KI-Angriff, Alibaba

KI-Angriff: Alibaba zapfte Claude mit 28,8 Millionen Abfragen an

25.06.2026 - 09:06:18 | boerse-global.de

Alibaba soll mit 28,8 Mio. Abfragen Claude-Modell kopiert haben. Aktie fällt, US-Politik fordert schärfere Sanktionen.

Anthropic wirft Alibaba massiven KI-Diebstahl via Claude vor
KI-Angriff - Digitale Illustration: Datenfluss von glühendem KI-Neuronalnetz zu schattenhafter Figur, mit Leiterplattenmustern. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der US-KI-Konzern Anthropic hat chinesische Hacker im großen Stil attackiert – mit 28,8 Millionen Abfragen auf das Claude-Modell.

In einem Schreiben an den US-Senat und das Weiße Haus schlägt Anthropic Alarm: Der chinesische Technologiekonzern Alibaba stecke hinter dem bislang größten bekannten Destillationsangriff auf die firmeneigene KI Claude. Dabei handelt es sich um eine Methode, bei der ein fremdes Modell systematisch abgefragt wird, um dessen Fähigkeiten zu kopieren und nachzubauen.

25.000 Fake-Konten, 28,8 Millionen Anfragen

Die Operation lief laut Anthropic zwischen dem 22. April und dem 5. Juni 2026. Insgesamt seien rund 25.000 betrügerische Konten angelegt worden, die gemeinsam 28,8 Millionen Interaktionen mit Claude generierten. Die Urheberschaft führt das Unternehmen auf Alibabas Qwen-Labor zurück – jene Abteilung, die hinter dem chinesischen KI-Assistenten Qwen steckt.

Das Ausmaß übertrifft frühere Destillationsversuche bei weitem, die unter anderem den chinesischen KI-Firmen DeepSeek, Moonshot AI und MiniMax zugeschrieben wurden. An den Finanzmärkten reagierten Anleger prompt: Die Aktie von Alibaba verlor nach Bekanntwerden der Vorwürfe rund drei Prozent an Wert.

Politischer Druck wächst

Der Fall hat in Washington bereits politische Konsequenzen. Die US-Senatoren Hagerty und Kim planen demnach Gesetzesänderungen, um Sanktionen gegen chinesische Firmen zu ermöglichen, die an solchen Angriffen beteiligt sind. Anthropic selbst fordert schärfere Exportkontrollen für KI-Chips sowie rechtliche Immunität für Unternehmen, die automatisierte Scraping-Angriffe abwehren.

Alibaba selbst hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Allerdings hatte der Konzern erst kürzlich in den USA juristische Schritte eingeleitet, um von einer Pentagon-Blacklist gestrichen zu werden.

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Sicherheitsbedenken bremsen die Branche

Die Enthüllung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Sicherheitsbedenken rund um KI-Systeme ohnehin hochkochen. Laut Marktforschern haben 75 Prozent der Unternehmen verschiedene KI-Projekte gestoppt oder pausiert – aus Sorge vor Sicherheitsrisiken.

Anthropic selbst hatte erst Anfang Juni mit den Modellen Fable 5 und Mythos 5 zwei hochleistungsfähige Systeme vorgestellt. Fable 5 generierte in einem Testlauf einen bootfähigen Windows-Kernel in der Programmiersprache Rust – und das in nur 38 Minuten. Doch der Zugang zu diesen Modellen wurde noch im selben Monat wieder gesperrt: Grund sind US-Exportkontrollen und behördliche Auflagen.

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Konkurrenz zieht vorbei

Während Anthropic bei seinen Spitzenmodellen zurückstecken muss, nutzen Wettbewerber die Gelegenheit. OpenAI brachte am 22. Juni 2026 mit GPT-5.5-Cyber eine spezialisierte Version für geprüfte Fachleute auf den Markt.

Anthropic setzt unterdessen auf andere Vertriebswege. Erst kürzlich startete das Unternehmen eine integration namens Claude Tag für den Messaging-Dienst Slack. Und intern zeigt sich der Konzern selbstbewusst: Das hauseigene Produktteam nutzt die eigene KI inzwischen, um 65 Prozent seines Codes zu generieren.

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