KI-Entlastungstage, DBV

KI-Entlastungstage: DBV fordert bis zu zwölf freie Tage pro Jahr

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 20:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DBV verlangt zusätzliche freie Tage wegen KI-bedingter Arbeitsverdichtung und 9,5 Prozent mehr Gehalt; die Arbeitgeber lehnen die Zeitforderung ab.

Private Banken: DBV fordert KI-Ausgleichstage und 9,5 Prozent mehr Gehalt
Leere, moderne Büroetage in einem Bankgebäude mit klaren architektonischen Linien und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

In den bevorstehenden Tarifverhandlungen für das private Bankgewerbe setzt der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) auf eine neue Form des Arbeitszeitausgleichs. Die Arbeitnehmervertretung fordert für die Beschäftigten bis zu zwölf zusätzliche KI-Entlastungstage pro Jahr. Diese Maßnahme soll den veränderten Arbeitsbedingungen Rechnung tragen, die durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz und fortschreitende Automatisierung entstehen.

Konkret sieht das Forderungspaket des DBV vor, dass den Mitarbeitern je nach Art und Schwere der Belastung ein bis drei freie Tage pro Quartal gewährt werden. Diese Entlastungstage sollen nicht auf den nächsten Zeitraum übertragbar sein und müssen zwingend im jeweiligen Entstehungsquartal in Anspruch genommen werden.

Die Regelung soll dabei ausdrücklich auch für Teilzeitbeschäftigte gelten. Grundlage dieser Forderungen ist eine Kommunikation des Verbandes an seine Mitglieder, über die im Vorfeld der Verhandlungen berichtet wurde.

Belastungsanstieg durch Prozessbeschleunigung

Der Verband begründet den Vorstoß mit einer zunehmenden Arbeitsverdichtung. Durch die Automatisierung würden Prozesse deutlich verkürzt, was in der Folge zu einer höheren Fallzahl pro Mitarbeiter führe. Die Beschäftigten müssten eine wachsende Anzahl an Ergebnissen prüfen, Fehlerkorrekturen vornehmen und sich verstärkt um komplexe Ausnahmefälle, Beschwerden sowie Kontrollaufgaben kümmern.

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Der DBV-Verhandlungsführer für die privaten Banken, Wolfgang Ermann, wies darauf hin, dass die Betriebe einen Ausgleich schaffen müssten, wenn die Arbeit dichter, komplexer oder verantwortungsvoller werde. Die Forderung nach den KI-Entlastungstagen wird zusätzlich zu den Forderungen nach höheren Bezügen erhoben.

Forderung nach 9,5 Prozent mehr Gehalt

Neben der neuen Zeitkomponente eröffnet der DBV die Tarifrunde mit einer Gehaltsforderung von 9,5 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Eine Umfrage des Verbandes unter den Tarifbeschäftigten unterstreicht die Erwartungshaltung in der Belegschaft: Demnach betrachten 60,7 Prozent der Befragten ein Plus von mindestens 8 Prozent als angemessen. Rund 41,4 Prozent fordern sogar 10 Prozent oder mehr, während lediglich 10,7 Prozent eine Steigerung von maximal 4 Prozent für ausreichend halten.

Arbeitgeber warnen vor Kostendruck

Auf Seiten der Arbeitgeber stoßen die Pläne auf entschiedenen Widerstand. Carsten Rogge-Strang, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der privaten Banken, erklärte, dass die Forderung nach Entlastungstagen nicht mit der Realität der Automatisierung zusammenpasse. Es sei widersprüchlich, eine weitere Verteuerung der Arbeit durch freie Tage zu fordern, wenn die Arbeit an anderer Stelle durch technische Unterstützung entfalle.

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Rogge-Strang warnte zudem davor, dass die Umsetzung solcher Forderungen den Kostendruck in der Branche weiter erhöhen würde, was letztlich zulasten weiterer Arbeitsplätze gehen könnte.

Die Tarifverhandlungen mit den privaten Banken, die unter anderem Institute wie die Deutsche Bank und die Commerzbank betreffen, sollen am 08.10.2026 beginnen. Die Frage, ob und wie KI-Entlastungstage in die Tarifverträge integriert werden könnten, bleibt bis zum Verhandlungsauftakt offen und wird bereits jetzt als kontroverses Zukunftsthema der Branche bewertet.

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