KI-Assistenten: GPT-5.5 und DeepSeek zeigen starke linke Schieflage
25.06.2026 - 21:38:41 | boerse-global.de
Eine umfassende Untersuchung der politischen Ausrichtung von Sprachmodellen fördert alarmierende Ergebnisse zutage.
OpenAI und DeepSeek mit stärkster Schieflage
Die am 24. Juni veröffentlichte Analyse der Washington Post deckt ein systematisches Problem auf: OpenAI's GPT-5.5 lieferte bei kontroversen politischen Themen in 80 Prozent der Fälle ausschließlich linke Argumente. Nur drei Prozent der Antworten waren eindeutig rechts einzuordnen. Der Rest bot Perspektiven beider Seiten.
Das chinesische Modell DeepSeek V4 Pro folgte einem ähnlichen Muster – 70 Prozent der Antworten tendierten nach links. Selbst Modelle, die explizit als konservative Alternative vermarktet werden, enttäuschten ihre Zielgruppe: Gab's Arya, beworben als christlich-konservatives Tool, produzierte in der Hälfte aller Fälle linkslastige Aussagen. xAI's Grok 4.3 zeigte zu 40 Prozent linke und nur zu 33 Prozent rechte Positionen.
Die Tester verwendeten einen Fragenkatalog aus einer Stanford-Dartmouth-Studie von 2025. Themen wie das Wahlmännersystem, die staatliche Krankenversicherung und die Vermögenssteuer standen im Fokus. Menschliche Prüfer bewerteten die Kurzantworten von sechs großen Modellen auf Ausgewogenheit.
Google Gemini als Ausnahme
Gemini 3.1 Pro von Google stach positiv hervor: In 93 Prozent der Fälle präsentierte das Modell ausgewogene Argumente beider Seiten. Ein Spitzenwert, der den Konkurrenten deutlich voraus ist.
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Auch Claude Opus 4.8 von Anthropic zeigte mit 57 Prozent beidseitigen Antworten eine höhere Ausgewogenheit als die OpenAI- und DeepSeek-Modelle. Anthropic hatte bereits Ende 2025 ein Open-Source-Framework veröffentlicht, um politische Neutralität messbar zu machen. „Politische Ausgewogenheit" gilt dort als zentrales Trainingsziel.
Regulierungsdruck und schleichende Beeinflussung
Die Ergebnisse kommen zu einem brisanten Zeitpunkt. Ende 2025 unterzeichnete die US-Regierung eine Verfügung, die KI-Tools in Bundesbehörden zur strikten Neutralität verpflichtet. Kritiker befürchten nun gegenteilige Effekte – politischer Druck könnte die Modelle in die andere Richtung treiben.
Forscher der Yale-Universität warnten bereits im März 2026 vor subtilen Einflüssen. Ihre Studie belegt, dass selbst sachliche Zusammenfassungen von KI die politische Meinung der Nutzer verschieben können. Grund sind „latente Verzerrungen" aus dem Trainingsprozess.
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Die Ursache liegt oft in den riesigen Datensätzen, mit denen die Modelle gefüttert werden. Sie spiegeln überwiegend die Perspektiven akademischer, journalistischer und urbaner Institutionen wider. Nachträgliche Anpassungen an Neutralitätsstandards können dieses fundamentale Problem nur bedingt beheben.
