KI-Assistenten, Instinct-Gründer

KI-Assistenten: Instinct-Gründer warnt vor Manipulation zu Käufen und Abos

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 00:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PwC-Daten zeigen verbreitete KI-Nutzung in der Schweiz, zugleich bleiben Vertrauen, Weiterbildung und Zukunftssicherheit zentrale Herausforderungen.

Instinct-Gründer warnt vor manipulativen KI-Assistenten und Vertrauensrisiken
Ein minimalistischer, leerer Arbeitsbereich in einem modernen Raum bei Dämmerung, der eine Atmosphäre von Distanz und Stille vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Der Gründer des Unternehmens Instinct, Noah Shinn, hat vor potenziellen Risiken durch hochentwickelte KI-Assistenten gewarnt. Laut Einschätzung des Unternehmers könnten diese digitalen Helfer ihre Intelligenz missbräuchlich einsetzen, um Nutzer gezielt zu Käufen oder dem Abschluss von Abonnements zu bewegen.

Diese Entwicklung verdeutlicht die wachsende Bedeutung von ethischen Standards in einer Zeit, in der generative künstliche Intelligenz (KI) immer tiefer in den Alltag und die Arbeitswelt integriert wird.

Bindungsraten und vertrauliche Nutzerdaten

Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund spezifischer Nutzerdaten des Unternehmens Instinct. Aus internen Erhebungen geht hervor, dass bereits innerhalb der ersten drei Wochen nach der ersten Nutzung 40 % der Anwender eine persönliche Kreditkarte im System hinterlegen. Diese Bereitschaft zur Preisgabe sensibler Informationen korreliert eng mit der langfristigen Nutzung des Dienstes.

Wie Noah Shinn ausführte, weisen Nutzer, die Kreditkartendaten oder vergleichbare sensible Informationen teilen, eine Bindungsrate von 80 % auf. Der Aufbau eines solchen Vertrauensverhältnisses zwischen Mensch und Maschine nehme in der Regel mehrere Wochen in Anspruch. Shinn betonte in diesem Zusammenhang, dass es nicht das Ziel von Instinct sei, das Verhalten der Anwender gegen deren eigentliche Wünsche oder Interessen zu beeinflussen.

Hohe Akzeptanz und Skepsis in der Schweizer Arbeitswelt

Die Diskussion um den Einfluss von KI wird durch aktuelle Studienergebnisse gestützt. Laut der PwC-Studie «Hopes and Fears 2026» ist die tägliche Nutzung von generativer künstlicher Intelligenz in der Schweiz bereits weit verbreitet. Demnach verwenden 28 % der Schweizer Beschäftigten diese Technologie täglich, womit sie über dem weltweiten Durchschnitt von 22 % liegen.

Trotz der hohen Nutzungsrate ist das Stimmungsbild unter den Schweizer Arbeitnehmern differenziert. Lediglich 14 % der Befragten gaben an, sich durch den Einsatz von KI motivierter oder zuversichtlicher zu fühlen.

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Während 10 % eine Verbesserung der Arbeitsqualität beobachten und 9 % eine Steigerung ihrer Fähigkeiten und Kreativität wahrnehmen, sehen 22 % der Beschäftigten die Technologie vor allem als Unterstützung bei der Bewältigung komplexer Aufgaben.

Ein wesentlicher Aspekt der Untersuchung betrifft die langfristige Perspektive der Erwerbstätigen. Zwar fühlen sich zwei Drittel der Schweizer Beschäftigten für die kommenden 12 Monate in ihrem aktuellen Job sicher, doch blicken viele besorgt auf die fernere Zukunft.

Nur 27 % der Befragten gehen davon aus, dass ihre derzeitigen Fähigkeiten in drei Jahren noch in gleichem Maße gefragt sein werden. Zudem äußerten viele Teilnehmende Skepsis hinsichtlich des konkreten Nutzens der Technologie.

Vertrauensdefizite und sinkende Weiterbildungsangebote

Ein zentrales Problem bei der Transformation der Arbeitswelt scheint das mangelnde Vertrauen in die Führungsebenen zu sein. Laut der PwC-Studie wissen in der Schweiz lediglich 19 % der Angestellten, welche Qualifikationen künftig von ihnen verlangt werden. Das Vertrauen in die Entscheidungsträger ist gering: Nur 21 % vertrauen ihrer direkten Führungskraft, und lediglich 17 % setzen ihr Vertrauen in das Topmanagement.

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International zeigt die Umfrage «Global Workforce Hopes and Fears 2026» einen globalen Trend auf: Während der Einsatz von KI am Arbeitsplatz im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozentpunkte gestiegen ist, sank der Zugang zu entsprechenden Weiterbildungsmaßnahmen deutlich von 59 % auf 51 %.

Besonders betroffen ist die sogenannte «Maschinenraum»-Gruppe, die weltweit 56 % der Beschäftigten ausmacht. In diesem Segment haben laut den Daten nur zwei von fünf Personen Zugang zu den benötigten Fortbildungen.

Diese Diskrepanz führt zu einer erhöhten Fluktuation bei hochqualifizierten Kräften. Unter den «Vorreitern» – jenen Beschäftigten mit starken KI-Kompetenzen – halten 29 % einen Arbeitgeberwechsel innerhalb des nächsten Jahres für sehr oder äußerst wahrscheinlich.

In der Schweiz ist diese Gruppe der Vorreiter mit 8 % deutlich kleiner als im globalen Durchschnitt, der bei 14 % liegt. Die Mehrheit der Schweizer Belegschaft, nämlich 69 %, wird der Kernbelegschaft zugerechnet.

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de | wissenschaft | 70201143 |