KI-Chips, USA

KI-Chips: USA schließt Schlupfloch für chinesische Unternehmen

Veröffentlicht am: 01.06.2026 um 15:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue US-Exportregeln unterbinden Chip-Zugang für chinesische Unternehmen über ausländische Töchter. Nvidia und AMD sind direkt betroffen.

KI-Chips: USA schließt Schlupfloch für chinesische Unternehmen Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
KI-Chips: USA schließt Schlupfloch für chinesische Unternehmen Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Chinesische Unternehmen können künftig nicht mehr über ausländische Tochtergesellschaften an Hochleistungs-KI-Chips gelangen.

Das US-Handelsministerium hat am Wochenende neue Richtlinien veröffentlicht, die den Export von KI-Halbleitern drastisch einschränken. Betroffen sind sämtliche Firmen mit Hauptsitz in China oder solche, die sich im Besitz chinesischer Mutterkonzerne befinden – unabhängig vom tatsächlichen Standort der Niederlassung.

Ein Jahr Schlupfloch

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Die neuen Vorschriften schließen eine regulatorische Lücke, die fast ein Jahr lang bestand. Im Mai 2025 hatte die damalige Trump-Administration die Durchsetzung der sogenannten "AI Diffusion"-Regeln ausgesetzt, die ursprünglich unter Präsident Biden eingeführt worden waren.

Branchenexperten schätzen, dass in dieser Zeit Hunderttausende moderner KI-Chips an chinesisch kontrollierte Unternehmen gelangten. Besonders betroffen waren Standorte in Malaysia, wo chinesische Firmen Rechenzentren betreiben. Die verschärften Maßnahmen sollen nun verhindern, dass diese Unternehmen ausländische Datenzentren nutzen, um die nationalen Sicherheitskontrollen zu umgehen.

Nvidia und AMD im Fokus

Die Beschränkungen zielen auf die leistungsfähigste Hardware ab, die derzeit auf dem Markt ist. Dazu gehören Nvidias Blackwell- und Rubin-Architekturen sowie AMDs MI350x-Beschleuniger. Für jede Lieferung dieser Komponenten an ein chinesisch kontrolliertes Unternehmen ist nun eine spezielle Exportlizenz erforderlich – selbst wenn das Ziel außerhalb Chinas liegt.

Nvidia erklärte, man habe bereits im Sinne dieser Regulierungen gehandelt. Die offizielle Klarstellung ändere nichts an den aktuellen Betriebsabläufen. Das Unternehmen bestätigte, weiterhin alle US-Exportkontrollen einzuhalten.

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Kritik an fehlender Rückwirkung

Die neuen Richtlinien gelten nicht rückwirkend. Bereits ausgelieferte und in ausländischen Rechenzentren installierte Chips sind von der Regelung nicht betroffen. Diese Einschränkung stößt bei Experten auf Kritik.

Der ehemalige Diplomat McGuire wies darauf hin, dass trotz der Schließung des Schlupflochs weitere Schwachstellen bestehen blieben. So fehle es an verstärkten Sorgfaltspflichten für Hersteller wie TSMC bei der Prüfung von Aufträgen durch mögliche Strohfirmen. Ohne strengere Kontrollen der zugrunde liegenden Fertigungsverträge könnten chinesische Unternehmen weiterhin Wege finden, an die begehrten Hochleistungschips zu gelangen.

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