Negativtrend, Bewegungsmangels

Negativtrend des Bewegungsmangels bei Kindern hÀlt an

11.01.2024 - 10:35:36 | dpa.de

Kein Schulsport, kein Vereinstraining: Kinder und Jugendliche waren im Corona-Lockdown weniger körperlich aktiv. Forscher haben nun untersucht, wie viel sich junge Menschen seitdem bewegen.

Im Corona-Lockdown haben sich Kinder und Jugendliche weniger bewegt. Dieser Trend hÀlt an, zeigt eine Studie. - Foto: Soeren Stache/dpa
Im Corona-Lockdown haben sich Kinder und Jugendliche weniger bewegt. Dieser Trend hÀlt an, zeigt eine Studie. - Foto: Soeren Stache/dpa

Nach dem RĂŒckgang körperlicher AktivitĂ€ten bei Kindern und Jugendlichen wĂ€hrend der Corona-Pandemie ist laut einer aktuellen Studie keine Umkehr dieses Negativtrends erkennbar. Wie das Bundesinstitut fĂŒr Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden mitteilte, hatten sich junge Menschen in Deutschland und Europa bereits vor der Pandemie weniger als eine Stunde am Tag sportlich bewegt. Diese Zeitspanne wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen.

Mit Beginn der Pandemie sei die Bewegungszeit noch mal dramatisch um durchschnittlich rund ein Viertel gesunken. Besorgniserregend sei vor allem, dass es bislang keine Anzeichen fĂŒr eine Umkehr dieser Entwicklung gebe, erlĂ€uterte BiB-Forschungsdirektor Martin Bujard. «Die Gefahr besteht, dass die Verhaltensweisen aus der Pandemie zum Teil dauerhaft beibehalten werden.» Dies könne langfristige Folgen fĂŒr die Gesundheit junger Menschen haben, warnten die Forscher.

Kinder von 8 bis 12 Jahren besonders betroffen

Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren sind der Studie zufolge am stĂ€rksten von mangelnder Bewegung betroffen gewesen - vor allem zu den Zeiten von Schulschließungen und eingeschrĂ€nktem Vereinssport, erlĂ€uterten die Autoren. Sie verwiesen auf frĂŒhere BiB-Analysen, wonach in diesen Phasen des Lockdowns erheblich mehr Kinder und Jugendliche an Depressionen und Angstsymptomen gelitten hĂ€tten.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen dringenden Handlungsbedarf, um Kinder und Jugendliche wieder zu mehr körperlicher AktivitĂ€t zu motivieren. Es mĂŒsse verhindert werden, dass aufgrund von Bewegungsmangel eine Generation heranwĂ€chst, die mit gesundheitlichen FolgeschĂ€den zu kĂ€mpfen hat.

«Sport und Bewegung wie Spielen im Freien, Schwimmen oder Turnen sollten wieder fester Bestandteil im Tagesablauf von Kindern und Jugendlichen werden», riet Studienleiterin Helena Ludwig-Walz. «Parks, SpielplĂ€tze, Fahrradwege oder allgemein "grĂŒne PlĂ€tze" erleichtern es, Bewegung in den Alltag zu integrieren.»

FĂŒr die aktuelle Studie werteten die BiB-Forscher den Angaben zufolge Daten frĂŒherer Untersuchungen aus, die europaweit zu VerĂ€nderungen der körperlichen AktivitĂ€t junger Menschen wĂ€hrend der Corona-Pandemie erhoben wurden. Demnach flossen insgesamt 26 Studien aus 14 LĂ€ndern mit Daten von mehr als 15.000 Kindern und Jugendlichen ein.

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