Kaffee-Filter: Nanofilter reduziert Koffein um 47,4 Prozent
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 21:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftler suchen nach neuen Wegen, den Koffeingehalt in Heißgetränken nachträglich anzupassen. Forschende der UNSW Sydney und der Universität Okayama haben einen Nanofilter auf Basis von Graphenoxid entwickelt, der den Koffeingehalt in fertig gebrühtem Kaffee im Laborversuch um 47,4 Prozent verringert.
Die im Fachjournal Journal of Membrane Science von Yihan Tian et al. publizierte Arbeit demonstriert eine Methode zur selektiven Trennung von Inhaltsstoffen, verdeutlicht jedoch zugleich die Hürden vor einer praktischen Anwendung.
Funktionsweise der Membran im Labortest
Der entwickelte Filter basiert auf einer Graphenoxid-Membran, die Natriumalginat und Calcium-Ionen kombiniert. Bei den Laborversuchen kam unter anderem die Membranvariante CGSM-1 zum Einsatz. Diese senkte die gemessene Koffeinkonzentration von 24,64 auf 12,95 µg/mg.
Für den experimentellen Nachweis nutzten die Forschenden 100 ml Instantkaffee der Marke Moccona Classic mit einer Konzentration von 1 mg/ml. Dieser wurde über einen Zeitraum von 24 Stunden bei einem Druck von 0,9 bar einer Vakuumfiltration unterzogen. Zudem wurden im Rahmen der Versuchsreihen Hohlfasermembranen über eine Dauer von bis zu 96 Stunden getestet.
Erhalt wertvoller Begleitstoffe und sensorische Grenzen
Ein zentraler Aspekt der Untersuchung betraf das Verhalten anderer im Kaffee gelöster Substanzen. Nach dem Filtrationsprozess blieben Bestandteile wie Trigonellin und N-Methylpyridinium erhalten; ebenso blieben Colina und Trigonelina im Filtrat messbar.
Wer seinen Koffeinkonsum senken will, ohne auf Geschmack zu verzichten, findet in diesem kostenlosen Ratgeber die wichtigsten Fakten: Wie ein neuer Nanofilter im Labor 47,4 Prozent des Koffeins aus fertig gebrühtem Kaffee entfernte, welche Begleitstoffe dabei erhalten blieben und welche koffeinarmen Alternativen es heute schon gibt. Kostenlosen Kaffee-Ratgeber anfordern
Trotz dieser Werte ist das Verfahren derzeit kein Ersatz für bestehende industrielle Methoden zur Entkoffeinierung. Eine im Rahmen der Studie untersuchte kommerzielle Referenzprobe wies einen Restgehalt von lediglich 0,52 µg/mg Koffein auf, was deutlich unter den mit dem Nanofilter erzielten Werten liegt.
Zudem konzentrierte sich das Projekt auf rein physikalisch-chemische Messwerte: Geschmack und Aroma wurden nicht getestet, eine sensorische Verkostung fand nicht statt, und auch Polyphenole wurden nicht quantifiziert.
Schlafprobleme oder Unruhe nach der Tasse Kaffee? Ein Forschungsteam hat einen Graphenoxid-Filter entwickelt, der Koffein nach dem Brühen reduziert — doch das Verfahren ist noch nicht marktreif: Ablagerungen bremsen den Durchfluss, Reinigung und Kosten sind ungeklärt, Geschmack wurde nie getestet. Dieser kostenlose Leitfaden ordnet ein, was heute wirklich funktioniert. Leitfaden zur Koffeinreduktion sichern
Offene Herausforderungen für den Praxiseinsatz
Ein Einsatz der Technologie außerhalb experimenteller Umgebungen ist derzeit offen. Im Versuchsverlauf bremsten Ablagerungen den kontinuierlichen Wasserfluss durch die Membran. Wichtige Fragen zur praktischen Reinigung des Filters, zu dessen Wiederverwendbarkeit sowie zu den wirtschaftlichen Herstellungskosten gelten als ungeklärt. Ein kommerzielles Produkt existiert bislang nicht.
