Kaffeekonsum: Studie belegt weniger Körperfett und mehr Muskelmasse
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 02:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen der Universität Oulu in Finnland liefern neue Erkenntnisse über die Auswirkungen von Kaffeekonsum auf den menschlichen Organismus.
In einer im September 2026 thematisierten Studie, die im Fachmagazin European Journal of Nutrition veröffentlicht wurde, untersuchten Forscher den Zusammenhang zwischen dem Kaffeeverbrauch und verschiedenen körperlichen sowie hormonellen Parametern.
Die Grundlage der Analyse bildeten Daten von 2.264 Teilnehmern der Northern Finland Birth Cohort 1966, die zum Zeitpunkt der Datenerhebung 46 Jahre alt waren.
Auswirkungen auf Körperfett und Muskelmasse
Die Auswertung der finnischen Daten deutet darauf hin, dass ein höherer Kaffeekonsum mit einer spezifischen Veränderung der Körperzusammensetzung korreliert.
Laut den Studienergebnissen wiesen Probanden mit einem hohen Kaffeeverbrauch einen geringeren Anteil an Gesamtkörperfett sowie an viszeralem Fett auf. Letzteres gilt medizinisch als besonders relevant, da es die inneren Organe umgibt und mit verschiedenen Stoffwechselrisiken in Verbindung gebracht wird.
Gleichzeitig beobachteten die Wissenschaftler bei diesen Teilnehmern eine höhere Skelettmuskelmasse. Ein bemerkenswerter Aspekt der Untersuchung ist, dass der Body-Mass-Index (BMI) der Probanden trotz der unterschiedlichen Fett- und Muskelanteile unverändert blieb. Dies deutet darauf hin, dass Kaffee die Gewebeverteilung beeinflussen könnte, ohne das Gesamtgewicht signifikant zu verschieben.
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Hormonelle Korrelationen bei Männern und Frauen
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Studie lag auf der Analyse des Hormonspiegels. Bei männlichen Teilnehmern stellten die Forscher fest, dass ein gesteigerter Kaffeekonsum mit einem Anstieg des Gesamttestosterons um +0,29 nmol/l pro Tasse assoziiert ist.
Zudem wurde ein höherer Spiegel des Sexualhormon-bindenden Globulins (SHBG) sowie ein höheres bioverfügbares Testosteron gemessen. Im Gegensatz dazu zeigten sich jedoch ein niedrigeres freies Testosteron und ein niedrigerer freier Androgenindex (FAI). Neben den hormonellen Veränderungen wiesen die Männer mit hohem Kaffeekonsum ein günstigeres Glukose-Insulin-Profil auf.
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Bei den weiblichen Studienteilnehmern ergaben sich ebenfalls hormonelle Zusammenhänge. Ein höherer Kaffeekonsum war hier mit höheren SHBG-Spiegeln und einer geringeren Konzentration an freien Androgenen verbunden. Diese Ergebnisse unterstreichen, dass die Inhaltsstoffe des Kaffees möglicherweise geschlechtsspezifische Auswirkungen auf das endokrine System haben.
Gemeinsame Stoffwechselmarker und wissenschaftliche Einordnung
Über beide Geschlechter hinweg identifizierten die Forscher der Universität Oulu eine weitere Gemeinsamkeit: Ein hoher Kaffeekonsum ging mit niedrigeren Spiegeln von verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAA) einher. Diese Aminosäuren spielen eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel und im Muskelaufbau.
Die Autoren der Studie weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Obwohl die Datenlage deutliche statistische Zusammenhänge zwischen dem Kaffeekonsum und den beschriebenen Veränderungen der Körperzusammensetzung sowie der Hormonwerte aufzeigt, ist eine direkte Kausalität damit nicht belegt.
Weitere Forschung sei notwendig, um zu klären, ob der Kaffee selbst die Ursache für diese Effekte ist oder ob andere Lebensstilfaktoren der untersuchten Kohorte eine Rolle spielen.
