KI-Betrug, Mobilgeräten

KI-Betrug auf Mobilgeräten: 14 Millionen Euro Schaden in Baden-Württemberg

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 00:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kriminelle nutzen zunehmend KI für Romance Scamming und Anlagebetrug. Die Fallzahlen steigen rasant, warnt die Polizei.

KI-Betrug nimmt zu: Deepfakes und Chat-Bots als neue Gefahr
Ein Smartphone auf einem Schreibtisch zeigt die digitale Silhouette einer Person, symbolisch für KI-gestützte Betrugsmaschen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Kriminelle Netzwerke setzen verstärkt auf Künstliche Intelligenz, um über Mobilgeräte und soziale Medien Privatpersonen zu betrügen. Automatisierte Chat-Bots und Deepfake-Technologien dienen dabei dem Romance Scamming und Anlagebetrug.

Automatisierte Täuschung mit hohen Schäden

In Baden-Württemberg verzeichnete das Landeskriminalamt für 2025 fast 1.000 Fälle von Love Scamming – bei einer Schadenssumme von rund 14 Millionen Euro. Eine Betroffene aus Freiburg kommunizierte zehn Wochen mit einer Identität, die sich später als KI entpuppte. Zwar floss kein Geld, doch die KI forderte 3.000 Euro. Der Weisse Ring bezifferte den Schaden durch solche Delikte in Baden-Württemberg für 2024 sogar auf 18 Millionen Euro.

In Sachsen stiegen die Fallzahlen beim Anlagebetrug drastisch: von 163 Fällen im Jahr 2024 auf 603 im darauffolgenden Jahr. Eine Frau aus Mittelsachsen verlor über eine Million Euro. Sie fiel auf ein Deepfake-Video herein, das eine vermeintliche Finanzexpertin in einer Talkshow zeigte.

Technologische Aufrüstung bei Betrugsringen

Internationale Ermittlungserfolge geben Einblick in die professionelle Struktur hinter den Maschen. In Malaysia zerschlug die Polizei in Forest City zwei große Online-Betrugsringe. Die Beamten nahmen 335 Verdächtige fest und beschlagnahmten mehr als 1.900 elektronische Geräte – darunter über 1.500 Smartphones. Die Täter suchten ihre Opfer grenzüberschreitend in Europa, den USA und Japan.

Auch in Japan führten Ermittlungen zur Festnahme eines Verdächtigen. Er gab sich als bekannten Technologie-Milliardär aus und täuschte eine Seniorin mittels KI-generierter Videoanrufe. Sie überwies Beträge im fünfstelligen Euro-Bereich. Die Gelder wurden sofort in Kryptowährungen umgewandelt – eine Rückholung ist kaum möglich.

Nutzer überschätzen ihre Erkennungsfähigkeit

Der Cybersicherheitsmonitor 2026 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zeigt: Viele Nutzer überschätzen ihre Fähigkeiten zur Erkennung von KI-Manipulationen. Zwar gaben 47 Prozent der Befragten an, KI-Inhalte identifizieren zu können – doch ein Drittel hat keinerlei Schutzmaßnahmen ergriffen. Nur wenige nutzen Werkzeuge wie die Rückwärts-Bildersuche oder systematische Quellenprüfung.

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Auf Messenger-Diensten wie WhatsApp verbreiten sich neue Betrugsmethoden. Nutzer werden durch angebliche Abstimmungs-Links dazu verleitet, QR-Codes zu scannen oder Codes einzugeben. Sobald Kriminelle ein Konto übernommen haben, fordern sie im Namen des Opfers Geld von dessen Kontakten – etwa für angebliche medizinische Notfälle.

Regionale Schwerpunkte und polizeiliche Warnungen

Polizeipräsidien berichten von Phishing-Wellen über SMS und gefälschte Hotlines. Im Raum Freiburg entstanden in den vergangenen Wochen Verluste im fünfstelligen Bereich. Auch in Sachsen-Anhalt verzeichneten Behörden Schäden in Millionenhöhe durch falsche Prominenten-Profile auf sozialen Plattformen.

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Die Polizei warnt eindringlich: Niemand sollte Geld an Personen überweisen, die man ausschließlich aus dem Internet kennt. Täter nutzen zunehmend Deepfake-Videos und Voice-Cloning für Schockanrufe. Ermittler raten zu erhöhter Skepsis bei ungewöhnlichen Forderungen. Die Chance, verlorenes Geld zurückzuerhalten, ist gering – die Finanzströme führen meist ins Ausland.

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