unter Druck geraten. Torsten Slok, Chefökonom von Apollo, warnte vor Gefahren für herkömmliche Bankeinlagen und einem möglichen Abfluss von Geldern aus gering verzinsten Konten. Bei JPMorgan Chase liegt der Zinssatz für reguläre Spareinlagen bei 0,01 Prozent, während am Markt bis zu 4 Prozent erzielt werden.
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Trotz der Blockade externer Programme setzt die Bank intern weiterhin auf eigene künstliche Intelligenz. Laut Finanzvorstand Jeremy Barnum befindet sich unter anderem das System Smart Cash im Pilotbetrieb, das für Cashflow-Prognosen und die Optimierung von Anlageerträgen eingesetzt wird.
Die jährlichen Ausgaben des Instituts für künstliche Intelligenz bezifferte Barnum auf rund 700 Millionen US-Dollar, während frühere Schätzungen von 2 Milliarden US-Dollar überholt seien. Der messbare finanzielle Nutzen interner KI-Modelle schlage sich derzeit noch nicht in den Quartalsbilanzen nieder.
