Arbeitnehmer, Generationenkonflikten

Junge Arbeitnehmer: 28% leiden unter Generationenkonflikten am Arbeitsplatz

31.05.2026 - 05:48:27 | boerse-global.de

28 Prozent der unter 30-JĂ€hrigen erleben regelmĂ€ĂŸig Spannungen mit Ă€lteren Kollegen. Die mentale Belastung und sinkende Job-LoyalitĂ€t nehmen zu.

Junge Arbeitnehmer: 28% leiden unter Generationenkonflikten am Arbeitsplatz - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Junge Arbeitnehmer: 28% leiden unter Generationenkonflikten am Arbeitsplatz - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Das zeigt der DAK-Gesundheitsreport 2025.

Besonders betroffen: die unter 30-JĂ€hrigen. 28 Prozent von ihnen berichten von Generationenkonflikten am Arbeitsplatz. Zum Vergleich: Der Durchschnitt ĂŒber alle Altersgruppen liegt bei 23 Prozent. Von den Betroffenen fĂŒhlt sich jeder Vierte durch diese Spannungen stark belastet.

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Besonders hart trifft es das Gesundheitswesen

In Branchen wie Gesundheitswesen und Erziehung ist das Problem noch ausgeprÀgter. Dort berichten 30 Prozent der jungen BeschÀftigten von entsprechenden Konflikten.

Die gesundheitlichen Folgen sind messbar. 26 Prozent der unter 30-JÀhrigen leiden unter depressiven Symptomen. Trotzdem arbeiten viele krank: 65 Prozent der jungen ErwerbstÀtigen gingen 2024 trotz Krankheit zur Arbeit. Ihr allgemeiner Krankenstand lag mit 4,7 Prozent unter dem Gesamtdurchschnitt von 5,4 Prozent.

„Job-Situationship“ statt Karriereplan

Eine Umfrage von PapersOwl unter 3.000 jungen US-Amerikanern zeigt ein gewandeltes VerhĂ€ltnis zum Arbeitgeber. Nur 45 Prozent fĂŒhlen sich ihrem Job wirklich verpflichtet. Rund jeder FĂŒnfte beschreibt das ArbeitsverhĂ€ltnis als „Situationship“ – ein Begriff aus der Dating-Welt fĂŒr unverbindliche Zwischenformen.

Die LoyalitĂ€t ist kĂ€uflich: 67 Prozent wĂŒrden erst bei einer deutlichen Gehaltserhöhung lĂ€nger als drei Jahre bleiben. Zudem herrscht Skepsis gegenĂŒber der Unternehmenskultur. 65 Prozent glauben, dass Homeoffice-Mitarbeiter bei Beförderungen benachteiligt werden. Und 59 Prozent nutzen KI-Tools, ohne ihren Arbeitgeber zu informieren.

Forderungen nach mehr FlexibilitÀt

Trotz der mentalen Belastung ist die Generation Z grundsĂ€tzlich arbeitsbereit. 59 Prozent gaben in einer Studie von Neoviso an, gerne zu arbeiten. Sie fordern jedoch VerĂ€nderungen: psychologische Sicherheit, mehr FlexibilitĂ€t und schnellere Feedbackkultur. Statt klassischer JahresendgesprĂ€che wĂŒnschen sie sich Quartalsziele.

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Der Wunsch nach VerĂ€nderung zieht sich durch den gesamten Arbeitsmarkt. Der DGB-Index Gute Arbeit zeigt: 53 Prozent aller BeschĂ€ftigten in Deutschland wĂŒnschen sich kĂŒrzere Arbeitszeiten. Besonders hoch ist der Wort bei VĂ€tern (63 Prozent). Die Belastungsgrenze scheint erreicht: 40 Prozent der Frauen und 29 Prozent der MĂ€nner fĂŒhlen sich nach der Arbeit hĂ€ufig ausgebrannt.

Flucht in Handwerk und Pflege

Die Berufswahl der jungen Generation verĂ€ndert sich. Eine Untersuchung der FH Steyr in Österreich stellt ein sinkendes Interesse an technischen und wirtschaftlichen Berufen fest. Forscher fĂŒhren das auf den Einfluss sozialer Medien zurĂŒck, die oft unrealistische Karrierevorstellungen vermitteln. Aus Angst vor den Auswirkungen kĂŒnstlicher Intelligenz orientieren sich viele in Richtung krisensicherer Handwerks- und Pflegeberufe.

Der wirtschaftliche Druck verschĂ€rft sich. In Deutschland hat sich die Zahl der Teilzeitstellen seit 2020 massiv erhöht – oft um steigende Mieten zu kompensieren. „Polyworking“, das AusĂŒben mehrerer Jobs gleichzeitig, wird fĂŒr viele zum Überlebensmodell. Anfang 2026 erreichte die Arbeitslosigkeit unter jungen Akademikern einen Höchststand. Im Vereinigten Königreich gehen SchĂ€tzungen von bis zu 1,25 Millionen wirtschaftlich inaktiven jungen Menschen aus.

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