Kampfmittel, Kellern

Kampfmittel in Kellern: Polizei sprengt Weltkriegs-Munition

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 01:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Mehrere Polizeieinsätze wegen explosiver Altlasten aus Weltkriegen. Behörden warnen vor Eigeninitiative bei verdächtigen Funden.

Weltkriegsmunition bei Entrümpelungen: Gefährliche Funde in Deutschland
Eine behandschuhte Hand sortiert alte Gegenstände in einem Keller oder Dachboden, mit unscharfen Kisten und Möbeln im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Grund: Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg.

Gefährliche Altlasten in Kellern und auf Dachböden

Besonders brisant wurde es am Sonntag in Freihung (Landkreis Amberg-Sulzbach). Bei einer Wohnungsauflösung stießen Arbeiter auf zwei Weltkriegs-Geschosse der Kaliber 2 und 3 Zentimeter. Die Minen- und Schrapnellgeschosse waren so stark verrostet, dass sie als nicht transportfähig galten. Eine Spezialeinheit des Landeskriminalamts München musste die Munition noch am selben Abend auf einem nahegelegenen Feld kontrolliert sprengen.

Nur zwei Tage zuvor, am Freitag, hatte es in Losheim am See einen ähnlichen Vorfall gegeben. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden Beamte ebenfalls Weltkriegsmunition. Auch hier übernahmen Spezialisten die Sprengung am Nachmittag. Gegen den Besitzer läuft nun ein Verfahren nach dem Sprengstoff- und Waffengesetz.

Kinder bringen Granaten mit nach Hause

Dass die Gefahr nicht nur in Wohnungen lauert, zeigt ein Fall aus Löbau. Am Sonntag spielten Kinder im Wald und entdeckten zwei Granaten aus dem Ersten Weltkrieg. Sie nahmen die gefährlichen Fundstücke kurzerhand mit nach Hause. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst stellte die Munition schließlich zur Vernichtung sicher.

Die Sicherheitsbehörden warnen eindringlich: Verdächtige Gegenstände niemals berühren! Ein Beispiel aus Neustadt vom Samstag zeigt, dass Wachsamkeit trotzdem richtig ist. Ein Jugendlicher meldete einen stark korrodierten Gegenstand, der einer Tellermine ähnelte. Eine Fachfirma stellte zwar fest, dass es sich nur um eine alte Herdplatte handelte – die Polizei lobte das vorsichtige Verhalten des Jungen aber ausdrücklich.

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Systematisch entrümpeln, aber richtig

Wer seinen Haushalt auflösen will, sollte strukturiert vorgehen. Eine Expertin rät, sich pro Bereich nur 10 bis 15 Minuten zu nehmen – das verhindert Überforderung. Die Faustregel: Kleidung, die seit über einem Jahr nicht getragen wurde, kommt weg.

Für größere Projekte wie komplette Haushaltsauflösungen engagieren viele Betroffene spezialisierte Dienstleister. Manche Firmen sind seit 2019 am Markt, Familienbetriebe sogar seit 1953. Sie bieten oft kostenlose Besichtigungen und Festpreisangebote. Neben dem Entrümpeln selbst kümmern sie sich um die fachgerechte Verwertung von Stahl- und Metallschrotten.

Illegale Müllentsorgung wird zum Kostenfaktor

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Neben den Sicherheitsrisiken belastet auch die Müllentsorgung die öffentlichen Kassen zunehmend. In Sachsen-Anhalt verursachte illegal entsorgter Müll im Jahr 2024 Kosten von über einer Million Euro. Seit 2020 haben sich die Ausgaben für die Beseitigung wilden Mülls fast verdoppelt.

Im Saalekreis schlägt das mit 1,28 Euro pro Einwohner für das Jahr 2025 zu Buche. Kein Wunder also, dass der Ruf nach strengeren Sanktionen lauter wird. In einer Umfrage sprachen sich 68 Prozent der Befragten für höhere Bußgelder aus. Die fachgerechte Entsorgung über zertifizierte Dienstleister bleibt damit nicht nur eine logistische Notwendigkeit – sondern auch ein wichtiger Faktor für die Entlastung kommunaler Haushalte.

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