Jugendvorsorge in Herford: Nur 26,7 Prozent nutzen kostenlose Checks
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 17:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deIm Kreis Herford nimmt nur rund ein Viertel der Jugendlichen die vorgesehenen medizinischen Vorsorgeangebote in Anspruch. Wie aktuelle Auswertungen der AOK Nordwest verdeutlichen, unterziehen sich lediglich etwa 26,7 Prozent der 12- bis 17-JĂ€hrigen den fĂŒr sie kostenfreien Gesundheitschecks.
Angesichts dieser Quote warnt die Krankenkasse vor möglichen gesundheitlichen SpÀtfolgen und ruft Erziehungsberechtigte dazu auf, Heranwachsende stÀrker zu den Kontrollterminen zu bewegen.
Umfangreiche Diagnostik in zwei Altersstufen
Das Programm der Jugendgesundheitsuntersuchungen gliedert sich in zwei Abschnitte, die gezielt auf die Entwicklungsphasen junger Menschen abgestimmt sind. FĂŒr Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren steht die sogenannte J1-Untersuchung zur VerfĂŒgung. Diese zĂ€hlt zu den gesetzlichen Regelleistungen und umfasst eine breite körperliche Bestandsaufnahme.
Ărztinnen und Ărzte erfassen dabei KörpergröĂe und Gewicht, ĂŒberprĂŒfen den Impfstatus und analysieren Blut- sowie Harnwerte. Zudem wird der Stand der PubertĂ€tsentwicklung dokumentiert, um eventuelle Entwicklungsverzögerungen oder organische AuffĂ€lligkeiten frĂŒhzeitig zu erkennen.
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Als weiterfĂŒhrende Leistung bietet die Krankenkasse fĂŒr die Altersgruppe der 16- bis 17-JĂ€hrigen die J2-Untersuchung an. Bei dieser zusĂ€tzlichen ĂberprĂŒfung stehen andere Schwerpunkte im Fokus: Neben der AbklĂ€rung eines möglichen Diabetesrisikos geht es um die FrĂŒherkennung von Haltungsstörungen sowie AuffĂ€lligkeiten im Bereich der PubertĂ€ts- und Sexualentwicklung. Auch fĂŒr Versicherte der AOK Nordwest entstehen bei beiden Programmen keine Kosten.
Vertrauliche Beratung und Appell an Eltern
Ein wesentliches Element der Jugendvorsorge ist der geschĂŒtzte Rahmen. Jugendliche mĂŒssen nicht zwingend in Begleitung ihrer Eltern in der Praxis erscheinen; die Termine können ausdrĂŒcklich auch allein wahrgenommen werden.
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Die vertraulichen GesprÀche mit dem medizinischen Fachpersonal bieten Heranwachsenden einen Raum, um persönliche und sensible Fragen zur eigenen Entwicklung, SexualitÀt oder Belastungen anzusprechen, ohne dass die Erziehungsberechtigten anwesend sind.
Trotz der KostenĂŒbernahme und des vertraulichen Zugangs bleibt die Beteiligung nach EinschĂ€tzung der Krankenkasse deutlich hinter den Möglichkeiten zurĂŒck.
Dirk Schneider, Serviceregionsleiter bei der AOK, stuft das gegenwĂ€rtige Niveau der Inanspruchnahme als zu gering ein. Er appelliert daher nachdrĂŒcklich an die Eltern, ihre heranwachsenden Kinder aktiv zur Teilnahme an den Vorsorgeterminen zu motivieren.
FrĂŒhzeitige Untersuchungen seien ein entscheidender Baustein, um Risikofaktoren im Jugendalter rechtzeitig zu behandeln und chronischen Erkrankungen im Erwachsenenalter vorzubeugen.
