KI-Datenzentren, Armada

KI-Datenzentren: Armada und Panthalassa sammeln 370 Mio. Euro ein

28.05.2026 - 11:04:38 | boerse-global.de

Modulare und schwimmende Rechenzentren lösen Engpässe bei Strom und Bauzeit. Investoren wie BlackRock steigen ein.

KI-Datenzentren: Armada und Panthalassa sammeln 370 Mio. Euro ein - Foto: über boerse-global.de
KI-Datenzentren: Armada und Panthalassa sammeln 370 Mio. Euro ein - Foto: über boerse-global.de

Statt monatelanger Bauzeit setzen Investoren und Technologiekonzerne zunehmend auf modulare, schwimmende und mobile Datenzentren. Der Grund: Herkömmliche Standorte scheitern an überlasteten Stromnetzen und langwierigen Genehmigungsverfahren.

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Milliarden für mobile Rechenzentren

Das US-Unternehmen Armada, spezialisiert auf einsatzbereite KI-Datenzentren, schloss am 19. Mai eine Finanzierungsrunde über 230 Millionen Euro ab. Die Bewertung des Startups liegt nun bei knapp zwei Milliarden Euro. Zu den Investoren zählen BlackRock und Johnson Controls. Letzterer fertigt die modularen Einheiten in Arizona – und das mit Hochdruck: Die Kundenbuchungen stiegen zwischen 2025 und 2026 um 540 Prozent.

Einen ähnlichen Weg geht das Startup Panthalassa. Es sammelte Anfang Mai 140 Millionen Euro ein, unterstützt von Tech-Größen wie Peter Thiel, John Doerr und Marc Benioff. Die Firma entwickelt schwimmende KI-Datenzentren, die sich mit Wellenenergie versorgen. Jede Einheit soll bis zu einem Megawatt Leistung liefern – zu Kosten zwischen einer und 1,5 Millionen Euro. Nach Tests der Prototypen Ocean-1 (2021) und Ocean-2 (2024) läuft nun die Pilotphase.

Auch etablierte Hardware-Hersteller steigen ein. GIGABYTE wirbt mit einer mobilen KI-Compute-Einheit, die Stromversorgung, Kühlung und Rechenhardware in einem Container vereint – für den schnellen Einsatz vor Ort.

Quanten-Datenzentrum in Rumänien

Die Infrastruktur-Expansion erreicht neue Regionen und Technologien. Der rumänische Senatspräsident Mircea Abrudean gab heute bekannt, dass das US-Unternehmen DriverAI im Kreis Cluj das weltweit erste Quanten-KI-Datenzentrum errichten wird. Das 20 Hektar große Gelände soll in vier Phasen entstehen. Allein die erste Stufe erfordert Investitionen von rund einer Milliarde Euro.

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In den USA treibt Applied Digital sein Mega-Projekt voran. Der Standort des Delta-Forge-1-Campus steht fest: Rapides Parish in Louisiana. Die Kosten für die Anlage mit einer IT-Last von 300 Megawatt belaufen sich auf 3,6 Milliarden Euro. Bereits im Frühjahr sicherte sich das Unternehmen einen 15-Jahres-Mietvertrag über 7,5 Milliarden Euro mit einem nicht genannten Hyperscaler. Der Betrieb soll Mitte 2027 starten.

Stromnetz als Engpass

Die Geschwindigkeit des KI-Ausbaus hängt maßgeblich von der Energieversorgung ab. In Texas weichen Betreiber auf alte Infrastruktur aus: Die CREZ-Stromtrassen, ursprünglich für Windkraft gebaut, ziehen jetzt Großprojekte an. Galaxy Digitals Helios-Campus erhielt kürzlich die Genehmigung für 1,6 Gigawatt Kapazität.

Die US-Umweltbehörde EPA schlägt neue Regeln vor, um die oft über 18-monatigen Genehmigungsverfahren zu verkürzen. Demnach dürften Betreiber künftig schon vor der vollständigen Luftgenehmigung mit dem Bau nicht-emittierender Komponenten wie Betonfundamenten und Verkabelung beginnen. Die öffentliche Anhörung läuft bis Ende Juni.

Palantir-Mitgründer Joe Lonsdale bezifferte den Investitionsbedarf jüngst auf 650 Milliarden Euro in den nächsten drei Jahren. Seine Begründung: KI-Hardware habe eine typische Lebensdauer von nur drei Jahren – ein ständiger Kreislauf aus Austausch und Aufrüstung.

Rekord-Deals und neue Leistungsklassen

Die Beschaffungsverträge der Branche zeigen die Dimensionen. IREN schloss am 27. Mai einen 1,6-Milliarden-Euro-Vertrag mit Dell über luftgekühlte Nvidia-Blackwell-Systeme für den Standort Childress in Texas. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2027 geplant.

Das Unternehmen OneQode wiederum setzt auf AMD und baut seine globale Präsenz aus. Zum Einsatz kommen Instinct-MI355X-GPUs sowie künftige Rack-Lösungen mit einer Leistung von 1,4 ExaFLOPS pro Rack. Die Auslieferung konzentriert sich auf Europa und den asiatisch-pazifischen Raum – darunter ein 110-Megawatt-Projekt in Norwegen.

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