Kaffee, Herz

Kaffee und Herz: AHA stuft bis zu 400 Milligramm Koffein tÀglich als unbedenklich ein

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bis zu 400 Milligramm Koffein tĂ€glich gelten fĂŒr gesunde Erwachsene als unbedenklich; morgendlicher Kaffeekonsum war mit geringerer Sterblichkeit verbunden.
Kaffeepulver in einem Papierfilter in einem Porzellan-Kaffeefilterhalter bei natĂŒrlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Kaffee zĂ€hlt weltweit zu den meistkonsumierten Genussmitteln, war jedoch lange Zeit Gegenstand widersprĂŒchlicher gesundheitlicher EinschĂ€tzungen. Ein wissenschaftliches Statement der American Heart Association (AHA) zur Wirkung von Koffein auf das Herz-Kreislauf-System fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen: FĂŒr die meisten gesunden Erwachsenen gilt eine Menge von bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag – was etwa drei bis fĂŒnf Tassen Kaffee entspricht – als unbedenklich.

Dieser Konsum ist zudem mit einem niedrigeren Risiko fĂŒr koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern und Typ-2-Diabetes assoziiert.

Zubereitung und TrÀgersubstanzen bestimmen das Risikoprofil

Die AHA weist in ihrer Auswertung darauf hin, dass die physiologischen Effekte von Koffein nicht isoliert von den Begleitstoffen der jeweiligen Quelle betrachtet werden können. Kaffeebohnen enthalten neben Koffein eine Vielzahl bioaktiver Substanzen.

Insbesondere bei ungesĂŒĂŸtem, ungefiltertem Kaffee finden sich Diterpene wie Cafestol und Kahweol, die mit einem Anstieg des LDL-Cholesterinspiegels in Verbindung gebracht werden. Fachleute wie die Kardiologen Aurelio Rojas und Jorge Tartaglione raten daher zur Nutzung von Papier- oder Stofffiltern, da diese die cholesterinerhöhenden Stoffe weitgehend zurĂŒckhalten.

Gleichzeitig grenzen kardiologische Fachgesellschaften den Kaffeegenuss deutlich von anderen Koffeinquellen ab. WĂ€hrend ein moderater Konsum von ein bis drei Tassen Kaffee den Blutdruck bei gesunden Personen vorĂŒbergehend leicht erhöhen kann, bergen synthetische PrĂ€parate und hochdosierte Energydrinks kardiovaskulĂ€re Gefahren.

Kardiologe Karim Ghazal warnt vor ĂŒberhöhten Koffeindosen, da diese Palpitationen und sprunghafte Blutdruckanstiege provozieren können. Bei Energydrinks drohen laut AHA neben Bluthochdruck auch Herzrhythmusstörungen.

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Studien belegen Assoziationen mit verringerter Sterblichkeit

Publikationen in den Fachzeitschriften der AHA zeigen, dass ungesĂŒĂŸter Kaffee mit messbaren gesundheitlichen Vorteilen einhergeht. Ein Konsum von etwa fĂŒnf Tassen tĂ€glich korreliert mit einem um rund 30 Prozent verringerten Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes, wĂ€hrend etwa vier Tassen pro Tag mit einer Reduktion des Schlaganfallrisikos um bis zu 21 Prozent verbunden sind.

Diese Beobachtungen decken sich mit weiteren internationalen Forschungsarbeiten. Eine im Fachjournal Heart veröffentlichte koreanische Untersuchung an mehr als 25.000 MĂ€nnern und Frauen ergab, dass ein moderater Kaffeekonsum von drei bis fĂŒnf Tassen tĂ€glich mit weniger Kalziumablagerungen in den Koronararterien und somit selteneren FrĂŒhzeichen von Herzkrankheiten einherging.

Zudem analysierte eine Forschungsgruppe der Tulane University unter Leitung von Lu Qi Daten von 40.725 Erwachsenen aus den NHANES-Erhebungen (1999–2018) sowie weiteren 1.463 Personen ĂŒber einen Nachbeobachtungszeitraum von rund neun bis zehn Jahren.

Die im Jahr 2025 im European Heart Journal publizierte Auswertung zeigte, dass Personen, die ihren Kaffee vor allem morgens tranken, ein um 31 Prozent geringeres Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€ren Tod und ein um 16 Prozent niedrigeres Risiko fĂŒr die Gesamtsterblichkeit aufwiesen als Nicht-Kaffeetrinker.

Bei ĂŒber den Tag verteiltem Konsum war kein vergleichbar signifikanter Effekt messbar. Die Autoren wiesen darauf hin, dass die Daten keine direkte KausalitĂ€t belegen.

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Richtwerte und individuelle VertrÀglichkeit

In den USA stuft die Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA bis zu 400 Milligramm Koffein tĂ€glich fĂŒr gesunde Erwachsene als unbedenklich ein. In Großbritannien existiert kein allgemeiner Grenzwert, fĂŒr Schwangere wird jedoch eine Obergrenze von 200 Milligramm pro Tag vorgegeben.

Kardiologe José Abellån betont, dass Kaffee kein kontraindiziertes Produkt darstelle, sondern eingebettet in einen Lebensstil mit gesunder ErnÀhrung, Bewegung und Stressmanagement vorteilhaft sein könne. Mediziner mahnen jedoch zur individuellen Dosierung: Treten Symptome wie Herzrasen, Schlafstörungen, innere Unruhe oder gastroösophagealer Reflux auf, sollte der tÀgliche Konsum reduziert werden.

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