WindrĂ€der können Gefahr fĂŒr Bartgeier in den Alpen sein
12.02.2025 - 05:00:40Anfang des vergangenen Jahrhunderts war der gröĂte Vogel der Alpen, der Bartgeier, ausgerottet. Die Wiederansiedlung seit den 1980er Jahren ist zwar erfolgreich, berichtet die Schweizer Vogelwarte Sempach. Es gebe wieder rund 350 Exemplare. Aber es lauerten Gefahren, darunter zum Beispiel WindrĂ€der.
Man mĂŒsse beim Bau genau auf den Standort achten, sagte Pressesprecher Livio Rey. Schon einige hundert Meter könnten zum Schutz der Bartgeier einen Unterschied machen. Die Spitze der RotorblĂ€tter von Windkraftanlagen hĂ€tten Geschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern in der Stunde. Dies könnten Bartgeier und andere Vögel nicht abschĂ€tzen, um rechtzeitig auszuweichen. Andere Gefahren sind Leitungen fĂŒr Strom oder Seilbahnen, aber auch illegale AbschĂŒsse.Â
Wenn die Gefahren eingedĂ€mmt werden, könne sich die Zahl der Tiere in den nĂ€chsten zehn Jahren verdoppeln, so die Vogelwarte. Die Population habe einen hohen Fortpflanzungserfolg, die Ăberlebenswahrscheinlichkeit der Tiere sei hoch. Modellrechnungen zeigten aber, dass nur neun zusĂ€tzliche TodesfĂ€lle im Jahr bereits ein Schrumpfen der Population zur Folge hĂ€tten. Es werden weiter Bartgeier ausgewildert, um die genetische Vielfalt zu erhöhen.
Seit 2021 wurden auch im bayerischen Nationalpark Berchtesgaden mehrfach Bartgeier ausgewildert - zuletzt Ende Mai 2024. Die ersten beiden Geier kamen aus Spanien, ebenso wie ihre zwei Nachfolgerinnen. 2023 kam das erste MĂ€nnchen aus Ăsterreich dazu. Eines der beiden zuerst ausgewilderten Weibchen hat als bisher einziges Tier nicht ĂŒberlebt, es wurde von einem Stein erschlagen.Â
Bartgeier (Gypaetus barbatus) sind Greifvögel, die eine FlĂŒgelspannweite von mehr als zweieinhalb Metern erreichen können. In Zoos können sie rund 50 Jahre alt werden. Sie ernĂ€hren sich von den Knochen verendeter Tiere.





