KI-Betrugswelle: Jeder 500. SMS-EmpfÀnger fÀllt drauf rein
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 04:26 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Folgen sind verheerend.
BetrĂŒgerische SMS-Nachrichten sind kein neues PhĂ€nomen. Doch die Bedrohungslage hat eine neue Stufe erreicht. Kriminelle nutzen generative Sprachmodelle wie Gemini AI, um tĂ€uschend echte Kurznachrichten zu erstellen. Diese imitieren offizielle Benachrichtigungen ĂŒber MautgebĂŒhren, Paketzustellungen oder Regierungsmitteilungen. Wer auf den Link klickt, landet auf gefĂ€lschten Webseiten â und gibt dort Anmeldedaten oder Zahlungsinformationen preis.
Jeder 500. EmpfÀnger fÀllt drauf rein
Die Erfolgsquote der BetrĂŒger ist stabil. Nach Erkenntnissen der Polizei Hessen liegt sie bei rund 0,5 Prozent. Das klingt gering, bedeutet aber: Bei 100.000 versendeten SMS-Nachrichten werden statistisch gesehen 500 EmpfĂ€nger abgezockt. Die globale Dimension des Problems wird durch eine Zahl verdeutlicht: Von rund 392,5 Milliarden E-Mails, die tĂ€glich weltweit versendet werden, ist die HĂ€lfte Spam. Davon wiederum sind 70 Prozent Phishing-Versuche.
Unternehmen im Visier â 75 Prozent der deutschen Firmen betroffen
IdentitĂ€tsdiebstahl ist lĂ€ngst nicht mehr nur ein Problem fĂŒr Privatpersonen. Der aktuelle RSA ID IQ Report 2026 zeigt: In den vergangenen drei Jahren waren 69 Prozent aller Unternehmen weltweit von Sicherheitsverletzungen betroffen, die auf kompromittierte IdentitĂ€ten zurĂŒckgehen. Das ist ein Anstieg um 27 Prozentpunkte. In Deutschland liegt der Wert mit 75 Prozent sogar ĂŒber dem globalen Durchschnitt. Die finanziellen Folgen sind enorm: Pro Vorfall entstehen SchĂ€den zwischen fĂŒnf und zehn Millionen US-Dollar.
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KI wird dabei nicht nur zur Erstellung von Inhalten genutzt. Eine Kampagne namens Jadepuffer zeigt, wie eine KI vollautonom Cloud-Umgebungen nach Zugangsdaten durchusede und Produktionsdatenbanken verschlĂŒsselte. Das Ziel: Lösegeld in Bitcoin. Das System passte seine Taktiken innerhalb von Sekunden an.
Quishing: Der QR-Code als Einfallstor
Neben klassischen Textnachrichten verbreitet sich eine neue Masche: Quishing oder QRishing. Kriminelle ĂŒberkleben legitime QR-Codes an öffentlichen Orten mit manipulierten Codes. Besonders betroffen sind Parkautomaten, Speisekarten und vermeintliche Strafzettel. Aktuell steht Mallorca im Fokus, aber auch FĂ€lle aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden sind bekannt. Wer den manipulierten Code scannt, landet auf Phishing-Seiten oder installiert unbemerkt Schadsoftware.
Ein weiteres Beispiel: Ein als Dokumentenleser getarnter Banking-Trojaner namens Anatsa wurde im Google Play Store bereits ĂŒber 100.000 Mal heruntergeladen. Die Software zeichnet Tastatureingaben auf und fĂ€ngt Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes ab.
Da Kriminelle immer raffiniertere Methoden nutzen, um SicherheitslĂŒcken auf MobilgerĂ€ten auszunutzen, ist ein aktuelles System die wichtigste Verteidigungslinie. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Experten-Report, wie Sie durch die richtigen Android-Updates Datenverlust und Malware dauerhaft verhindern. Kostenlosen Android-Update-Ratgeber herunterladen
KI als Gegenwehr â iOS 27 und Mobilfunker reagieren
Die Industrie schlĂ€gt zurĂŒck. Apple plant fĂŒr den Herbst mit iOS 27 die EinfĂŒhrung eines Frameworks namens Trust Insights. Es soll durch Verhaltensanalyse Social-Engineering-Angriffe erkennen â etwa ungewöhnlich hohe Ăberweisungen oder Fernzugriffsversuche. Auch Mobilfunkbetreiber wie LG Uplus setzen auf KI-basierte Analysesysteme, um den Zugriff auf bösartige Server in Echtzeit zu verhindern. Nach Unternehmensangaben konnten dadurch bereits SchĂ€den in betrĂ€chtlicher Höhe abgewendet werden.
Sicherheitsbehörden raten: Keine Links in unaufgeforderten Nachrichten anklicken. FĂŒr sensible Transaktionen ausschlieĂlich offizielle KanĂ€le oder Telefonnummern nutzen. Dass die Warnungen berechtigt sind, zeigen aktuelle FĂ€lle. In Sachsen verlor eine Frau durch eine KI-gestĂŒtzte AnlagebetrĂŒgerei ĂŒber eine Million Euro. In Bayern wurde ein Mann durch eine gefĂ€lschte Kreditkarten-SMS um rund 6000 Euro betrogen.
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