Juristen in Ă–sterreich: 99% nutzen KI im Arbeitsalltag
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 09:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Künstliche Intelligenz hat die juristische Arbeitswelt in Österreich nahezu flächendeckend erfasst. Wie aus einer gemeinsamen Erhebung von LexisNexis Österreich, der Notariatskammer und dem Verein Unternehmensjuristen hervorgeht, verzichtet nur rund 1% der befragten österreichischen Juristinnen und Juristen im Arbeitsalltag vollständig auf den Einsatz entsprechender Werkzeuge. Über die Ergebnisse der Befragung berichtete die Tageszeitung Die Presse am 20. September 2026.
Die Daten verdeutlichen einen tiefgreifenden Wandel im Rechtssektor. Zugleich machen die Resultate deutlich, dass die Technologie im Arbeitsalltag der Rechtsberater weiterhin eine engmaschige menschliche Aufsicht erfordert.
Hoher PrĂĽfaufwand bei automatisierten Arbeitsergebnissen
Trotz der beinahe vollständigen Durchdringung der Arbeitsabläufe vertraut die Berufsgruppe den Ergebnissen automatisierter Systeme keineswegs blind. Laut der Befragung von LexisNexis Österreich, der Notariatskammer und dem Verein Unternehmensjuristen gaben rund 69% der befragten österreichischen Juristinnen und Juristen an, generierte KI-Ausgaben häufig oder sehr häufig zu korrigieren.
Dieser hohe Kontroll- und Nachbearbeitungsbedarf unterstreicht, dass automatisierte Text- und Rechercheergebnisse im juristischen Umfeld nach wie vor Risiken für Ungenauigkeiten bergen. Juristische Fachkräfte setzen die Werkzeuge zwar breitflächig ein, betrachten die Ausgabe jedoch überwiegend als Rohentwurf, der vor einer weiteren Verwendung detailliert gegengelesen und angepasst werden muss.
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Neue Technologieangebote und europäische Standards
Auf die spezifischen Anforderungen des Marktes reagiert auch die Softwarebranche. LexisNexis Österreich brachte mit Protégé ein eigenes System für sogenannte Agentic AI auf den Markt. Das Angebot ist darauf ausgelegt, komplexere Aufgabenstellungen eigenständiger abzuarbeiten, und setzt zugleich auf Vorgaben für den europäischen Rechtsraum.
Das System arbeitet nach Angaben des Anbieters DSGVO-konform und stützt sich auf eine Serverinfrastruktur mit Datenhaltung innerhalb der Europäischen Union, um den hohen Vertraulichkeitsansprüchen der Kanzleien und Rechtsabteilungen zu genügen.
Neben der technischen Funktionalität müssen beim Einsatz moderner Softwarelösungen vor allem die strengen europäischen Datenschutzstandards und Dokumentationspflichten gewahrt bleiben. Dieser kostenlose 5-Schritte-Plan bietet eine praxisnahe Anleitung zur rechtssicheren Umsetzung der DSGVO im Unternehmen. Gratis DSGVO-Leitfaden mit Checkliste herunterladen
Als weiteren Schritt kündigte LexisNexis Österreich die Fachkonferenz LexCon an, die am 20. Oktober 2026 stattfinden soll. Im Rahmen der Veranstaltung dürften die Weiterentwicklung praxistauglicher Assistenzsysteme und der Umgang mit rechtlichen Qualitätsanforderungen im Zentrum des Austauschs stehen.
