KI-Assistenten, China

KI-Assistenten: China verbietet emotionale Agenten ab 15. Juli

06.07.2026 - 12:28:00 | boerse-global.de

ByteDance, Alibaba und Tencent deaktivieren ihre personalisierten KI-Assistenten vor Inkrafttreten strenger Regulierungen Mitte Juli.

Chinas Tech-Giganten stoppen KI-Begleiter vor neuem Gesetz
KI-Assistenten - Ein futuristischer Serverraum mit leuchtenden blauen Datenströmen und einem stilisierten KI-Symbol im Hintergrund. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

ByteDance, Alibaba und Tencent bauen ihre personalisierten KI-Assistenten ab – die neuen Regulierungen treten Mitte Juli in Kraft.

Chinas große Technologieunternehmen reagieren auf die kommende Gesetzgebung: Noch vor Inkrafttreten der „Interimsmaßnahmen für KI-anthropomorphe Interaktionsdienste" am 15. Juli 2026 entfernen die Konzerne ihre KI-Begleitfunktionen aus den Apps. Die Regierung will damit emotionale Abhängigkeiten und Risiken für Minderjährige verhindern.

Zeitplan der Abschaltungen

ByteDance informierte die Nutzer seiner App Doubao bereits am 4. Juli über die Einstellung der personalisierten KI-Persona-Funktionen. Am 15. Juli werden diese Agenten offline genommen, ab dem 15. Oktober sind dann auch alle zugehörigen Nutzerdaten nicht mehr zugänglich. Ersten Berichten zufolge sorgte die Ankündigung bei vielen Nutzern für Verunsicherung – der Verlust langer Chat-Verläufe wiegt schwer.

Alibaba zog am heutigen Montag nach: Die Plattform Qwen deaktiviert ihre menschlichen Agenten bereits am 10. Juli, die vollständige Abschaltung aller Agentenfunktionen folgt am 15. Juli. Tencent hatte bereits im Juni vergleichbare Funktionen aus seiner App Yuanbao entfernt.

Die Behörden in Shanghai gingen noch weiter: Ende Juni löschten sie mehr als 14.000 KI-Agenten, die nicht den neuen Standards entsprachen.

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Was die neuen Regeln vorschreiben

Die Interimsmaßnahmen treten am 15. Juli 2026 in Kraft und richten sich gezielt gegen KI-Dienste, die auf dauerhafte emotionale Interaktion ausgelegt sind. Die Vorschriften verbieten Inhalte, die ungesunde emotionale Abhängigkeiten fördern oder extreme emotionale Reaktionen auslösen – besonders bei Minderjährigen.

Die Plattformen müssen mehrere technische Schutzmaßnahmen umsetzen:

  • Echtzeit-Erkennung emotionaler Belastung
  • Anti-Sucht-Erinnerungen alle zwei Stunden
  • Altersverifikation für jugendliche Nutzer
  • Vorab-Prüfung aller KI-generierten Inhalte

Zusätzlich ist die Nutzung sensibler Gesprächsdaten zu Trainingszwecken verboten. Die Nutzer behalten das letzte Wort bei KI-Entscheidungen – sie müssen diese ablehnen können.

Experten des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie begründen die strengen Auflagen mit erheblichen Risiken: Datenschutzverletzungen, Gesundheitsschäden und die Verbreitung extremistischer Ideen seien ohne diese Sicherheitsvorkehrungen nicht auszuschließen.

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Ausnahmen für Arbeitswelt und Bildung

Nicht alle KI-Tools sind betroffen. Die Regeln gelten nicht für Agenten in den Bereichen Arbeitsproduktivität, Kundenservice, Bildung und wissenschaftliche Forschung – solange sie keine dauerhafte emotionale Bindung aufbauen.

Unternehmenslösungen bleiben voraussichtlich uneingeschränkt nutzbar. Parallel dazu tritt am 15. Juli ein separates „Rahmenwerk für intelligente Agenten" in Kraft, das autonome KI-Systeme in den Bereichen Gesundheitswesen, Finanzen, Verkehr und öffentliche Sicherheit reguliert.

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