KI-Besteuerung, Vietnam

KI-Besteuerung: Vietnam und Indonesien regulieren ChatGPT & Co.

26.05.2026 - 12:02:31 | boerse-global.de

Vietnam und Indonesien besteuern KI-Plattformen wie ChatGPT regulär. Deutsche Tech-Firmen in Emerging Markets müssen mit steigenden Compliance-Kosten rechnen.

KI-Besteuerung: Vietnam und Indonesien regulieren ChatGPT & Co. - Foto: über boerse-global.de
KI-Besteuerung: Vietnam und Indonesien regulieren ChatGPT & Co. - Foto: über boerse-global.de

Vietnam und Indonesien ziehen die Zügel an: Die Steuerbehörden beider Länder haben klargestellt, dass KI-Plattformen wie ChatGPT künftig regulär besteuert werden. Ein Trend, der auch für deutsche Tech-Unternehmen relevant wird.

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Vietnam: Keine Steuerfreiheit für ChatGPT & Co.

Das Finanzamt in Hanoi hat am 25. Mai 2026 entschieden: KI-Dienstleistungen fallen nicht unter die bestehenden Steuerbefreiungen für Software. Die Behörde stützt sich dabei auf das Dekret 71/2007 sowie das aktuelle Steuergesetz 48/2024/QH15.

Konkret bedeutet das: Auf KI-Anwendungen wird der reguläre Mehrwertsteuersatz von 10 Prozent fällig. Vietnamesische Unternehmen, die ausländische KI-Dienste weiterverkaufen, müssen diese Steuer abführen. Die Begründung der Steuerfahnder ist knapp: Die aktuelle Funktionsweise von KI-Plattformen erfülle nicht die strengen Kriterien für eine Software-Befreiung.

Indonesien sortiert seine Steuerliste neu

Parallel dazu hat die indonesische Steuerdirektion (DGT) OpenAI von der offiziellen Liste der Mehrwertsteuer-Einzieher gestrichen. Die Behörde spricht von einer „administrativen Anpassung" – keine Kehrtwende in der Steuerpolitik.

Gleichzeitig kamen neue Player hinzu: HashiCorp und Perplexity AI wurden im April 2026 als Steuereinzieher benannt. Insgesamt sind nun 264 Digitalunternehmen in Indonesien als Steuerkollektoren registriert. 232 davon haben ihre Pflichten bereits erfüllt.

Die Bilanz kann sich sehen lassen: Rund 39,94 Billionen Indonesische Rupiah (umgerechnet etwa 2,24 Milliarden Euro) hat der Staat allein aus der Digitalsteuer eingenommen. Rechnet man Kryptowährungen (2,03 Billionen IDR) und Fintech-Dienste (4,88 Billionen IDR) hinzu, summiert sich die Einnahme auf 52,04 Billionen IDR.

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Kenia und Sri Lanka ziehen nach

Die Entwicklung in Südostasien ist kein Einzelfall. Weltweit verschärfen Regierungen die Regeln für digitale Dienstleistungen:

Kenia plant mit dem Finance Bill 2026 eine 16-prozentige Mehrwertsteuer auf Fintech-Dienstleistungen. Zudem sollen Anbieter virtueller Vermögenswerte jährliche Steuererklärungen einreichen. Eine 5-prozentige Quellensteuer auf lokale Kartentransaktionen und 20 Prozent auf ausländische Transaktionen sind ebenfalls vorgesehen.

Sri Lanka führt zum 1. Juli 2026 eine Digital Services Tax ein. Ausländische Anbieter müssen sich registrieren, wenn ihre Einnahmen 9 Millionen LKR pro Quartal oder 36 Millionen LKR jährlich übersteigen. Die Mehrwertsteuer auf Finanzdienstleistungen steigt von 18 auf 20,5 Prozent.

Was bedeutet das für deutsche Unternehmen?

Für deutsche Tech-Firmen, die in Südostasien expandieren, wird die Lage komplexer. Die Ära der Steuerfreiheit für digitale Dienste endet. Stattdessen etablieren immer mehr Länder „technologieneutrale" Steuersysteme – KI wird behandelt wie jeder andere digitale Dienst.

Die Botschaft ist klar: Wer in Emerging Markets wachsen will, muss lokale Steuerregeln ernst nehmen und in Compliance-Systeme investieren. Die Kosten für digitale Geschäftsmodelle steigen – sowohl durch direkte Steuern als auch durch den bürokratischen Aufwand.

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