KI-Chips in China: Heimische Lösungen erobern 90% Marktanteil
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 02:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Markt für High-End-KI-Chips in China steht vor einem massiven Umbruch. Laut aktuellen Prognosen von TrendForce vom 10. August 2026 werden heimische Lösungen im Jahr 2026 voraussichtlich rund 90 Prozent des chinesischen Marktes für Hochleistungs-KI-Hardware kontrollieren. Diese Entwicklung markiert eine drastische Verschiebung der Marktanteile zulasten etablierter US-Hersteller wie Nvidia und AMD.
Rückzug ausländischer Chip-Architekturen
Analysten führen diese Veränderung auf eine Kombination aus US-Exportbeschränkungen und staatlichen Fördermaßnahmen in China zurück. Während zuvor ausländische Grafikprozessoren (GPUs) den Markt dominierten, bewege sich die Branche nun verstärkt hin zu einer Kombination aus heimischen GPUs und proprietären anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreisen (ASICs). Parallel dazu reife das lokale Ökosystem in Bereichen wie fortschrittlicher Gehäusetechnik (Advanced Packaging) und Wärmemanagement weiter aus.
Für die Branchengrößen Nvidia und AMD wird ein Rückgang des kombinierten Marktanteils in China auf lediglich 10 Prozent im Jahr 2026 prognostiziert. Marktbeobachter von Bernstein konkretisierten diese Erwartung für Nvidia: Demnach dürfte der Anteil des Unternehmens von 40 Prozent im Jahr 2025 auf nur noch 8 Prozent bis Ende 2026 schrumpfen. Der Nvidia-CEO hatte in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass das Unternehmen vor dem Inkrafttreten der Exportkontrollen einen Marktanteil von 95 Prozent in China hielt.
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Aufstieg lokaler Champions und technologische Parität
Als Hauptprofiteur dieser Entwicklung gilt Huawei. Prognosen zufolge wird der Marktanteil von Huawei auf rund 50 Prozent steigen. Technologisch habe das Unternehmen deutlich aufgeschlossen; so sei der Huawei Ascend 950 mit Nvidias H200-Beschleunigern vergleichbar.
Die Liefersituation für ausländische Hochleistungschips bleibt derweil angespannt. Die Auslieferungen von Nvidias H200-Modellen nach China gelten als ungewiss. Zwar hätten die US-Behörden Exportgenehmigungen für etwa zehn chinesische Firmen erteilt, das potenzielle Volumen werde jedoch auf weniger als 200.000 Einheiten geschätzt.
Massive Investitionsschübe bei chinesischen Technologiekonzernen
Trotz der regulatorischen Hürden investieren chinesische Konzerne massiv in ihre Infrastruktur. Für Unternehmen wie ByteDance, Tencent, Alibaba und Baidu wird für das Jahr 2026 ein Anstieg der Investitionsausgaben (Capex) um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert.
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Ein Beispiel für den wirtschaftlichen Erfolg lokaler Akteure ist Moore Threads. Das Unternehmen, das seit dem 5. Dezember 2025 am STAR Market gelistet ist und einen Börsengang in Hongkong plant, legte für das erste Halbjahr 2026 starke Geschäftszahlen vor. Der Umsatz stieg um 147,42 Prozent im Jahresvergleich auf 1,736 Milliarden Yuan (rund 257 Millionen US-Dollar). Der Bruttogewinn belief sich auf 989 Millionen Yuan, was einem Plus von 103,78 Prozent entspricht. Gleichzeitig konnte der Nettoverlust um 95,73 Prozent verringert werden, während die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 38,16 Prozent auf 769 Millionen Yuan stiegen.
