KI-Entlassungen: 90% der Manager sehen keinen Produktivitätszuwachs
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 13:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine aktuelle Untersuchung des National Bureau of Economic Research (NBER), die unter der Leitung von Mark Ma entstand, stellt die wirtschaftliche Effizienz von KI-bedingten Stellenstreichungen infrage. Entgegen der Erwartung vieler Unternehmen führen Entlassungen im Zuge der Einführung Künstlicher Intelligenz nicht zu einer Steigerung der Produktivität, sondern mindern diese in vielen Fällen.
Die Studie basiert auf einer umfassenden Analyse von Daten aus einem Zeitraum von fünf Jahren. Die Forscher werteten dabei Millionen von Bewertungen auf der Plattform Glassdoor sowie Tausende von Finanzberichten aus. Zudem flossen Hunderte von konkreten Ankündigungen über KI-Investitionen und damit verbundene Entlassungen US-amerikanischer Unternehmen in die Untersuchung ein.
Fehlender Produktivitätszuwachs und skeptisches Management
Die Ergebnisse der Studie werden durch Erhebungen der Federal Reserve Bank of Atlanta gestützt. Demnach geben 90 % der Führungskräfte an, bisher keinen Produktivitätszuwachs durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in ihren Unternehmen feststellen zu können. Dieser Befund widerspricht dem verbreiteten Optimismus in Führungsetagen hinsichtlich der Automatisierung von Arbeitsprozessen.
Ein zentraler Grund für das Ausbleiben der Effizienzgewinne liegt laut den Autoren der Studie im menschlichen Faktor. Die Ankündigung von KI-bedingten Entlassungen löse in der Belegschaft erhebliche Ängste vor einem dauerhaften Jobverlust aus. Diese Unsicherheit führe zu einer inneren und äußeren Ablehnung der neuen Technologien durch die verbleibenden Mitarbeiter. In der Folge sinke die allgemeine Produktivität, da die psychologische Belastung und die Skepsis gegenüber den KI-Systemen die theoretischen Vorteile der Automatisierung überlagern. Die Forscher betonen in diesem Zusammenhang, dass die Stimmung der Mitarbeiter für den Unternehmenserfolg bedeutender sei als der Optimismus des Managements.
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Marktreaktionen und Branchenentwicklung
Auch an den Finanzmärkten findet die Strategie, Personal durch KI zu ersetzen, kaum positiven Widerhall. Die Analyse der Aktienmarktreaktionen auf entsprechende Ankündigungen ergab im Durchschnitt einen Wert nahe null. Investoren scheinen demnach den proklamierten Effizienzsprüngen durch KI-bedingten Stellenabbau derzeit keinen signifikanten Wert beizumessen.
Trotz dieser ausbleibenden Erfolge hält der Trend zu Entlassungen in der Technologiebranche an. Daten des Portals Layoffs.fyi verdeutlichen das Ausmaß dieser Entwicklung: Im Jahr 2025 wurden branchenweit über 122.000 Arbeitsplätze abgebaut. Im laufenden Jahr 2026 wurden bereits 126.000 Stellenstreichungen verzeichnet. Die Studie legt nahe, dass diese Maßnahmen ohne eine Berücksichtigung der Mitarbeiterakzeptanz und der tatsächlichen technologischen Integration kaum die erhofften wirtschaftlichen Vorteile bringen werden.
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Die Forscher betonen abschließend, dass eine erfolgreiche KI-Transformation eine ganzheitliche Strategie erfordert, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Nur wenn die Belegschaft die technologischen Veränderungen mitträgt, können die theoretischen Potenziale der Künstlichen Intelligenz auch in reale Produktivitätsgewinne übersetzt werden.
