KI-Betrug, Angriffe

KI-Betrug: 86 Prozent aller Angriffe nutzen künstliche Intelligenz

22.06.2026 - 16:38:12 | boerse-global.de

Google führt Fake Call Detection ein, Swisscom baut Spam-Filter aus. KI-Angriffe erreichen 86 Prozent aller Attacken.

KI-Betrug: Google und Swisscom starten neue Schutzfunktionen
KI-Betrug - Ein Smartphone-Bildschirm zeigt eine Warnmeldung, umgeben von abstrakten Datenströmen und leuchtenden Linien, die KI und Netzwerke symbolisieren. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Google und Swisscom reagieren mit neuen Schutzfunktionen.

Fake Call Detection: Google warnt vor KI-Stimmen

Google führt eine neue Schutzfunktion für Android-Smartphones ab Version 12 ein. Die „Fake Call Detection“ erkennt Anrufe mit gefälschten Nummern oder KI-imitierten Stimmen. Dabei prüft eine digitale Handschlag-Verifikation zwischen den Geräten die Echtheit des Anrufers. Schlägt die Prüfung fehl, erscheint eine Warnmeldung. Der Rollout startete zunächst auf hauseigenen Pixel-Geräten.

Anzeige: 86 Prozent aller Angriffe nutzen inzwischen KI – die Klickrate liegt bei alarmierenden 54 Prozent. Bevor Betrüger auch Sie mit täuschend echten KI-Stimmen oder Fake-Shops erwischen, sichern Sie sich jetzt den kostenlosen Schutz-Leitfaden mit Schritt-für-Schritt-Erkennung und Sofortmaßnahmen. Jetzt kostenlosen Schutz-Leitfaden anfordern

Parallel dazu baut Swisscom seinen Spam-Schutz aus. Das System kennzeichnet verdächtige Anrufe automatisch mit dem Hinweis „Vorsicht: Spam-Verdacht“. Die Einstufung erfolgt anhand der Rufnummer, des Anrufzeitpunkts und Kundenrückmeldungen. Bereits jetzt blockiert der bestehende Filter monatlich rund acht Millionen unerwünschte Anrufe.

KI-Klickraten explodieren: 86 Prozent aller Angriffe sind automatisiert

Die Qualität der Angriffe verändert sich rasant. Laut dem Phishing Trends Report von KnowBe4 enthalten inzwischen 86 Prozent aller Attacken KI-Elemente. Das Ergebnis: Die Klickrate liegt bei 54 Prozent – ein massiver Anstieg gegenüber zwölf Prozent bei traditionellen Methoden. Angreifer nutzen geopolitische Unruhen oder geben sich als Behörden und Hilfsorganisationen aus.

Auch WhatsApp rückt in den Fokus. Eine Kaspersky-Studie beziffert den durchschnittlichen Schaden durch Betrug auf der Plattform auf 1.180 Euro. In fast der Hälfte der Fälle erbeuten Täter das Geld innerhalb von weniger als 30 Minuten. Viele Opfer vermuten den Einsatz von KI, um Druck aufzubauen oder Identitäten vorzutäuschen.

Prime Day: Tausende Fake-Shops im Anmarsch

Vor großen Rabattaktionen steigt die Gefahr gefälschter Webseiten. Für den Amazon Prime Day (23. bis 26. Juni) identifizierten Check-Point-Forscher weltweit über 6.800 neu registrierte Domains, die den Namen des Versandhändlers imitieren. Fast zehn Prozent dieser im Mai registrierten Seiten gelten als bösartig.

Banken warnen vor Panik-Mache – Haftung ist kompliziert

Anzeige: Vor dem Prime Day wimmelt es von Fake-Shops: Über 6.800 neue Domains imitieren Amazon. Bevor Sie auf eine Fälschung hereinfallen, zeigt Ihnen dieser Leitfaden, wie Sie sichere Shops erkennen und sich vor KI-Phishing schützen. Sicherheits-Checkliste jetzt sichern

Sparkasse und UBS warnen vor Methoden, bei denen Kunden durch angebliche Sicherheitswarnungen in Panik versetzt werden. Ziel ist die Erlangung von Zugangsdaten oder TANs. In der Schweiz versuchten Betrüger, ein Opfer über verschlüsselte WhatsApp-Kanäle zur Preisgabe von Informationen zu bewegen.

Die Global Anti-Scam Alliance beziffert die weltweiten Betrugsschäden für 2024 auf 850 Milliarden Euro. In Deutschland verursachten Cyberangriffe zuletzt Kosten von rund 178,6 Milliarden Euro. Die Erstattung durch Banken ist rechtlich differenziert: Grundsätzlich sind Institute zur Rückzahlung nicht autorisierter Zahlungen verpflichtet (§ 675u BGB). Bei grober Fahrlässigkeit entfällt dieser Anspruch. Ein Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg aus dem Jahr 2025 bestätigte den Verlustanspruch eines Kunden über 41.000 Euro nicht – weil er Sicherheitsvorgaben missachtet hatte.

Experten raten: Bei unaufgeforderten Nachrichten oder Anrufen sofort die offizielle Telefonnummer von Bank oder Behörde suchen. Wer bereits Daten preisgegeben hat, muss das Konto sperren und Anzeige erstatten.

de | wissenschaft | 69603898 |