KAIST-Roboter, Humanoide

KAIST-Roboter v0.7: Humanoide Maschine lernt den Moonwalk selbstständig

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 12:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der vollständig am KAIST entwickelte Roboter hält nach einem Stoß das Gleichgewicht und bewegt sich dank bestärkenden Lernens.
Ein modernes Robotik-Labor mit einer komplexen mechanischen Testvorrichtung und freiliegenden Gelenkkomponenten. Illustration mit AI erstellt.

Bei einer Parlamentsprüfung des Ausschusses für Wissenschaft, Informations- und Kommunikationstechnologie, Rundfunk und Kommunikation in Daejeon hat das Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) seinen humanoiden Roboter v0.7 vorgestellt.

Der Auftritt vor den Abgeordneten, bei dem 54 geförderte Institute wie NST, KIST und ETRI vertreten waren, endete mit einer ungewöhnlichen Demonstration: Beim Verlassen der Prüfungshalle vollführte die Maschine zu Michael Jacksons Musiktitel Billie Jean einen Moonwalk.

Nach Angaben des Instituts handelte es sich dabei nicht um einen vorprogrammierten Bewegungsablauf, sondern um ein Verhalten, das sich das System eigenständig über bestärkendes Lernen angeeignet hat. Der Auftritt sorgte bei Vertretern von Regierung und Opposition gleichermaßen für Erheiterung.

Vollständige Eigenentwicklung und robuste Balance

Die Entwicklung des humanoiden Roboters v0.7 wurde von Professor Park Hae-won aus der Abteilung für Maschinenbau geleitet. Die Maschine weist eine Körpergröße von etwa 180 cm sowie ein Gewicht von rund 75 kg auf. Das System erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von 12 bis 13 km/h und kann Stufen sowie Hindernisse von mehr als 30 cm Höhe überwinden.

Die Parlamentsabgeordnete Hwang Jung-a von der Demokratischen Partei, selbst Alumna des Instituts, unterstrich, dass sämtliche Kernkomponenten bis hin zur Steuerung durch künstliche Intelligenz vollständig vom KAIST entwickelt wurden.

Dazu zählen unter anderem die Motoren, Getriebe und Treiber des v0.7. Während der Sitzung prüfte die Abgeordnete die Stabilität des Roboters durch mehrfachen Druck gegen dessen Brustkorb. Das System registrierte die Krafteinwirkung, trat kontrolliert leicht zurück und glich den Schwerpunkt über Dutzende Gelenkmotoren dynamisch aus, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

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Erweiterte Manipulationsfähigkeiten und industrielle Anwendungen

Der Auftritt bei der Parlamentsprüfung stellte den zweiten offiziellen Auftritt des Roboters dar, nachdem das System am 13.10.2026 im Rahmen der Veranstaltung Physical AI Vision erstmals präsentiert worden war. Nach Angaben des Instituts kann die Maschine rund 20 kg mit einem einzelnen Arm heben; sämtliche Bewegungs- und Steuerungsfunktionen wurden über bestärkendes Lernen erworben.

Im KAIST Physical AI Lab fand zudem eine Vorführung zum autonomen Fabrikbetrieb statt. Das dortige Steuerungssystem überwachte Prozesse, dirigierte Maschinen und stoppte den Arbeitsbetrieb unverzüglich, als eine Person ohne Schutzhelm eine Roboterarbeitszone betreten wollte.

Professor Jang Young-jae formulierte als Ziel dieses Vorhabens eine übergeordnete Plattform, die komplette Industrieanlagen als einheitliche Gesamtlösung exportierbar machen soll.

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Parallelentwicklung der Modellreihe v0.9

Neben der Version v0.7 arbeitet das Institut an der weiterführenden Version v0.9. Dieses Modell demonstrierte das Verschieben von Objekten mit einem Gewicht von bis zu 35 kg sowie das Anheben von Lasten bis zu 20 kg in getrennten Durchläufen. Entwickelt wurde das Modell vom Dynamic Robot Control and Design Laboratory in Zusammenarbeit mit dem Labor RAILAB für die Armkomponenten.

Das System nutzt bordseitige optische Rückmeldungen, mit denen unter anderem Schriftblöcke angeordnet werden können. Die Fähigkeiten von v0.9 basieren auf tiefem bestärkenden Lernen sowie Demonstrationen durch Menschen, wobei der Forschungsschwerpunkt auf der Ganzkörper-Lokomanipulation liegt.

Unabhängige Berichte merken an, dass dem veröffentlichten Videomaterial zu v0.9 noch keine verbindlichen Angaben zu kommerziellen Dauerleistungen, Steuerungsdetails oder ein konkreter Zeitplan für den Praxiseinsatz zu entnehmen sind.

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