Kalziumnoduli: Kombinationstherapie vergröĂert StentflĂ€che um 19 Prozent
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Behandlung schwer verkalkter KoronargefĂ€Ăe stellt interventionelle Kardiologen vor erhebliche Herausforderungen. Besonders sogenannte Kalziumnoduli, die in bis zu 30% der FĂ€lle von perkutanen Koronarinterventionen auftreten, erschweren die optimale Entfaltung von GefĂ€ĂstĂŒtzen.
Klinische Daten der randomisierten NODULE-SHOCK-Studie des Mount Sinai Hospital in New York geben nun Aufschluss darĂŒber, wie sich die Ergebnisse bei solchen komplexen Verkalkungen verbessern lassen. Die Ergebnisse wurden auf der TCT-Konferenz in San Diego vorgestellt und simultan im Fachjournal JACC: Cardiovascular Interventions veröffentlicht.
Kombinationstherapie vergröĂert StentflĂ€che bei Kalziumnoduli
In der NODULE-SHOCK-Studie untersuchten Forscher insgesamt 120 Patienten mit schwer verkalkten HerzkranzgefĂ€Ăen, deren LĂ€sionen mittels optischer KohĂ€renztomographie (OCT) analysiert wurden. Annapoorna Kini von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai prĂ€sentierte die Studienergebnisse auf der Fachtagung in San Diego.
Bei 66 Studienteilnehmern lagen spezifische Kalziumnoduli vor. Diese Patienten wurden in zwei Gruppen mit jeweils 33 Personen aufgeteilt: Eine Gruppe erhielt eine Kombination aus Rotationsatherektomie und intravaskulĂ€rer Lithotripsie (IVL), wĂ€hrend die Vergleichsgruppe ausschlieĂlich mit intravaskulĂ€rer Lithotripsie behandelt wurde.
Die Auswertung zeigte deutliche Unterschiede bei der erreichten GefĂ€Ăöffnung: Unter der Kombinationstherapie aus Rotationsatherektomie und IVL lag die finale StentflĂ€che am Nodulus im Mittel bei 7,41 mmÂČ, verglichen mit 6,23 mmÂČ bei alleiniger IVL. Dies entspricht einer um circa 19% gröĂeren FlĂ€che.
Zudem zeigten sich die Stents in der Kombinationsgruppe runder und symmetrischer. Der prozedurale Erfolg betrug 100% unter der Kombinationstherapie gegenĂŒber 97% bei der alleinigen IVL-Behandlung.
Dosierungseffekte und Sicherheitsergebnisse
Die ĂŒbrigen 54 Studienpatienten wiesen keine Noduli auf. In dieser Kohorte prĂŒften die Mediziner unterschiedliche Dosierungen der intravaskulĂ€ren Lithotripsie: 27 Patienten erhielten maximale IVL-Pulse von bis zu 120 (im Mittel 114 Pulse), wĂ€hrend 27 Patienten eine vom Arzt gewĂ€hlte Dosierung von circa 75 bis 80 Pulsen (im Mittel 75 Pulse) erhielten. Bei der finalen StentflĂ€che zeigte sich mit 5,50 mmÂČ gegenĂŒber 5,56 mmÂČ kein Vorteil durch die zusĂ€tzlichen Pulse.
Kalziumnoduli treten in bis zu 30 Prozent der PCI-FĂ€lle auf und erschweren die optimale Stent-Entfaltung. Die NODULE-SHOCK-Daten zeigen, wie sich das Ă€ndern lĂ€sst: In drei Schritten zur besseren StentflĂ€che â von der Nodulus-Erkennung per OCT ĂŒber die Kombination aus Rotationsatherektomie und IVL bis zur Dosierungsfrage. Kostenlosen Praxis-Leitfaden jetzt anfordern
Hinsichtlich der Patientensicherheit fielen die Ergebnisse positiv aus. In beiden Studienkohorten traten innerhalb von 30 Tagen weder TodesfĂ€lle noch Herzinfarkte, erneute Eingriffe an der behandelten Arterie oder Stentthrombosen auf. Eine Nachbeobachtung ĂŒber ein Jahr lĂ€uft derzeit. Nach Ansicht der Autoren ist jedoch eine Validierung der Ergebnisse in gröĂeren multizentrischen Studien mit klinischen Endpunkten erforderlich.
Weitere Entwicklungen in der intravaskulÀren Lithotripsie
Parallel zur NODULE-SHOCK-Studie wurden auf der Konferenz Daten weiterer Systeme zur GefĂ€Ăbehandlung vorgestellt. Abbott prĂ€sentierte die Ergebnisse der TECTONIC CAD IVL IDE Study, die an 40 US-Zentren mit 335 Patienten durchgefĂŒhrt und ebenfalls in JACC: Cardiovascular Interventions publiziert wurde.
Mit einer 30-Tage-Rate fĂŒr ein Versagen der ZiellĂ€sion von 0,3% erreichte die Untersuchung ihren primĂ€ren Sicherheitsendpunkt. Der prozedurale Erfolg lag bei 97%, wĂ€hrend schwere kardiovaskulĂ€re Ereignisse in der tatsĂ€chlich behandelten Population bei 0,3% lagen.
Bei allen kernlabor-bewerteten Patienten betrug die Reststenose nach Behandlung unter 50%. Eine OCT-Substudie mit 106 Patienten wies Kalziumfrakturen und eine verbesserte Stent-Expansion durch das SonicForce-System nach, das bis zu 160 Pulse bei zwei Pulsen pro Sekunde abgibt und in den USA investigativen Status besitzt.
Schwer verkalkte KoronargefĂ€Ăe bleiben technisch anspruchsvoll â und die Datenlage zu Dosierung und Kombinationstherapie war lange unklar. Dieser Leitfaden ordnet die aktuellen IVL-Ergebnisse ein und zeigt, welche Sicherheits- und Erfolgsdaten die Systeme liefern. IVL-Datenlage im Ăberblick sichern
Johnson & Johnson stellte Resultate der FORWARD CAD IDE vor, einer prospektiven Single-Arm-Studie an 28 Zentren in den USA und GroĂbritannien mit 158 Patienten. Bei den behandelten GefĂ€ĂverĂ€nderungen handelte es sich zu 96% um mĂ€Ăig oder schwer verkalkte LĂ€sionen mit einer mittleren Diameterstenose von 81% sowie 20% chronischen TotalverschlĂŒssen.
FĂŒr den Shockwave Javelin Katheter, der in den USA ebenfalls investigativ ist, betrug der technische Erfolg 93,6%, wĂ€hrend 93,4% der Patienten ĂŒber 30 Tage frei von schwerwiegenden kardiovaskulĂ€ren Ereignissen blieben. Schwerwiegende angiographische Komplikationen traten bei 1,3% der Patienten auf.
