Herzrisiken, Mammografie

KI erkennt Herzrisiken: Mammografie wird zum Doppel-Check

12.05.2026 - 14:08:19 | boerse-global.de

Eine Studie belegt: Künstliche Intelligenz wertet Brustkrebs-Scans aus und sagt Herzinfarkt-Risiko voraus. Die Technik kommt nun nach Europa.

KI erkennt Herzrisiken: Mammografie wird zum Doppel-Check - Foto: über boerse-global.de
KI erkennt Herzrisiken: Mammografie wird zum Doppel-Check - Foto: über boerse-global.de

Eine große klinische Studie belegt: Künstliche Intelligenz kann aus Routine-Mammografien das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle vorhersagen – ohne zusätzliche Kosten oder Strahlenbelastung.

Millionen Frauen in Deutschland gehen jährlich zur Brustkrebsvorsorge. Künftig könnte diese Untersuchung gleich zwei lebensbedrohliche Krankheiten aufspüren. Die im European Heart Journal veröffentlichte Studie von Forschern der Emory University und der Mayo Clinic wertete Mammografien von 123.762 Frauen ohne bekannte Herzerkrankungen aus. Das Ergebnis: Eine spezielle KI kann Verkalkungen in den Brustarterien – sogenannte breast arterial calcifications (BAC) – präzise quantifizieren und daraus das Herzrisiko ableiten.

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Was die KI auf dem Röntgenbild entdeckt

Bislang ignorierten Radiologen diese Verkalkungen meist. Sie gelten als harmloser Nebenbefund ohne Zusammenhang mit Brustkrebs. Dabei zeigen sie genau das Gegenteil: Jeder einzelne Quadratmillimeter Arterienverkalkung erhöht das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse um zwei bis drei Prozent. Bei Frauen mit starken Verkalkungen ist das Risiko zwei- bis dreimal höher als bei Frauen ohne Ablagerungen.

Besonders aufschlussreich ist der Befund für Frauen unter 50 Jahren. Während Verkalkungen mit dem Alter zunehmend normal werden, sind sie bei jüngeren Patientinnen ein starker, unabhängiger Indikator für Herzinfarkt und Schlaganfall. Die KI-Analyse liefert damit Informationen, die herkömmliche Risikorechner auf Basis von Blutwerten nicht bieten können.

Das „Zwei-für-eins"-Modell kommt auf den Markt

Die Industrie reagiert bereits. Im Februar 2026 startete Onsite Women's Health, einer der größten Brustgesundheitsanbieter in den USA, das Programm „Mammo with heart". Es nutzt eine von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassene KI der Firma CureMetrix. Deren cmAngio-Software erkennt und bewertet Verkalkungen automatisch während der 3D-Mammografie.

Die Technologie wandert nun auch nach Europa. Der französischen KI-Entwickler Gleamer brachte Anfang 2025 mit „BreastView" einen Algorithmus für 2D-Mammografien auf den Markt, der die CE-Kennzeichnung für den EU-Markt erhielt. Parallel dazu arbeiten CureMetrix und Therapixel an einer gemeinsamen Plattform, die Brustkrebs- und Herzrisikobewertung in einem System vereint.

Warum dieser Ansatz eine Lücke schließt

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache bei Frauen – doch sie werden systematisch seltener diagnostiziert und behandelt als bei Männern. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während knapp 70 Prozent der berechtigten US-Frauen regelmäßig zur Mammografie gehen, kennen weniger als 40 Prozent ihren Cholesterinspiegel.

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Eine weitere Studie aus dem Heart-Journal zeigt, wie effizient der neue Ansatz ist. Australische Forscher des George Institute for Global Health entwickelten ein KI-Modell, das allein aus Mammografie-Merkmalen und dem Alter der Patientin das Herzrisiko berechnet. Bei knapp 50.000 Frauen erreichte es die gleiche Genauigkeit wie klassische Risikorechner, die Blutdruck und Laborwerte benötigen.

Der Clou: Die Mammografie ist ein etablierter Berührungspunkt im Gesundheitssystem. Frauen nehmen diese Untersuchung ohnehin wahr. Die KI-Analyse erfordert keine zusätzliche Strahlung, keinen zweiten Termin und kaum Mehrkosten. Für Krankenkassen könnte das Milliarden sparen, wenn Risiken früh erkannt und akute Ereignisse vermieden werden.

Hürden auf dem Weg zur Praxis

Doch der Weg in den Klinikalltag ist noch weit. Aktuell schreiben die meisten radiologischen Leitlinien die Dokumentation von Brustarterienverkalkungen nicht vor. Sie gelten schlicht als nicht relevant für die Krebsdiagnose. Um das zu ändern, braucht es neue Berichtsstandards und klare Überweisungswege: Wer von der KI als Risikopatientin identifiziert wird, muss auch tatsächlich beim Kardiologen landen.

Ein weiteres Problem: Die Kommunikation der Ergebnisse. Wie sagt man einer Frau, die zur Krebsvorsorge kam, dass ihr Herz in Gefahr ist – ohne Panik auszulösen? Forscher arbeiten daran, die Risikoinformationen so aufzubereiten, dass sie zu konkreten Maßnahmen führen: Cholesterin-Test, Lebensstilberatung oder frühzeitige Statin-Therapie.

Was die Zukunft bringt

Die Entwicklung steht erst am Anfang. Wenn Langzeitstudien bestätigen, dass die KI-gestützte BAC-Erkennung tatsächlich weniger Herzinfarkte und niedrigere Behandlungskosten bedeutet, werden Krankenkassen und Gesundheitsbehörden nicht umhinkommen, die automatische Auswertung zu vergüten. In den USA, Europa und Australien liefern die aktuellen Studien bereits eine solide Grundlage für eine neue Ära der opportunistischen Vorsorge – Untersuchungen, die nebenbei lebensrettende Informationen liefern.

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