Kartenzahlung: Gericht genehmigt 38-Milliarden-Vergleich für Händler
10.06.2026 - 13:11:36 | boerse-global.de
Ein US-Bundesrichter hat einen überarbeiteten Vergleich zwischen Visa, Mastercard und zwölf Millionen Händlern vorläufig genehmigt. Das Abkommen im Wert von rund 38 Milliarden Euro soll jahrzehntelange Streitigkeiten um Kreditkartengebühren beenden.
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Reduzierte Gebühren für den Handel
Richter Brian Cogan aus Brooklyn gab dem Vergleich am Dienstag grünes Licht. Visa und Mastercard verpflichten sich darin, die sogenannten Swipe-Gebühren – die Gebühren, die Händler bei jeder Kartenzahlung entrichten müssen – für fünf Jahre um 0,1 Prozentpunkte zu senken. Zudem werden die Transaktionssätze für Standard-Konsumentenkarten für acht Jahre auf maximal 1,25 Prozent gedeckelt.
Wirtschaftsexperten wie Joseph Stiglitz und Jonathan Leffler rechnen mit direkten Einsparungen von rund 38 Milliarden Euro für den Handel bis 2031. Die Electronic Payments Coalition geht sogar von einem gesamtwirtschaftlichen Nutzen von über 200 Milliarden Euro aus. Die Börse reagierte positiv: Visa-Aktien legten um 1,7 Prozent zu, Mastercard um zwei Prozent.
Mehr Freiheit für Händler
Ein zentraler Punkt des Abkommens: Die sogenannte „Honor All Cards"-Regel wird abgeschafft. Händler dürfen künftig bestimmte teure Kreditkarten ablehnen, während sie andere Karten desselben Netzwerks weiter akzeptieren. Auch Aufschläge für bestimmte Zahlungsmethoden sind nun leichter umsetzbar.
Richter Cogan bezeichnete den Vergleich als fair, angemessen und ausreichend. Zwar sei das Abkommen nicht perfekt, doch biete es den betroffenen Händlern spürbare Erleichterungen.
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Widerstand aus dem Handel
Doch der Vergleich hat mächtige Gegner. Der National Retail Federation, der Verband der Tankstellenbetreiber und der Einzelhandelsriese Walmart laufen Sturm gegen die Einigung. Ihre Kritik: Die Gebührensenkungen seien viel zu gering. Zum Vergleich: Die gesamten Swipe-Gebühren stiegen von 111,2 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 118,8 Milliarden Euro im Jahr 2025.
Das Gericht muss nun rund 40 formelle Einwände von Händlerverbänden prüfen. Richter Cogan räumte ein, dass es noch zu früh sei, um zu beurteilen, ob der Widerstand die Mehrheit der zwölf Millionen betroffenen Händler repräsentiert oder nur eine laute Minderheit ist. Die endgültige Entscheidung über den Vergleich wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.
