KI-Agenten, Systeme

KI-Agenten: 83 Prozent der Unternehmen setzen autonome Systeme ein

25.06.2026 - 04:09:26 | boerse-global.de

Autonome KI-Systeme übernehmen zunehmend komplexe Prozesse in Finanzberatung, Einzelhandel und Logistik. Unternehmen investieren massiv in die Technologie.

KI-Agenten revolutionieren Kundenmanagement in Finanzen und Handel
KI-Agenten - Eine futuristische Büroansicht mit schimmernden holografischen Bildschirmen, die KI-gestützte Kundendaten und Analysen anzeigen. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Weg von einfacher Textgenerierung, hin zu autonomen Agenten, die komplexe Prozesse eigenständig steuern.

Professor Dominik Georgi betont: Modernes Customer Management braucht Kundenzentrierung auf vier Ebenen – strategisch, Interaktion, Beziehung und Umsetzung. Datenanalysen und KI bilden dafür die notwendige Grundlage.

Finanzbranche entdeckt KI für sich

In der Finanzberatung zeichnet sich ein Durchbruch ab. 2024 setzten laut Branchenberichten nur 6 Prozent der Berater KI-Lösungen ein. Jetzt investieren große Maklerpools massiv in die Technologie.

Ein Beispiel: Die Software Afori anonymisiert Gesundheitsdaten und automatisiert Dokumentation sowie Antragsprozesse. Christian Hammer vom Vorstand des Unternehmens Netfonds sieht eine Entwicklung „von der einfachen Texterstellung hin zu agierenden KI-Agenten“. Das verschafft Beratern mehr Zeit für die direkte Kundenbetreuung.

Einzelhandel testet KI-Überwachung

Die Swisscom startete Mitte Juni ein Pilotprojekt namens KIRA (KI Retail Analytics) in Filialen in Aarau, Bern und Lausanne. Sensoren und Mikrofone erfassen Kundenbewegungen und Beratungsgespräche. Ziel: Optimierung von Abläufen und Beratungsqualität.

Die Daten werden laut Unternehmensangaben sofort anonymisiert und gelöscht. Bei Erfolg plant der Konzern, das System bis Jahresende auf zehn weitere Standorte auszuweiten. Parallel dazu überarbeitete Swisscom den KI-Assistenten Sam nach Nutzerkritik – mit neuen Funktionen für Ratenzahlungen und direkter Verbindung zu menschlichen Mitarbeitern.

Logistik und Energie setzen auf Automatisierung

Die LIS GmbH führte bereits am 1. Mai den KI-Chatbot „Lissy“ ein. Die auf Cognigy-Technologie basierende Anwendung ist in Kundenportale und Transportmanagementsysteme integriert. Sie bündelt interne Wissensquellen und erstellt bei Bedarf selbstständig Support-Tickets.

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Geschäftsführer Markus Berkemeier spricht von einem „Meilenstein in der Servicestrategie“ des Unternehmens.

Auch in der Energiebranche läuft die Automatisierung. E.ON Deutschland nutzt für die Photovoltaik-Planung bei der Tochter klarsolar eine Software von Aurora Solar. Sie erstellt automatisch Schaltpläne und Angebote – direkt vor Ort oder digital. Ein Rollout auf weitere Töchter ist geplant.

Tech-Konzerne liefern die Plattformen

SAP stellte am 24. Juni eine „Autonomous Suite“ vor, basierend auf dem Joule-Assistenten. CEO Christian Klein betont: „KI schafft vor allem durch den Geschäftskontext Mehrwert.“ Das erfordere eine Neugestaltung von Prozessen und Infrastrukturen.

Parallel präsentierte Meta in Cannes ein vollautomatisiertes Werbesystem. Es vereint Datenanalyse, Kreation und Media-Steuerung in einer Plattform. Branchenkenner sehen darin eine Herausforderung für klassische Agenturmodelle.

Die Zahlen sprechen für sich: Ein Bericht von Box zeigt, dass der Anteil der Unternehmen mit fortgeschrittenem KI-Reifegrad innerhalb eines Jahres von 8 auf 64 Prozent stieg. 83 Prozent setzen bereits KI-Agenten ein. Forrester zufolge planen 88 Prozent der B2B-Entscheider den Einsatz solcher Agenten.

Europäische Infrastruktur als Standortvorteil

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Mit Blick auf die EU-KI-Verordnung, die ab dem 2. August greift, gewinnen europäische Lösungen an Bedeutung. Anbieter wie Trooper.AI starteten im Juni neue Schnittstellen. Sie machen KI-Modelle verschiedener Hersteller über Server in Deutschland und den Niederlanden verfügbar – ohne eigene Hardware-Infrastruktur.

CEO Markus Roth setzt auf ein nutzungsabhängiges Preismodell ohne Grundgebühr.

Für den Wissensaustausch entstehen neue Foren. Infosys und Partner wie das ANA Global CMO Growth Council lancierten den „CMO AI Hub“. Die Plattform soll Marketingverantwortlichen kontextbezogene Erkenntnisse und Peer-to-Peer-Lernen im Bereich KI ermöglichen. Auch strategische Partnerschaften wie die zwischen Infobip und Digitas Middle East treiben den Einsatz von KI-Agenten in Regionen wie APAC und MENA voran.

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